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·18. Juli 2026

Frank Baumann: Wir bleiben auf unserem Weg

Artikelbild:Frank Baumann: Wir bleiben auf unserem Weg

Auf der Mitgliederversammlung am Samstag (18.7.) präsentierte Frank Baumann als Vorstand Sport seinen Bericht – zwei Aufstiege inklusive. Außerdem äußerte sich der 50-Jährige zu kommenden Herausforderungen sowie Veränderungen und nötige Kontinuität.

Frank Baumann über …


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… den Aufstieg in die Bundesliga: Wir haben zurecht gefeiert und es wird niemand behaupten, wir hätten zu wenig gefeiert. Doch auch nüchtern betrachtet muss man betonen: Mit der Rückkehr in die Bundesliga haben wir etwas Großes erreicht. Für alle – Mannschaft, Trainer-Team, Staff, Fans – war das eine Kraftanstrengung, die wir gemeinsam und gegen alle Widerstände erfolgreich gemeistert haben.

… den Weg zum Aufstieg: Die Marschroute vor gut 14 Monaten war eindeutig. Wir haben damals betont: Wir haben einen klaren Plan; auf und neben dem Platz. Wir wollten zwei Gänge hochschalten und brauchen eine Höchstleistungskultur. Trotzdem funktioniert so etwas nur gemeinsam und geschlossen.

… die Bundesliga: Jetzt steht der nächste Schritt der großen Reise an. Dafür bleiben wir bei unserem Stufenplan und bauen auf dem Fundament auf, das wir gelegt haben. Die Herausforderungen wachsen. Das nehmen wir an. Darauf freuen wir uns sogar. Wir wollen uns mit den besten Mannschaften in Deutschland messen, wir wollen wieder dauerhaft erstklassig bleiben. Aggressiv, intensiv, mutig – das ist und bleibt unsere DNA. Wir sind Schalke, das ist unser Anspruch, auch in der Bundesliga.

…den Fußball in der Bundesliga: Wir müssen noch mehr Gas geben. Zwei simple Beispiele, die auf uns zukommen werden: Weniger Ballbesitz und höhere Nettospielzeit. Wir werden oftmals noch länger dem Ball hinterherjagen müssen – auch hier sind mehr  Ausdauer, Laufstärke und Kompaktheit nötig, um unseren Wunsch nach schnellem Umschaltspiel nach Ballgewinn umsetzen zu können. Aber wir wissen um unsere eigenen Stärken – als Kollektiv auf dem Platz. Und wir wissen, dass wir Eure Unterstützung haben werden. Es wird dennoch vermehrt Phasen in einzelnen Spielen, aber auch im Laufe der Saison geben, in denen es nicht wie gewünscht läuft. Gerade dann wird unsere Mannschaft die Wucht und die Power der VELTINS-Arena brauchen, damit wir unsere Ziele erreichen.

… die Kaderplanung: Wir müssen in einem starken Wettbewerbsumfeld und trotz wirtschaftlicher Herausforderungen den Spagat zwischen dauerhaftem sportlichem Erfolg und stetigen Transfererlösen hinbekommen. Dafür muss unser Scouting aus einem Guss kommen und langfristig angelegt sein – vom Kinderbereich in der Knappenschmiede über die U17 und U19 bis zur U23. Bereits im Wintertransferfenster konnten wir dank Max Lüftl sehr gut agieren, und das hat sich in der Vorbereitung des Sommers nahtlos fortgesetzt. Max ist vom ersten Tag ein absoluter Gewinn für Schalke. Mit Dejan Ljubičić und Adil Aouchiche konnten wir im Januar zwei Spieler fest unter Vertrag nehmen, verbunden mit der Fantasie, dass sie auch in einem Bundesliga-Szenario tragende Rollen spielen können. So bleibt im Optimalfall der Kern der Aufstiegs-Mannschaft erhalten und damit Struktur und Stabilität – ergänzt durch neue Qualität, die für die neue Liga notwendig ist, den Konkurrenzkampf verstärkt und zu unserer Idee von Fußball passt.

… die bisherigen Neuzugänge: Wir freuen uns über die frühzeitigen Verpflichtungen von Satoshi Tanaka und Junior Adamu. Und in den letzten Tagen waren wir sehr glücklich, dass Robin Gosens im Pott gelandet ist. Alle drei Spieler bringen die Eigenschaften mit, die neben den sportlichen Kriterien für uns bei der Auswahl sehr wichtig sind. Sie sind charakterlich top, absolute Teamplayer, sehr ambitioniert und vor allem – sie alle haben richtig Bock, für Schalke zu spielen.

… mögliche Ab- und Zugänge: Die Kadergröße ist aktuell noch immer recht üppig, wir planen entsprechend mit einer größeren Zahl an Abgängen. Wir nehmen uns aber auch die nötige Zeit, um sinnvolle Entscheidungen nach unseren klar definierten Kadergrundsätzen und Positionsprofilen zu treffen. Wir werden zudem nur Entscheidungen treffen, von denen wir wirklich überzeugt sind und die in unseren Finanzrahmen passen. Verpflichtungen nur für den kurzfristigen Applaus wird es nicht geben.

