90PLUS
·25. September 2026
Für Havertz ist es nur eine Zerrung – und trotzdem der falsche Moment

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·25. September 2026

Herzogenaurach. Die 30. Minute in Amsterdam hatte zwei Opfer. Quinten Timber traf Kai Havertz mit offener Sohle am rechten Oberschenkel, der Arsenal-Stürmer blieb kurz liegen und musste kurz darauf raus. Am Freitagvormittag gab der DFB die Diagnose bekannt: Muskelzerrung. Havertz fällt für den Rest der Länderspielpause aus, reist vom Lehrgang ab und kehrt nach London zurück.
Im Vergleich zu Jamal Musiala, der sich beim Aufwärmen einen Muskelfaserriss zugezogen hat, ist das die deutlich bessere Nachricht. 90min überschrieb den Vorgang entsprechend: „Schock für Musiala – Aufatmen bei Havertz.“ Eine Zerrung heilt in der Regel binnen weniger Tage bis zwei Wochen aus.
Der Bundestrainer hatte die Lage nach dem 1:1 bereits zutreffend eingeschätzt: „Bei beiden ist es muskulär. Es sind beide im MRT. Ich hoffe, dass es nichts Schlimmes ist und die Jungs relativ zügig wieder einsatzfähig sind. Für das Spiel am Sonntag sind sie wahrscheinlich raus.“ Er behielt in beiden Fällen recht – bei Havertz sogar mit der optimistischeren Prognose.
Als Ersatz hat Klopp zwei Offensivspieler aus dem zweiten Aufgebot vorgezogen: Florian Wirtz vom FC Liverpool und Jonathan Burkardt von Eintracht Frankfurt. Beide waren ursprünglich erst für die Spiele gegen Serbien am 1. Oktober und in Griechenland am 4. Oktober eingeplant. Damit geht Klopp sein zweites Länderspiel erneut mit 24 Akteuren an.
Die Einordnung ergibt sich aus seiner Vorgeschichte. Havertz, inzwischen 63-facher Nationalspieler, hat in den vergangenen beiden Jahren eine Verletzungsserie hinter sich gebracht, die ihn fast eine ganze Saison kostete. Im Februar 2025 zog er sich im Trainingslager in Dubai einen Muskelriss im Oberschenkel zu – beim Versuch, eine Standardsituation zu blocken, überstreckte er das Bein. Arteta nannte es damals „eine vollkommen unerwartete Weise“.
Es folgten eine Operation, ein monatelanges Rehabilitationsprogramm und ein Comeback erst gegen Saisonende. Im April 2026 musste er in der 32. Minute mit Leistenproblemen erneut vom Platz. Arteta sagte damals einen Satz, der die Dimension beschreibt: „Er hat uns sehr gefehlt. Wir sprechen hier von einem unserer wichtigsten Offensivspieler, der seit sieben oder acht Monaten ausfällt.“
Ein Spieler mit dieser Historie zieht sich keine Zerrung zu, ohne dass jemand kurz die Luft anhält. Dass es diesmal dabei bleibt, ist die eigentliche Nachricht.
Für die Gunners kommt der Ausfall in eine Phase, in der sie ihn brauchen. Arsenal hat am vergangenen Samstag mit dem 0:3 bei Brighton die erste Saisonniederlage kassiert und die Tabellenführung an Manchester City abgegeben – drei Punkte Rückstand nach fünf Spieltagen. Havertz hatte zuvor in Amsterdam als einziger echter Mittelstürmer in Klopps Startelf begonnen.
Wann genau er wieder spielt, ist offen. Weder Arsenal noch der DFB haben eine Ausfallzeit genannt. Bei einer Zerrung spricht die Erfahrung dafür, dass er die Länderspielpause nutzt und zum Restart der Premier League wieder eine Option ist.
Am Sonntag um 20.45 Uhr spielt Deutschland in Augsburg gegen Griechenland – ohne Havertz, ohne Musiala, dafür mit Wirtz und Burkardt. Und mit Younes Ebnoutalib, der in Amsterdam für Havertz gekommen war und seinen ersten Torschuss im Nationaltrikot abgab.







































