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·9. Juni 2026

FIFA WM 2026: Diese Brüderpaare spielen mit, doch ein Zwilling fällt aus

Artikelbild:FIFA WM 2026: Diese Brüderpaare spielen mit, doch ein Zwilling fällt aus

Die Fußball-Weltmeisterschaft 2026 in den USA, Kanada und Mexiko ist auch ein Turnier der Familienbande. In den 48 offiziellen Kaderlisten der FIFA stehen acht Brüderpaare, von denen sich einige sogar gegenüberstehen könnten. Eine bittere Nachricht trübt das Familienfest jedoch: Kurz vor dem Anpfiff hat es ausgerechnet ein niederländisches Zwillingspaar getroffen. Diese WM 2026 bringt auch andere schöne Geschichte, zum Beispiel die Geburtstage während des Turniers. Havertz hat am 11.6. Geburtstag, Deniz Undav am Finaltag dem 19.7.!

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Désiré Doué bejubelt sein Tor zum 3:0 für Frankreich im Länderspiel gegen Kolumbien im Northwest Stadium in Landover, Maryland am 29. März 2026. Hannah Foslien / Getty Images


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Das deutsche Vorbild: die Boateng-Brüder von 2014

Brüderduelle bei einer WM haben für deutsche Fans einen besonderen Klang. Die Halbbrüder Jérôme und Kevin-Prince Boateng, beide in Berlin geboren, lieferten die wohl bekannteste Geschichte dieser Art. Jérôme entschied sich für Deutschland, der ältere Kevin-Prince lief für Ghana auf, das Heimatland des gemeinsamen Vaters.

Schon bei der WM 2010 in Südafrika standen sie sich gegenüber, als Deutschland in der Gruppenphase mit 1:0 gegen Ghana gewann. Vier Jahre später, bei der WM 2014 in Brasilien, kam es zur Neuauflage: Am 21. Juni 2014 trennten sich beide Teams in Fortaleza 2:2, mit beiden Boatengs auf dem Platz. Während Kevin-Prince nach internen Querelen vorzeitig aus dem ghanaischen Aufgebot gestrichen wurde, krönte sich Jérôme Boateng wenige Wochen später in Rio de Janeiro zum Weltmeister.

Die Boatengs zeigten, wie groß das Drama solcher Familienduelle sein kann. Genau diese Spannung versprechen 2026 die Geschwister von Doué über Williams bis Brobbey und Luckassen.

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(Von links) Der deutsche Stürmer Mario Götze, der deutsche Stürmer André Schürrle und der deutsche Verteidiger Jérôme Boateng feiern nach dem Sieg im Finale der Fußball-Weltmeisterschaft zwischen Deutschland und Argentinien im Maracanã-Stadion in Rio de Janeiro am 13. Juli 2014. AFP PHOTO / PATRIK STOLLARZ

Jurriën Timber fällt aus, Bruder Quinten bleibt allein

Es wäre die schönste Geschichte der Oranje-Brüder geworden: Die Zwillinge Jurriën und Quinten Timber, beide am 17. Juni 2001 geboren, hätten gemeinsam für die Niederlande auflaufen sollen. Daraus wird nichts. Am 8. Juni 2026, unmittelbar vor der WM-Generalprobe gegen Usbekistan (2:1), strich der niederländische Verband Jurriën Timber aus dem Aufgebot. Der Verteidiger des FC Arsenal hatte eine Leistenverletzung, die ihn schon seit Mitte März plagte, nicht rechtzeitig auskuriert. Für ihn rückte der frühere Leipziger Lutsharel Geertruida vom AFC Sunderland nach.

So bleibt von den Timber-Zwillingen nur Quinten übrig. Der Mittelfeldspieler von Olympique Marseille trägt bei der WM die Rückennummer 26. Sein Bruder Jurriën, der die Nummer 2 erhalten hatte, verfolgt das Turnier nun von zu Hause aus. Damit reduziert sich die Zahl der vollständigen Brüderpaare faktisch auf sieben.