… die finanzielle Ausgangslage im Bundesliga-Vergleich: Das Eigenkapital gehört aktuell nicht zu unseren Lieblingsvokabeln. Es hemmt uns, es schränkt uns ein. Derzeit ist ja die Tour de France im Gange. Mich faszinieren dabei immer besonders die Bergetappen. Wir stehen mit Schalke jetzt vor der schwersten Bergetappe – die Bundesliga ist wie die Tour de France ein Verdrängungswettbewerb. In der Bundesliga steigen am Ende der Saison mindestens zwei Mannschaften ab. Bei der Tour de France kommt der Besenwagen. Ich habe keinen Bock auf den Besenwagen! Das Problem ist, dass unsere Konkurrenz schon mit viel Vorsprung in den Berg hineingefahren ist. Zudem fahren wir durch das negative Eigenkapital mit einem Holland-Rad, während die anderen teilweise mit aufgepimpten Rennmaschinen unterwegs sind. Die mit Abstand beste Möglichkeit, um aus einem Holland-Rad eine funktionierende Rennmaschine zu machen ist die Genossenschaft.

… die Rolle der Genossenschaft: Nicht umsonst touren wir, auch ich persönlich, seit Wochen mit Jürgen Gerdes durch Deutschland. Es ist im Grunde recht einfach: Eine starke Genossenschaft hilft uns dauerhaft selbstbestimmt zu agieren, macht uns unabhängiger, handlungsfähiger und erhöht dadurch immens die Wahrscheinlichkeit auf sportlichen Erfolg. Sie hat uns bereits vergangene Saison wichtige Freiheiten gegeben: Durch die bisherige Unterstützung der Anteilszeichner mussten wir im Sommer 2025 eben nicht noch ein oder zwei weitere Spieler verkaufen, da die Wahrscheinlichkeit hoch war, dass wir die Eigenkapitalregel für 2025 damit erfüllen werden. Und obendrein konnten wir sogar im Winter-Transferfenster mit der Verpflichtung von sehr wichtigen Spielern nachlegen.

Ohne die Genossenschaft wäre dieses Transfer-Paket nicht möglich gewesen. Ich bin davon überzeugt, dass wir ohne die Genossenschaft nicht aufgestiegen wären. Schalke ist groß. Und auch bei der Auf Schalke eG macht es die Masse! Um uns nachhaltig in der Bundesliga zu etablieren, hilft tatsächlich auch in diesem Sommer jeder Euro – um unsere Verhandlungsposition auf der Abgabeseite zu verbessern und um in weitere Spieler bei den Profis, aber auch in der Knappenschmiede zu investieren. Also, liebe Mitglieder, meine ganz persönliche Bitte an euch: Macht mit! Helft Schalke, den Nachteil des negativen Eigenkapitals abzufedern! Für eine erfolgreiche Zukunft des Vereins wäre das der beste Weg. Davon bin ich absolut überzeugt.

… die Arbeit in der Knappenschmiede: Apropos Zukunft: Auch in der Knappenschmiede haben nicht nur die Teams um unsere Trainer Charles Takyi, Norbert Elgert und Jakob Fimpel jeweils eine starke Saison gespielt. Ebenso sind unsere Mannschaften von der U9 bis zur U16 unter der sportlichen Leitung von Marcel Pomplun sehr positive Entwicklungsschritte gegangen. Dafür sage ich: herzlichen Dank! Ich habe mich seit Jahresbeginn noch intensiver mit der Knappenschmiede auseinandersetzen können und feststellen dürfen, dass dort sehr viele unserer Mitarbeitenden mit einer sehr hohen Identifikation für unseren Verein agieren und sich voll und ganz der Ausbildung von jungen Menschen widmen.

… Veränderungen im Nachwuchsbereich: Wir machen in der Knappenschmiede vieles richtig gut. An einigen Stellschrauben haben wir trotzdem seit dem letzten Sommer schon gedreht. Zum Beispiel ist der Austausch zwischen Lizenzbereich und der Knappenschmiede besser geworden. Wir brauchen aber auch Veränderungen, zumindest eine Veränderungsbereitschaft, um die gestiegenen Herausforderungen zukünftig noch besser meistern zu können. Wir haben gemeinsam Optimierungspotenzial für die Schlüsselbereiche Top-Talente-Scouting und Sportliche Leitung im Übergangsbereich gesehen. Mir ist wichtig zu betonen, dass wir mit der Arbeit von Raffael Tonello nicht unzufrieden waren. Da er aus dem Scouting kommt und dort seine besonderen Stärken hat, wird er für uns weiterhin eine sehr wichtige Rolle einnehmen.

