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Rund um den Brustring

·8. März 2026

Fußball ist ein Fehlerspiel

Artikelbild:Fußball ist ein Fehlerspiel

…und der VfB mach­te in Mainz erneut einen zu viel, um im Kampf um die Cham­pi­ons-League-Teil­nah­me sei­nen Vor­sprung zu hal­ten.

Aber viel­leicht bestand der Feh­ler nicht expli­zit in Alex­an­der Nübels Spiel­auf­bau ins eige­ne Tor aus, son­dern viel­mehr in der Annah­me der Mann­schaft im Brust­ring, man kön­ne es nach dem domi­nan­ten 4:0‑Heimsieg gegen Wolfs­burg etwas ruhi­ger ange­hen las­sen und wer­de sich schon allein wegen der eige­nen Qua­li­tät beim Abstiegs­kan­di­da­ten aus Rhein­hes­sen durch­set­zen. Wie schon in Hei­den­heim, wie schon bei St. Pau­li ließ sich die Mann­schaft von der Inten­si­tät des ums sport­li­che Über­le­ben kämp­fen­den Geg­ners gera­de­zu düpie­ren und hat­te es letzt­lich der Qua­li­tät ihrer Ein­zel­spie­ler zu ver­dan­ken, dass man in die­sen drei Spie­len “nur” sie­ben und nicht neun Punk­te lie­gen­ließ. Auch den Punkt­ge­winn in Mainz muss man ange­sichts von weni­ger als einem erwar­te­ten Tor als glück­lich bezeich­nen, vor allem wenn man mit ein­be­rech­net, dass die Haus­her­ren einen wei­te­ren haar­sträu­ben­den Abwehr­pat­zer nicht aus­nutz­ten, son­dern erst einen VfB-Spie­ler und dann den Pfos­ten anschos­sen.


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So rich­tig erklä­ren lässt sich die­se (Nach-)Lässigkeit bei Gast­spie­len im Tabel­len­kel­ler in den letz­ten Wochen nicht erklä­ren. Sicher: Mainz ist wesent­lich sta­bi­ler unter­wegs als Wolfs­burg. Den­noch: Ohne die Gedan­ken­lo­sig­keit gera­de in der ers­ten Hälf­te hät­te Deniz Undav und Erme­din Demi­ro­vic ihre Tore wahr­schein­lich trotz­dem gemacht und damit das Spiel für den VfB ent­schie­den. Denn die Tore fie­len ja, obwohl der VfB den Main­zern — wie auch schon den Hei­den­hei­mern und den St. Pau­lia­nern — das per­fek­te Geschenk mach­te: Ein Tor vor eige­nem Publi­kum, dass sie fort­an nur noch ver­tei­di­gen muss­ten. Dass ihnen das am Ende nicht gelang, liegt neben der Qua­li­tät unse­rer Stür­mer natür­lich auch dar­an, dass zwar Urs Fischer an der Sei­ten­li­nie stand, die Null­fün­fer aber in die­ser Ver­fas­sung — und mit die­sen Aus­fäl­len — nicht das Uni­on Ber­lin aus Fischers Ver­gan­gen­heit war. Wäh­rend Uni­on uns unter ihm jah­re­lang mit nerv­tö­tend knap­pen Sie­gen mal­trä­tier­te, reich­te uns in Mainz eine knap­pe unacht­sa­me Minu­te der Heim­mann­schaft — und das Spie­le hät­te den­noch für uns lau­fen kön­nen.

Das Polster schwindet

Es war aber ein sehr dre­cki­ger Sieg, den Dan­ny da Cos­ta mit sei­nem Kopf­ball in der Nach­spiel­zeit ver­hin­der­te. Dass der VfB erneut einen hohen Ball am eige­nen Fün­fer nicht ver­tei­di­gen kann, obwohl die Main­zer sowohl bei Flan­ken als auch bei gewon­ne­nen Kopf­ball­du­el­len die Liga anfüh­ren, zeugt auch nicht gera­de von der rich­ti­gen Her­an­ge­hens­wei­se an die­ses Spiel. Es ist zu hof­fen, dass die Ein­stel­lungs­pro­ble­me, die die Mann­schaft in der ers­ten Halb­zeit offen­bar­te, intern deut­li­cher ange­spro­chen wer­den, als vor den Mikro­fo­nen, wo von einem “gerech­ten Ergeb­nis”, einem “wil­den Spiel” und einem “bit­te­ren Aus­gleich” die Rede war. Natür­lich ist das alles immer noch Kla­gen auf einem hohen Niveau, wenn wir auch nach dem 25. Spiel­tag noch auf Platz 4 ste­hen. Wir gehen jetzt aller­dings in die letz­ten neun Sai­son­spie­le mit einem erheb­lich klei­ne­ren Pols­ter als mög­lich.

Denn jetzt kommt zunächst der direk­te und punkt­glei­che Kon­kur­rent aus Leip­zig nach Bad Cannstatt, nach der Län­der­spiel­pau­se war­ten noch Spie­le gegen Dort­mund und in Mün­chen, gegen Lever­ku­sen und in Frank­furt. Auf die immer­hin, auf Platz 7 ste­hend, beträgt der Vor­sprung wei­ter­hin zwölf Punk­te und damit steigt auch von Woche zu Woche die Wahr­schein­lich­keit, dass die Rei­se durch Euro­pa im Herbst die­ses Jah­res wei­ter­geht. Von mir aus auch ger­ne in der Euro­pa League, wo die Geg­ner aus mei­ner Sicht nicht nur sport­lich, son­dern auch was Aus­wärts­fahr­ten angeht, attrak­ti­ver sind. Zur Not auch in der Con­fe­rence League, wo man dann noch mehr als in die­ser Sai­son die Chan­ce hät­te, weit zu kom­men. Gleich­zei­tig muss uns aber klar sein, dass die Königs­klas­se nicht nur finan­zi­ell, son­dern auch per­so­nell einen Unter­schied machen wird für die kom­men­de Sai­son. Immer­hin: Die­je­ni­gen, die dort nächs­te Sai­son auf­lau­fen wol­len, haben es sel­ber in der Hand, den VfB dort­hin zu brin­gen.

Zum Wei­ter­le­sen: Der Ver­ti­kal­pass fin­det: “Dem tief ste­hen­den Geg­ner mit einer gewis­sen Über­heb­lich­keit, viel nutz­lo­sem Ball­be­sitz, einer hoch ste­hen­den Abwehr und ver­hee­ren­den indi­vi­du­el­len Feh­lern zu begeg­nen, ist kei­ne gute Idee.”

Titel­bild: © Neil Baynes/Getty Images

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