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·5. Februar 2026

Freiburg-Kapitänin Lisa Karl: "Benötigen einen perfekten Tag"

Artikelbild: Freiburg-Kapitänin Lisa Karl: "Benötigen einen perfekten Tag"

Auf den SC Freiburg wartet zum Auftakt des 17. Spieltages in der Google Pixel Frauen-Bundesliga ein Höhepunkt. Am Freitag (ab 18.30 Uhr, live bei MagentaSport und DAZN) gastiert Tabellenführer FC Bayern München im Dreisamstadion. Im DFB.de-Interview spricht Freiburgs Kapitänin und "Dauerbrennerin" Lisa Karl (29) mit Mitarbeiter Ralf Debat über das Duell und das spannende Rennen um Platz drei.

DFB.de: Mit dem 2:0 beim Hamburger SV gelang der erste Sieg nach der Winterpause. Wie wichtig war dieser Dreier, auch mit Blick auf das anstehende Heimspiel gegen den FC Bayern München, Frau Karl?


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Lisa Karl: Nach unserer unnötigen Niederlage in Köln war es sehr wichtig, die drei Punkte zu holen. Es war auch ein verdienter Sieg, obwohl wir nach der Roten Karte gegen den HSV zunächst ein wenig hektisch geworden sind. Grundsätzlich gibt uns dieser Erfolg ein gutes Gefühl für das Heimspiel gegen den FC Bayern.

DFB.de: Trainer Edmond Kapllani hat gleich nach dem Abpfiff in Hamburg vom Duell mit dem Spitzenreiter gesprochen. Zeigt das auch den Stellenwert der Partie?

Karl: Selbstverständlich ist es ein besonderes Spiel für uns alle. Es werden viele Fans erwartet, wir sind bislang in dieser Saison im Dreisamstadion auch sehr erfolgreich. Außerdem haben wir in der Vergangenheit schon einige Male gezeigt, dass wir die Bayern durchaus Paroli bieten können. Daran wollen wir möglichst anknüpfen.

DFB.de: Das Hinspiel in München endete allerdings 0:4. Welche Erinnerungen haben Sie daran?

Karl: Es war von der ersten Minute an kein gutes Spiel von uns, wir hatten von Beginn an keinen Zugriff. Aus solchen Spielen kann man viel lernen.

DFB.de: Der FC Bayern dominiert die Liga, ist mittlerweile seit 31 Partien ungeschlagen und steuert auf den vierten Titel in Serie zu. Der Sport-Club gehört allerdings zu den gerade einmal drei Teams, die in dieser Phase gegen den Ligaprimus punkten konnten. Im November 2024 gab es in Freiburg ein 2:2. Ist eine Wiederholung möglich?

Karl: Wir wissen natürlich, dass der FC Bayern über eine enorme Qualität verfügt und in dieser Saison einen Lauf hat. Daher wird es schwierig zu punkten. Unmöglich ist es aber ganz sicher nicht.

DFB.de: Worauf kommt es an, um den Münchnerinnen zumindest Probleme zu bereiten?

Karl: Dafür benötigen wir einen perfekten Tag. Dafür müssen wir vor allem als Team zusammenstehen, dürfen so wenig Fehler wie möglich machen und müssen selbst in der Offensive sehr effektiv sein. Dann ist etwas möglich.

DFB.de: Der SC Freiburg mischt im spannenden Kampf um den dritten Tabellenplatz mit. Ist in dieser Saison die historische Qualifikation für einen internationalen Wettbewerb möglich?

Karl: Hinter den ersten beiden Tabellenplätzen geht es sehr eng zu, zahlreiche Teams haben noch Chancen auf Platz drei. Dass es so spannend ist wie vielleicht noch nie, ist eine coole Sache. Auch für und wäre es natürlich sehr attraktiv, international zu spielen. Wir tun aber gut daran, uns immer nur auf die nächste Aufgabe zu fokussieren. Bisher fehlte uns noch die Konstanz, um uns ganz oben festzusetzen. Daran arbeiten wird.

