DFB
·29. September 2026
"Fußabdruck hinterlassen": Baur und Co. vor DFB-Debüt

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·29. September 2026

Wenn Mika Baur wissen möchte, wie sich das so anfühlt, wenn man für Deutschland spielt, dann muss er nur seinen Vater fragen. 228-mal hat Markus Baur das schwarz-rot-goldene Trikot getragen und dabei 712 Tore erzielt, ist Welt- und Europameister geworden. "Das ist ein Brett, darauf kann er sehr stolz sein", sagte Mika Baur am heutigen Dienstag im Rahmen einer Medienrunde. Auch er hat das mal probiert mit dem Handball, sich dann aber in der Kindheit auf den Fußball fokussiert. Mit großem Erfolg, er spielt mittlerweile beim schottischen Traditions- und Kultklub Celtic Glasgow und ist dieser Tage einer der Newcomer im Kreis der deutschen Nationalmannschaft.
Die Erfolge des erfolgreichen Vaters empfindet er dabei weder als Auftrag noch als Bürde. "Im Optimalfall wollen wir natürlich alle Titel gewinnen, aber das hat er jetzt nicht zu mir gesagt", sagte Baur. Am Donnerstag (ab 20.45 Uhr, live im ZDF) in München beim Nations-League-Spiel gegen Serbien wird Vater Baur noch nicht auf der Tribüne sitzen, für das Rückspiel am Sonntag in Griechenland hat die Familie jedoch ihren Besuch angekündigt. "Es hat mit dem schlechten Gewissen zu tun, weil er es auch noch nicht geschafft hat nach Glasgow", sagte Baur lachend.
Unter den von Bundestrainer Jürgen Klopp in zwei Kadern nominierten Neulingen war der 22-Jährige eine der größten Überraschungen. Die Nationalmannschaft, bekannte Baur in Herzogenaurach, "war für mich bis zu dem Anruf sehr weit weg - das fühlt sich immer noch unrealistisch an." Für ihn war im Sommer der Sprung von Bundesligaaufsteiger SC Paderborn zu Celtic Glasgow eine wichtige Etappe. "Aber dass es auch zu so einem Schritt führen kann, damit habe ich nicht gerechnet." Jetzt, da er hier ist, im Kreis der besten Fußballspieler des Landes, will er jede Sekunde bewusst mitnehmen. "Man will seinen Fußabdruck hinterlassen, alles aufsaugen, die Erfahrung machen", so Baur. "Auch Spaß haben, es genießen. Aber natürlich möchten wir alle spielen, Minuten sammeln."
"Meine Stärken liegen auf jeden Fall im Spiel mit Ball, aber ich habe in den letzten anderthalb Jahren auch gelernt, Spaß dabei zu haben, eklige Arbeit zu machen", sagte Baur und versicherte, er werde sein "Herz auf dem Platz lassen". Neben ihm sind im Kader für das Serbien-Spiel auch die Torhüter Noah Atubolu, Finn Dahmen und Jonas Urbig sowie Finn Jeltsch, Said El Mala, Vitaly Janelt, Felix Keidel und Derry Scherhant noch ohne Länderspiel. Aus dem ersten Kader für die Partien gegen die Niederlande und Griechenland debütierten gerade Philipp Treu, Younes Ebnoutalib, Yannik Engelhardt, Bambasé Conté und Hennes Behrens.
Wie Mika Baur spielt auch Vitaly Janelt auf der Insel. "Ich bin sehr happy, dass ich jetzt hier dabei bin mit meinen 28 Jahren", sagte der Spätberufene. "Das ist mit die letzte Chance für mich, bei dem einen oder anderen großen Turnier dabei zu sein." 2028 findet die Europameisterschaft in Großbritannien und Irland statt. Es wäre eine Art Heimturnier für den gebürtigen Hamburger, der seit 2020 für den FC Brentford in der Premier League aufläuft.
Brentford ist ein Stadtteil von London. Und der FC Brentford ist ein Verein ganz nach den Vorstellungen von Janelt. Es gehe dort ruhiger zu, unaufgeregter. In diesem Umfeld konnte er sich prächtig entwickeln über die Jahre. "Ich habe die meisten Spiele gemacht in der Premier League für den Verein", so Janelt. "Ich bin zweiter, dritter Kapitän, ich habe mir da was aufgebaut. In Brentford spielen wir aggressiv gegen den Ball - egal, gegen wen, wir versuchen, unserer Linie treu zu bleiben."
Mit der deutschen U 21-Nationalmannschaft wurde Janelt 2021 Europameister. Fünf Jahre später möchte er seine Stärken auch in der A-Nationalmannschaft einbringen. "Ich bin ein Teamspieler, ich mache die Drecksarbeit für die Jungs vor mir", sagte Janelt. Außerdem sei er "ein gutes Bindeglied zwischen den Älteren und den Jüngeren. Ich glaube, dass da meine Stärken sind. Dass ich auch relativ präsent bin und meine Meinung sage. Ich versuche, viel zu kommunizieren auf dem Spielfeld. Ich glaube, das kann der Mannschaft sehr helfen."
Finn Jeltsch hat dieser Tage in Herzogenaurach ein Heimspiel, der Mittelfranke begann seine Profikarriere nebenan beim 1. FC Nürnberg, sein Trainer damals: Weltmeister Miroslav Klose. "Ich habe sehr viel mitgenommen von ihm", so Jeltsch. "Wenn man jeden Tag mit so einer Persönlichkeit und so einem Fußballer trainiert, ist das eine Ehre. Ich habe viel auch mit ihm individuell trainiert. Das hat mir sehr geholfen, ich bin ihm sehr dankbar."
Mittlerweile ist der Verteidiger weitergezogen zum VfB Stuttgart. Und nun erstmals dabei im Kreis der A-Nationalmannschaft. "Ich will mich natürlich zeigen, meine Stärken reinbringen, um dem Team zu helfen, das Trainerteam von meinen Qualitäten überzeugen und gut in die Mannschaft reinkommen", sagte Jeltsch. "Ich bin ein aggressiver Verteidiger. Mutig, auch offensiv denkend, aggressiv nach vorne verteidigend."
Finn Jeltsch war Teil der deutschen U 17-Nationalmannschaft, die 2023 das Kunststück fertigbrachte, innerhalb weniger Monate Welt- und Europameister zu werden. Keine drei Jahre später möchte er sein erstes Länderspiel für die A-Nationalmannschaft folgen lassen.







































