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·19. April 2026
Frankfurt taumelt: Warum Riera schon gescheitert ist

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·19. April 2026

Eintracht Frankfurt erhoffte sich vom Trainerwechsel von Dino Toppmöller zu Albert Riera viel. Der Spanier sollte neuen Schwung in das Spiel der Hessen bringen und dafür sorgen, dass sich das Team, das vorher eklatant viele Gegentreffer kassierte, stabilisiert.
Nun ist Riera schon eine gewisse Zeit im Amt und viel verbessert hat sich ehrlicherweise nicht. Die Eintracht hat zwar gerade zu Beginn der Amtszeit leichte Verbesserungen im Defensivbereich gezeigt, stand kompakter und verteidigte auch aufmerksamer, aber darunter litt dann wiederum die Offensive. Großes Spektakel oder mitreißenden Fußball gab es nicht zu sehen.
Und das ist bis heute der Fall. Beim 1:3 am Samstag gegen RB Leipzig waren die Hessen auch nur in wenigen Phasen des Spiels wirklich am Drücker. Am Ende ging die Niederlage in Ordnung, obwohl RB nicht einmal ein wirklich besonderes Spiel absolvierte. Die neu zusammengewürfelte Defensive der Roten Bullen wurde so gar nicht auf die Probe gestellt.
Seit zehn Spielen ist Riera nun im Amt. Dabei haben die Hessen zwar nur zwölf Gegentore kassiert und zwischenzeitlich sogar sehr stabil gegen den Ball agiert, aber nach und nach schlichen sich zuletzt wieder verhängnisvolle Fehler ein. Gegen Leipzig war man mitunter zu passiv, spielte unsauber aus der Abwehr heraus, öffnete gerade die Räume, die die Roten Bullen haben wollten. Und Riera? Der passte recht wenig an, das Ingame-Coaching verlief im Sande. 1,5 Punkte im Schnitt pro Spiel holten die Hessen unter seiner Leitung. Macht 15 Punkte aus zehn Ligaspielen. In den 20 Spielen zuvor waren es 27 Punkte. Der Schnitt ging also nur minimal nach oben.

Foto: IMAGO
Nun kann man natürlich verargumentieren, dass ein Trainer Zeit benötigt. Vor allem dann, wenn es nicht unbedingt „seine“ Mannschaft ist, die er trainiert. Ein Transfersommer, um seine Vorstellungen umzusetzen, ist notwendig. Das mag in Teilen stimmen, aber zur Wahrheit gehört auch, dass man trotzdem spielerische Fortschritte herbeiführen kann. Selbst dann, wenn der Kader noch nicht perfekt auf die Stilistik des Trainers abgestimmt ist.
Was Riera aber zum „Verhängnis“ werden kann, wenn es um seine Zukunft geht, ist die Mischung aus diesen sportlichen Leistungen, die mit nur einem Sieg aus den letzten vier Spielen vom Trend her schwächer werden, und seiner Außendarstellung. Der Spanier eckt an, das aber nicht unbedingt im positiven Sinne. Seine Interviews und Pressekonferenzen werfen Fragen auf und sollen vor allem intern auch nicht gut ankommen. Dass er Can Uzun quasi vor den Bus wirft und dafür sorgt, dass der hochveranlagte Spieler jetzt Wechselgedanken hat, wird der Eintracht gar nicht gut in den Kram passen.
Auch die Antwort auf die Niederlage in Mainz warf Fragen auf. Laut Riera wäre ein Sieg, man müsse nur auf die Statistik der Hessen in Mainz schauen, ein Wunder gewesen. Ist das der Anspruch? Ist das die Art und Weise, wie man in Frankfurt denken will? Nun ist klar, dass die SGE nicht jedes Jahr in der Champions League spielen kann, aber in den letzten Wochen hat man die Chance auf Platz sechs weggeworfen und spielt momentan einen Fußball, der egaler kaum sein könnte.
Fasst man alle Umstände zusammen, dann ist eine Trennung von Riera im Sommer eigentlich die logische Konsequenz. Das Verhältnis zwischen Mannschaft und Trainer ist schon jetzt angeknackst. Eine fußballerische Entwicklung nur in minimalen Ausmaßen sichtbar. Und für die Medien ist der Coach ein gefundenes Fressen, gerade, wenn er weiterhin solche Interviews gibt. Das Projekt Riera, es ist im Prinzip schon jetzt gescheitert.
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