DFB.de: Was sind aus Ihrer Sicht die wichtigsten Gründe für die positive Entwicklung?

Karl: Wir kommen sehr über das gesamte Team. Wir haben zwar nicht die herausragende Torjägerin, verteilen dafür die Treffer aber auf viele Schultern. Dadurch sind wir auch immer in der Lage, noch Power und Qualität von der Bank zu bringen.

DFB.de: In welchen Bereichen kann sich das Team noch steigern?

Karl: Wir hatten während der Hinrunde defensiv einige Probleme, haben zu leichte Gegentore kassiert. Da haben wir in einigen Spielen nicht kompakt genug. In dieser Hinsicht war die Partie beim HSV schon ein guter Schritt in die richtige Richtung. Vor dem gegnerischen Tor können wir noch effektiver werden.

DFB.de: Wann wäre für Sie die aktuelle Saison ein Erfolg?

Karl: Wenn wir unsere Leistungen aus der Hinrunde bestätigen, vielleicht sogar noch den einen oder anderen Punkt mehr holen und als Team weiterentwickeln, dann können wir zufrieden sein. Sollte uns das gelingen, dann werden wir uns auch in dem Bereich der Tabelle dauerhaft behaupten, in dem wir derzeit zu finden sind. Das wäre definitiv ein Erfolg.

DFB.de: Seit April 2022 haben Sie kein Ligaspiel mehr verpasst, seit dem 1. Spieltag der zurückliegenden Saison nicht einmal mehr eine Minute. Wie lautet Ihr Erfolgsgeheimnis?

Karl: Ich achte schon sehr auf meinen Körper und weiß, was mir gut tut. Ein spezielles Geheimnis gibt es aber nicht. Ich bin einfach froh und sehr glücklich darüber, wie es aktuell läuft. Es gab schließlich auch mal andere Phase, etwa mit zwei Kreuzbandrissen zu Beginn meiner Karriere in der Bundesliga.

DFB.de: Wie wichtig ist es Ihnen, immer 90 Minuten auf dem Platz zu stehen?

Karl: Ich spiele schon gerne durch, keine Frage. Das fühlt sich einfach gut an. Aktuell haben wir in unserem Kader aber auch nicht allzu viele Optionen auf den Außenverteidiger-Positionen. Dadurch kommt der Trainer erst gar nicht ins Grübeln. (lacht)

DFB.de: Sie sind bereits seit 2012 für den Sport-Club am Ball. Wie würden Sie Ihre Verbindung zum Verein beschreiben

Karl: Es ist eine enorm enge Beziehung entstanden, der Wohlfühlfaktor ist in Freiburg für mich sehr hoch. Ich kenne hier mittlerweile alles und jeden in- und auswendig. Beide Seiten wissen, woran sie sind.

DFB.de: Kürzlich wurden Sie für Ihr 200. Pflichtspiel geehrt. Was bedeutet Ihnen diese Ziel?

Karl: Ich hatte es bis zu der Ehrung gar nicht auf dem Schirm, dass es schon so viele Partien sind. Es ist definitiv eine Marke, auf die man durchaus stolz sein kann.

DFB.de: Im Laufe der kommenden Saison können Sie Hasret Kayikci als Bundesliga-Rekordspielerin des SC Freiburg ablösen. Ist das ein persönliches Ziel?

Karl: Ich weiß, dass es eines Tages passieren könnte. Schließlich habe ich vor, sogar noch einige Jahre Fußball zu spielen, wenn es meine Gesundheit zulässt. Sollte es klappen, würde ich mich darüber sehr freuen.

DFB.de: Können Sie sich überhaupt noch vorstellen, für einen anderen Verein zu spielen?

Karl: Wie ich schon gesagt habe, fühle ich mich beim SC Freiburg ausgesprochen wohl. Aktuell wüsste ich keinen Grund, warum ich mich mit einem Wechsel beschäftigen oder an etwas anderes denken sollte.

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