Fussballnationalmannschaft.net
·22. Juni 2026
FIFA WM 2026: Ronaldos Goldene Zeit vorbei? Portugal besser ohne ihn?

In partnership with
Yahoo sportsFussballnationalmannschaft.net
·22. Juni 2026

Nach dem 1:1 gegen die DR Kongo steht Cristiano Ronaldo bei Portugals WM 2026 Mission erneut im Fokus. Vor dem zweiten Turnierspiel gegen Usbekistan am Dienstag um 19.00 Uhr MESZ in Houston ist die Debatte um seinen Platz in der Startelf lauter denn je. Wöhrend andere wie Kane, Messi und Haaland liefern, bleibt seine Performance blass.

Portugals Kapitän Cristiano Ronaldo reagiert sichtlich enttäuscht im Gruppenspiel K der FIFA Weltmeisterschaft 2026 gegen die DR Kongo am 17. Juni 2026 im Houston Stadium in Houston, Texas. Molly Darlington / Getty Images
Beim Training in Palm Beach zeigte sich der 41-Jährige nach außen hin locker und gut aufgelegt, scherzte mit seinen Teamkollegen und trat wie gewohnt als Anführer auf. Selbstkritik oder Unsicherheit waren nicht zu erkennen. Auch die kursierenden Gerüchte über Spannungen im Kader wollte Ronaldo mit einem kurzen Instagram-Post einfrieden. Unter ein Trainingsfoto, auf dem auch Joao Neves mit beiden Daumen zu sehen ist, schrieb er: „Siempre Unidos“ und damit „immer vereint“.
Im Hintergrund brodelt es jedoch beim WM-Mitfavoriten. Nach dem enttäuschenden Auftaktspiel wird in Portugal heftig diskutiert, ob Ronaldo noch ein Gewinn für die Mannschaft ist oder die Titeljagd eher bremst. Der fünfmalige Weltfußballer steht dabei im Zentrum der Zweifel.
Für zusätzlichen Druck sorgten mehrere namhafte TV-Experten. Thierry Henry warf dem fünffachen Weltfußballer bei FOX blanken Egoismus vor. Kevin-Prince Boateng sagte im australischen Fernsehen, Portugal sei ohne Ronaldo „eine bessere Mannschaft“. Christian Streich erklärte im ZDF, dass er aus taktischen Gründen wohl auf ihn verzichten würde. Christoph Kramer vermutete zudem, dass viele portugiesische Nationalspieler insgeheim lieber ohne Ronaldo auflaufen würden.
Auch eine Aussage von PSG-Profi Joao Neves heizte die Lage weiter an. „Er unterscheidet sich nicht von den anderen Spielern“, hatte der Mittelfeldspieler Ronaldos Rolle nach dem ersten Spiel heruntergespielt. In den sozialen Netzwerken löste das einen Shitstorm und einen Eklat aus. Zusätzlich kursierte ein angeblicher Instagram-Kommentar von Neves‘ Freundin Madalena Aragao, die eine Million Follower hat und Ronaldo als „eigensinnig“ bezeichnet haben soll. Dieser Beitrag war aber offenbar gefälscht. Selbst Ronaldos Schwestern mischten sich daraufhin ein.
Ronaldo selbst äußerte sich seit dem Spiel in Houston nur über die sozialen Medien. Zuletzt schrieb er am Sonntag: „Fokussiert auf die Mission“. In den Presserunden bemühten sich stattdessen seine Mitspieler, Geschlossenheit zu betonen. Außenverteidiger Diogo Dalot sagte: „Wenn ihr mit uns rudern wollt, dann rudern wir. Das Boot wird nicht kentern“, und ergänzte mit Blick auf die Kritik von außen: „Wir sitzen alle im selben Boot. Gemeinsam sind wir stark.“
Nationaltrainer Roberto Martínez verteidigte seine Entscheidung für Ronaldo im Sturmzentrum ebenfalls klar. „Wenn man Tore benötigt, muss man Cristiano Ronaldo auf dem Platz haben“, sagte der 52-Jährige nach dem Auftaktspiel. Brisant ist dabei, dass Martínez, der sein Amt nach der WM niederlegen wird, laut dem französischen Portal RMC Ronaldos neuer Klubtrainer bei Al-Nassr in Saudi-Arabien werden soll.
Gegen Usbekistan dürfte Ronaldo am Dienstag trotzdem erneut von Beginn an spielen. Der Superstar wartet inzwischen seit zehn Spielen bei WM und EM auf einen Turniertreffer und blieb gegen die Kongolesen ohne einzigen Schuss auf das Tor. Dass er bei seiner sechsten WM jetzt liefern muss, ist ihm bei all seiner Erfahrung allerdings ebenso bewusst wie allen anderen in Portugals Lager.







































