liga3-online.de
·12. März 2026
Fünf Gründe für die Siegesserie des TSV 1860 München

In partnership with
Yahoo sportsliga3-online.de
·12. März 2026

Mit fünf Siegen in Folge hat sich der TSV 1860 München in den letzten Wochen auf beeindruckende Weise im Aufstiegskampf zurückgemeldet. Lagen die Münchner Löwen Anfang Februar noch neun Punkte hinter dem Relegationsplatz, beträgt der Rückstand inzwischen nur noch drei Zähler. Doch was sind eigentlich die Erfolgsfaktoren für diesen Lauf? liga3-online.de nennt fünf Gründe für die fünf Siege.
Während andere Erfolgsserien in der 3. Liga auf beeindruckender Offensivwucht basieren, ist bei den Münchner Löwen vor allem die Defensive der Schlüssel zum Erfolg. In der Rückrunde mussten die Sechzger erst acht Gegentore hinnehmen – in neun Spielen. Dieser Wert wird nur von Tabellenführer VfL Osnabrück unterboten.
In den letzten fünf Spielen kassierte 1860 sogar nur zwei Gegentore. Ohne Frage: Die Dreierkette um Abwehrchef Max Reinthaler, den wiedererstarkten Österreicher Raphael Schifferl und den belgischen Linksfuß Siemen Voet bildet derzeit gemeinsam mit Keeper Thomas Dähne das Prunkstück der Münchner.
Bemerkenswert an dieser defensiven Stabilität ist, dass 1860 mit Kapitän Jesper Verlaat und Top-Talent Sean Dulic seit Monaten zwei absolute Abwehrsäulen verletzt fehlen. Doch auch in Abwesenheit dieser beiden Stammspieler hat sich die Defensive zu einer Festung entwickelt – wohl dem, der Schifferl und Reinthaler in der Hinterhand hat.
Und auch in der Offensive macht sich der breite Kader bezahlt: So kommen Patrick Hobsch und David Philipp bereits auf fünf beziehungsweise vier Scorerpunkte als Joker. Mit Justin Steinkötter hat sich in den letzten Wochen ein weiterer Angreifer zu einer guten Alternative gemausert. Maximilian Wolfram wusste bei seinem Startelfcomeback gegen Aue direkt mit einem Tor zu gefallen. Zudem ist Morris Schröter nach langer Verletzungspause wieder spielfit und erhöht damit die Optionen von Markus Kauczinski zusätzlich.
Und wenn der Bestandskader doch mal an seine Grenzen stößt, können sich die Löwen derzeit auf ihre gute Jugendarbeit verlassen. Als gegen Viktoria Köln neben Verlaat und Dulic auch Schifferl ausfiel, warf Kauczinski den 19-Jährigen Lasse Faßmann ins kalte Wasser. Der junge Innenverteidiger fügte sich ebenso nahtlos ein wie Damjan Dordan unter der Woche gegen Aue oder Clemens Lippmann in den Vorwochen.
Mit Samuel Althaus, Loris Husic und Noah Klose feierten unter Kauczinski noch drei weitere Eigengewächse ihr Profidebüt – und deuteten ihr Potential an. Den Sechzgern gelingt es derzeit so gut wie schon lange nicht mehr, sich die traditionell gute Jugendarbeit zu Nutzen zu machen. Dordan winkt am kommenden Spieltag gegen Wehen Wiesbaden der nächste Startelfeinsatz, da Kapitän Thore Jacobsen gelb-gesperrt fehlen wird.
Hinten sind derzeit die Schotten dicht – und vorne? In der Offensive profitiert die Kauczinski-Truppe aktuell von einer beeindruckenden Kaltschnäuzigkeit. Kaum einem Team der Liga gelingt es derzeit so effizient wie den Münchnern, aus wenig Chancen viele Tore zu erzielen. Gegen Viktoria Köln profitierten der TSV Ende der ersten Halbzeit von einem Fehlpass von Köln-Keeper Arne Schulz, den Kevin Volland eiskalt bestrafte. In der Folge verteidigten die Münchner höchst abgezockt – und gewährten der Viktoria keine einzige Torchance mehr.
Ein ähnliches Muster zeigte sich auch in den vorangegangenen Spielen gegen Aue, Hoffenheim II und Rostock, als die Löwen stets zur Stelle waren, wenn ihnen etwas angeboten wurde. Möglich macht diese abgezockte Spielweise die große individuelle Klasse in der Offensive. Allen voran befindet sich Altmeister Kevin Volland mittlerweile in Top-Form. Der 33-Jährige agiert mittlerweile aus dem Mittelfeldzentrum heraus und nutzt seine technische Raffinesse, um die Angreifer mit feinen Pässen in Szene zu setzten. Hauptabnehmer ist derzeit Sigurd Haugen. Der Norweger kommt mittlerweile auf elf Saisontore – vier davon erzielte er im Februar.
Der Vater des Erfolges der Münchner Löwen ist zweifelsohne Trainer Markus Kauczinski. Seit seinem Amtsantritt Mitte Oktober fuhren die Löwen in 18 Partien 36 Punkte ein – das macht einen hervorragenden Schnitt von 2,0 Punkten pro Spiel. Kauczinski ist es im Eiltempo gelungen, die Defensive zu stabilisieren und der gesamten Mannschaft eine beeindruckende Mentalität einzuimpfen. Zudem weiß der 56-Jährige mit einer gelassenen Ausstrahlung zu überzeugen, die dem nervösen Umfeld des Traditionsvereins guttut.
Und auch die gnadenlose Abgezocktheit kann als Handschrift Kauczinskis gewertet werden, der mit einer ähnlichen Spielweise schon bei anderen Drittligisten erfolgreich war. Sollte Kauczinski nach seinen Aufstiegen mit Karlsruhe und Wehen Wiesbaden nun tatsächlich auch mit 1860 München den großen Wurf schaffen, wäre er der erste Trainer der 3. Liga, dem mit drei Vereinen der Aufstieg in die 2. Bundesliga gelingt.









































