"Finger runter - wir sind nicht in der Schule!" Jetzt läuft Kauczinski richtig heiß | OneFootball

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·7. Mai 2026

"Finger runter - wir sind nicht in der Schule!" Jetzt läuft Kauczinski richtig heiß

Artikelbild:"Finger runter - wir sind nicht in der Schule!" Jetzt läuft Kauczinski richtig heiß

VON OLIVER GRISS UND GETTY (FOTO)

Vielleicht war’s ein kleiner Vorgeschmack auf das, was die Löwen künftig erwartet. Selten hatte man Markus Kauczinski so erlebt wie am gestrigen Mittwoch im Vormittagstraining. Nicht wie so oft zuvor als ruhiger Beobachter, sondern als lautstarker Antreiber. Immer wieder. Die Kiebitze, die sonst regelmäßig an der Grünwalder Straße stehen, dürften es diesmal bereut haben, das öffentliche Training verpasst zu haben.


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Denn der sichtlich gefrustete Kauczinski lief so richtig heiß. Beispiele gefällig?

Als auf dem Platz beim Spiel auf drei Tore mehr gestikuliert als Fußball gespielt wurde, fauchte der 56-Jährige: „Finger runter! Wir sind nicht in der Schule. Finger runter!“ Oder als eine Umschaltsituation wieder einmal nicht zur vollsten Zufriedenheit von Kauczinski ausgespielt wurde, schimpfte der Trainer: „Männer, seid jetzt endlich wach – nicht so Kackbälle!“ Bei einer anderen Szene rief der beobachtende Kauczinski rein: „Spielt nicht solche Eierbälle!“ Und als die Löwen erneut viel zu statisch agierten und nicht ausschwärmten, rüffelte der Löwen-Dompteur seine Mannen: „Es gibt kein System, bei dem wir stehenbleiben können. Das gibt es nicht!“

Warum Kauczinski erst jetzt so richtig loslegt, hängt möglicherweise nicht nur mit dem kollektiv hohen Frustpegel bei 1860 zusammen, sondern auch mit seinem eigenen Ruf, den er gefährdet sieht. Prinzipiell ist der Löwen-Trainer keiner für Mittelmaß in der Dritten Liga – dafür wurde er im Oktober von Manfred Paula nicht verpflichtet. Der Werner-Nachfolger hatte sich bei der Verpflichtung des erfahrenen Coaches etwas gedacht, schließlich hatte Kauczinski zuvor mit Karlsruhe und Wiesbaden bereits zwei Zweitliga-Aufstiege gefeiert. Mit 1860 wird er in seiner ersten Saison vermutlich nur auf Platz acht landen – angesichts der Euphorie und Aufbruchstimmung im vergangenen Sommer eine absolute Enttäuschung. Gerade deshalb scheint der 56-Jährige jetzt die Zügel deutlich anzuziehen. Die Botschaft auf dem Trainingsplatz ist klar: Schluss mit Larifari, Schluss mit Alibi-Fußball.

Insbesondere die Art und Weise, wie 1860 in den letzten Wochen Fußball spielt, muss hinterfragt werden. Bei den jüngsten Auftritten gegen die beiden Absteiger Ulm (3:2) und Schweinfurt (1:1) waren die Löwen fußballerisch nicht unbedingt die bessere Mannschaft. Das sollte zu denken geben.

Freilich hängt das auch damit zusammen, dass 1860 in der Winterpause nicht auf das Deniz-Vakuum reagiert hat. Das war vermutlich der größte Fehler in der bisherigen Kauczinski-Zeit. Was helfen die besten Namen, wenn keiner da ist, der die Spieler richtig einsetzt? Genau das war in den vergangenen Monaten das Grundproblem. Die Gegner haben sich längst auf die Spielweise der Löwen eingestellt. Dass niemand in der Führungsriege des TSV 1860 den Zeigefinger gehoben hat, dürfte auch daran liegen, dass die fußballerische Expertise dort überschaubar ist.

Im letzten Heimspiel der Saison gegen den FC Ingolstadt 04 (Samstag, 14 Uhr, db24-Ticker) wollen sich die Löwen ordentlich von ihrem treuen Anhang verabschieden. Möglicherweise muss Trainer Kauczinski dabei auf Kevin Volland verzichten. Der Ex-Nationalspieler hat muskuläre Probleme und konnte am Mittwoch nicht trainieren.

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