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·29. September 2026

FIFA-Wahl 2027: Ceferin attackiert Infantino, Al-Khelaifi winkt ab

Artikelbild:FIFA-Wahl 2027: Ceferin attackiert Infantino, Al-Khelaifi winkt ab

Der Machtkampf um die Führung des Weltfußballverbands FIFA spitzt sich weiter zu. Während Amtsinhaber Gianni Infantino auf eine weitere Amtszeit bei der Wahl im März 2027 in Rabat zusteuert, formiert sich der Widerstand – angeführt von der UEFA unter Präsident Aleksander Ceferin. Bei der Generalversammlung der European Football Clubs (EFC) in Kopenhagen lieferte Ceferin am Dienstag eine scharfe Attacke auf Infantino, ohne diesen namentlich zu nennen. Gleichzeitig schloss EFC-Vorsitzender Nasser Al-Khelaifi eine eigene FIFA-Kandidatur kategorisch aus, forderte Ceferin jedoch auf, für das UEFA-Präsidentenamt erneut anzutreten.

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KATOWICE, POLEN – 5. September 2026: FIFA-Präsident Gianni Infantino spricht vor dem Erstrundenspiel der FIFA U-20-Frauen-Weltmeisterschaft zwischen Polen und Argentinien mit der Presse. (Foto: Omar Marques/Getty Images)


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Ceferin: „Der Fußball braucht keine Kaiser“

In seiner Rede vor den Klubbosse in Kopenhagen zog Ceferin einen deutlichen Vergleich zu Hans Christian Andersens Märchen „Des Kaisers neue Kleider“. Der Kaiser werde überzeugt, prächtige Kleider zu tragen – Kleider, die nur Dumme oder Unfähige nicht sehen könnten. Sein Hof spiele mit, bis ein Kind ausspreche, was alle sehen: Der Kaiser ist nackt. „Vielleicht lautet die Moral der Geschichte: Bequeme Worte können unangenehme Realitäten nicht verändern“, sagte Ceferin.

Der UEFA-Chef kritisierte das gescheiterte Investorenprojekt der FIFA, die Vergabe des FIFA-Friedenspreises an US-Präsident Donald Trump sowie die Hintergründe im „Fall Balogun“ bei der Weltmeisterschaft im Sommer. „Wie oft müsste so etwas bei Ihren Vereinen passieren, bevor der Vorstand sagt: Genug ist genug?“, fragte Ceferin in den Saal. „Es ist Zeit, ‚genug‘ zu sagen. Keine Politik und keine noch so große Macht gibt einem das Recht, den Fußball zu verkaufen.“

Infantino hatte in den vergangenen Tagen Reformbereitschaft signalisiert und den Mitgliedsverbänden weitere Gelder aus den FIFA-Reserven in Aussicht gestellt. Ceferin konterte: Der Weltfußball habe „einige sehr bequeme Worte gehört“ – „Entwicklung, Demokratisierung, Konsultation – Worte, die tatsächlich dazu benutzt wurden, das Gegenteil zu beschreiben.“

Hintergrund: Strafanzeige der UEFA in der Schweiz

Die Schärfe des Konflikts spiegelt sich in rechtlichen Schritten wider. Die UEFA hat eine Strafanzeige in der Schweiz gegen Infantino vorbereitet. Es geht um die Rolle des FIFA-Chefs beim inzwischen verworfenen Plan, Anteile an FIFA-Turnieren an private Investoren – auch aus Trumps Umfeld – zu verkaufen. Die FIFA bezichtigte die UEFA daraufhin, mit juristischen Schritten die FIFA-Präsidentschaftswahl beeinflussen zu wollen.

Infantino strebt bei der Wahl im März 2027 in Rabat/Marokko eine weitere Amtszeit an. Die Bewerbungsfrist für Gegenkandidaten endet am 18. November. Die UEFA fordert den Rückzug Infantinos.

Al-Khelaifi: „Null Interesse an der FIFA“

Angesichts der Suche nach einem Gegenkandidaten zu Infantino wurde in den vergangenen Wochen über Nasser Al-Khelaifi spekuliert. Der 52-jährige Katarer, Präsident von Paris Saint-Germain, Vorsitzender der EFC und Mitglied im UEFA-Exekutivkomitee, wies dies am Dienstag in Kopenhagen entschieden zurück: „Ich habe null Interesse an der FIFA, null Ambitionen, dort zu sein. Ich glaube nicht, dass ich der richtige Mann bin, und ich möchte eigentlich auch gar nicht dorthin. Ich genieße, was ich tue, und habe Spaß dabei. Die FIFA ist nichts für mich.“

Al-Khelaifis Ablehnung hat auch geopolitische Dimension: Katar, finanzstarker Gastgeber der WM 2022, zählt zu den Unterstützern Infantinos.

Al-Khelaifi bittet Ceferin um UEFA-Kandidatur

Statt für die FIFA rief Al-Khelaifi Ceferin zu einer erneuten Kandidatur als UEFA-Präsident auf. „Der Fußball braucht großartige Führungspersönlichkeiten wie dich“, sagte er in Kopenhagen. „Im Namen der über 900 Vereine des EFC bitten wir dich, nächstes Jahr erneut für das Präsidentenamt zu kandidieren.“ Er dankte Ceferin für dessen Geduld, die Unterstützung der Vereine und den Einsatz für das Beste für den Fußball, „auch wenn es nicht einfach ist.“

Ceferin hatte nach einer umstrittenen Statutenänderung beim UEFA-Kongress vor zwei Jahren angekündigt, nicht erneut anzutreten. Im vergangenen Jahr bei der Versammlung in Belgrad ließ er sich jedoch eine Tür offen. Eine Kandidatur für das FIFA-Präsidentenamt kommt für Ceferin indes nicht infrage. Er ist seit 2016 im Amt. Der nächste UEFA-Wahlkongress findet am 22. April 2025 in Astana/Kasachstan statt.

„Fußball ist größer und wichtiger als jeder Einzelne“

Mit Blick auf den anhaltenden Machtkampf zwischen den Verbänden mahnte Al-Khelaifi Einigkeit an: „Es ist wirklich traurig, die aktuelle Situation zu sehen. Anstatt unser Spiel zu verbessern, verschwenden wir unsere Zeit mit Problemen und Streitigkeiten. Fußball funktioniert, wenn wir einander zuhören, wenn wir transparent miteinander umgehen und vor allem, wenn wir ehrlich sind. Ungeachtet unserer Differenzen – der Fußball ist größer und wichtiger als jeder Einzelne von uns.“

Als möglicher Gegenkandidat zu Infantino wird weiterhin Victor Montagliani gehandelt, der Präsident der Konföderation für Nord-, Mittelamerika und die Karibik (CONCACAF). Ceferin selbst hat eine FIFA-Kandidatur bereits ausgeschlossen.

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