Bei unserer Ausbildungsphilosophie und vor allem in der konsequenten Umsetzung wollen wir uns ebenfalls immer weiterentwickeln, damit die Knappenschmiede auch in den nächsten 20 Jahren zu den besten Akademien in Europa gehört. Entscheidend mitwirken wird dabei zukünftig Ayhan Tumani. Ayhan wird als neuer Sportlicher Leiter der Knappenschmiede die konzeptionelle Entwicklung unseres Jugendbereiches vorantreiben. Gemeinsam mit Till Beckmann, Administrativer Leiter des NLZ, führt  Ayhan ab Oktober unsere Knappenschmiede. Er kennt die Aufgabe, die Baustellen und unsere Vision: Es muss und wird immer das Ziel sein, Spieler zu schmieden, die später mal für Königsblau in der VELTINS-Arena auflaufen.

… Knappenschmiede-Talente in der Lizenzmannschaft: Vitalie Becker und Mertcan Ayhan waren als junge Talente schon Stützen der Aufstiegsmannschaft. Mika Wallentowitz hat ebenfalls mit guten Leistungen als U19-Spieler aufhorchen lassen und war jüngst Teil der Deutschen U19, die Vize-Europameister geworden ist. Dazu ist mit Luca Vozar gerade ein weiteres Top-Talent aus unserer A-Jugend zur Lizenzmannschaft hochgerückt. Wie für die Herren-Mannschaft gilt auch für unsere Knappenschmiede: Wir werden die Messlatte höher legen, das ist unser Anspruch!

… den Fußball der Frauen: Dass mit dem Erfolg nicht nur Ansprüche wachsen, sondern auch Anforderungen, sehen wir nicht zuletzt beim Fußball der Frauen. Durch den Aufstieg steht der Bereich nun an der Schwelle vom Amateur- zum Halb-Profitum. Das bedeutet unter anderem deutlich längere Reisestrecken. Für die kommende Saison konnten wir sowohl im Nachwuchsbereich als auch für Team I spannende Spielerinnen selbst von höherklassigen Teams für Schalke begeistern. Zur Saison 2027/2028 wird eine neue, dreigleisige 3. Liga die bisherige Regionalliga als dritthöchste Spielklasse ablösen. Dies ist Chance und Herausforderung zugleich.

Wir werden uns auch deswegen bis zum Jahresende intensiv mit der Frage beschäftigen, wo wir mit dem Fußball der Frauen langfristig hinwollen. Dabei werden wir uns auch mit einer passenden Struktur für die Abteilung auseinandersetzen. Wir werden überlegen, wie wir die Aufmerksamkeit und die Sichtbarkeit weiter erhöhen können, auch um in diesem Bereich höhere Erlöse erzielen zu können. Ebenso werden die Vorgaben des DFB für mehr hauptamtliche Kräfte weiter ansteigen. Dass unsere Infrastruktur irgendwann an Grenzen kommt, ist kein Geheimnis. In allen Punkten wollen wir Schritt für Schritt die nächste Stufe nehmen und uns gesund weiterentwickeln.

… die Wichtigkeit von Kontinuität: Egal, ob im PLZ, in der Knappenschmiede, im Scouting oder beim Fußball der Frauen. Erfolgreich werden wir nur sein, wenn wir als Team funktionieren. Gemeinsam und mit voller Leidenschaft. Mit einer klaren Strategie, einem klaren Plan. Zudem ist Kontinuität auf den Schlüsselpositionen im Sport und im Verein unbestritten ein grundsätzliches Erfolgsmerkmal. Die Führungsteams im Sport, im Vorstand und darüber hinaus sind bei uns aktuell sehr gut aufgestellt. Diese Teams können sich kritisieren, sie arbeiten jeden Tag intensiv, leidenschaftlich und vertrauensvoll zusammen. Und das braucht Schalke!

Wir sind eine Gemeinschaft von 220.000 Mitgliedern. In so einem großen Verein gehören Diskussionen – ja, auch kontrovers – dazu. Wichtig ist, dass wir andere Meinungen akzeptieren – auf Schalke, aber auch darüber hinaus. Als Gesellschaft verlieren wir leider immer mehr die Fähigkeit, Widerspruch zu ertragen. Ganz persönlich nehme ich wahr, dass wir den Weg des vernünftigen und respektvollen Miteinanders zu häufig verlassen. Auf Schalke sollten wir das anders leben. Um unsere Ziele zu erreichen, brauchen wir, spätestens ab morgen, Ruhe im Verein, Kontinuität, Geschlossenheit und gemeinsames Agieren zum Wohle des Vereins. Deshalb lasst uns weitergehen – Schritt für Schritt. Wir bleiben auf unserem Weg.

Erfolg wächst aus starker Gemeinschaft.

Mit einer Mitgliedschaft in der Auf Schalke eG gestalten Schalkerinnen und Schalker die Zukunft ihres Vereins aktiv mit – selbstbestimmt, nachhaltig und aus eigener Kraft. Gemeinsam schaffen wir die Grundlage für sportlichen Erfolg, starke Nachwuchsarbeit und ein stabiles Fundament für kommende Generationen.

Jetzt über die Auf Schalke eG informieren und Teil des Aufbruchs werden: aufschalkeeg.schalke04.de

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