Brüderpaare bei der WM 2026 im Überblick

Die sieben kompletten Brüderpaare bei der WM 2026

Désiré und Guéla Doué (Frankreich / Elfenbeinküste)

Das wohl prominenteste Geschwister-Duell: Désiré Doué (Rückennummer 20) greift mit Frankreich und seinem Klub Paris Saint-Germain nach dem Titel. Sein älterer Bruder Guéla (Nummer 17) verteidigt für die Elfenbeinküste und steht bei RC Straßburg unter Vertrag. Beide könnten in der K.-o.-Runde aufeinandertreffen.

Lucas und Théo Hernández (beide Frankreich)

Das einzige Brüderpaar, das gemeinsam für dieselbe Nation aufläuft. Lucas Hernández (Nummer 21) verteidigt bei Paris Saint-Germain, sein Bruder Théo (Nummer 19) wechselte zu Al-Hilal nach Saudi-Arabien. Für Frankreich sind sie die ersten Brüder im Kader seit langer Zeit.

Nico und Iñaki Williams (Spanien / Ghana)

Vereinskollegen bei Athletic Bilbao, Gegner auf der WM-Bühne: Nico Williams (Nummer 17) stürmt für Spanien, sein älterer Bruder Iñaki (Nummer 19) entschied sich für Ghana, das Heimatland der Eltern. Iñaki feiert am 15. Juni 2026 seinen 32. Geburtstag mitten im Turnier.

Leandro und Juninho Bacuna (beide Curaçao)

Für den WM-Neuling Curaçao spielen die Mittelfeldbrüder Bacuna eine zentrale Rolle. Kapitän Leandro (Nummer 10), inzwischen bei Iğdır FK in der Türkei aktiv, führt die Karibik-Auswahl an. Bruder Juninho (Nummer 7) steht beim niederländischen Klub FC Volendam unter Vertrag. Beide sammelten Erfahrung in der englischen Premier League und der Eredivisie.

Brian Brobbey und Derrick Luckassen (Niederlande / Ghana)

Ein besonderes Halbbrüder-Paar: Stürmer Brian Brobbey (Nummer 19) führt seine Tore für die Niederlande und spielt beim AFC Sunderland. Sein sechs Jahre älterer Halbbruder Derrick Luckassen (Nummer 23) verteidigt für Ghana und steht beim zyprischen Klub Pafos FC unter Vertrag.

John und Harry Souttar (Schottland / Australien)

Zwei Innenverteidiger, zwei Nationen: John Souttar (Nummer 15) verteidigt für Schottland bei den Glasgow Rangers. Sein in Australien geborener Bruder Harry (Nummer 19), mit 1,98 Metern eine echte Wand, läuft für die Socceroos auf und ist bei Leicester City unter Vertrag. Harry ist zudem für seine Kopfballtore bekannt.

Laros und Deroy Duarte (beide Kap Verde)

Auch beim Sensations-Debütanten Kap Verde stehen Brüder im Kader. Die in Rotterdam geborenen Mittelfeldspieler Laros (Nummer 15, Puskás Akadémia FC) und Deroy Duarte (Nummer 14, Ludogorets Rasgrad) machten beide ihre ersten Schritte bei Sparta Rotterdam. Für den kleinen Inselstaat ist es die erste WM-Teilnahme der Geschichte.

Fazit: Sieben Mal Familie, ein Mal Pech

Die WM 2026 bietet so viele Brüdergeschichten wie selten zuvor. Von Frankreichs Hernández-Duo bis zu den Duarte-Brüdern aus Kap Verde reicht die Spannweite. Dass mit Jurriën Timber ausgerechnet einer der prominentesten Brüder kurz vor dem Turnier passen muss, gehört zur bitteren Seite des Profifußballs. Sein Zwilling Quinten wird ihn auf dem Platz vertreten müssen.

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