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·19. April 2026
Fortuna Düsseldorf zerlegt sich selbst – der neue Trainer kann daran nichts ändern

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·19. April 2026

Alexander Ende verlor sein Debüt in Magdeburg 0:2 – Düsseldorfs fünfte Niederlage in Serie. Drei Trainer, komplette Führungswechsel: Der Klub kämpft gegen den Drittliga-Abstieg.
Sechs Tage Vorbereitung, null erkennbarer Plan: Als Fortunas Spieler in Magdeburg nach 120 Sekunden das erste Gegentor kassierten und nach 16 Minuten das zweite, war Alexander Endes Debüt gelaufen, bevor es begonnen hatte. Die fünfte Niederlage in Serie ist aber kein Problem des neuen Trainers. Sie ist das Symptom eines Vereins, der sich in dieser Saison systematisch selbst zerlegt hat.
Fortuna Düsseldorf, im vergangenen Sommer mit dem Ziel Bundesliga-Aufstieg gestartet, steht nach 30 Spieltagen auf Platz 15 mit 31 Punkten und einer Tordifferenz von minus 18. Der Verein könnte am Sonntag Tabellenletzter werden. Drei Trainer in einer Saison – Daniel Thioune, Markus Anfang, jetzt Alexander Ende. Dazu der Austausch der kompletten sportlichen Führung: Klaus Allofs im Dezember weg, Sportdirektor Christian Weber gleich hinterher, Sven Mislintat als neuer Sportvorstand installiert. Das ist kein Umbruch, das ist ein Trümmerfeld.
Markus Anfang holte in 21 Zweitliga-Spielen sechs Siege bei zwölf Niederlagen. Eine schwache Bilanz, keine Frage. Doch wer glaubt, das Problem sei auf der Trainerbank entstanden, übersieht den entscheidenden Punkt: Schon beim 1:2 gegen Holstein Kiel, dem letzten Spiel unter Anfang, war der Kader so dünn besetzt, dass Verletzungen die Aufstellung sprengten. Ein Trainer kann nur aufstellen, was ihm zur Verfügung steht – und was Düsseldorf zur Verfügung steht, reicht offensichtlich nicht für die Zweite Liga.
Das Magdeburg-Spiel liefert den Beweis in Reinform. Laurin Ulrich traf nach zwei Minuten in die defensive Unordnung der Gäste, Florian Kastenmeier rettete zwei Minuten später in höchster Not gegen Alexander Nollenberger, und als Mateusz Zukowski nach traumhafter Vorarbeit von Baris Atik zum 2:0 einschob – sein 17. Saisontor im 18. Einsatz –, war das Spiel entschieden. Düsseldorf sortierte sich danach immerhin, blieb aber ungefährlich. Magdeburg war dem 3:0 näher als die Gäste dem Anschluss. Eine Mannschaft, der nicht nur der Mut fehlt, sondern die Substanz.
Alexander Ende bringt Zweitliga-Erfahrung mit, das stimmt. Er bringt aber auch eine Vorgeschichte mit, die in Düsseldorf niemand laut ausspricht: Bei Preußen Münster musste er im März nach nur einem Sieg aus zwölf Partien und einem 0:6 gegen Dynamo Dresden gehen. Fünf Wochen später soll er bei Fortuna die Wende schaffen – mit einem Vertrag bis 2028, der Entschlossenheit signalisieren soll, aber vor allem Ratlosigkeit verrät. Wer einen Trainer verpflichtet, der gerade selbst in einer Negativspirale gescheitert ist, trifft keine strategische Entscheidung. Er greift nach dem, was verfügbar ist.
Mislintat hat seit Dezember die sportlichen Geschicke übernommen, den Vorgänger und den Sportdirektor entlassen, einen Trainer gewechselt. Viel Aktivität, wenig Ertragreiches. Die Mechanik dahinter ist bekannt: Wenn Ergebnisse ausbleiben, wird der Trainer getauscht, weil er die billigste Stellschraube ist. Dass der Kader zu dünn, die Saisonplanung zu ambitioniert und der Substanzverlust zu groß sein könnte – diese Analyse erfordert Konsequenzen, die unbequemer sind als eine Pressekonferenz mit neuem Gesicht.
Vier Spieltage bleiben Düsseldorf, um den Absturz in die Dritte Liga zu verhindern. Alexander Ende wird alles versuchen. Das Problem ist nur: Alles versuchen reicht nicht, wenn die Grundlage fehlt – und die hat nicht der Trainer verbaut, sondern der Verein.









































