Fußball WM heute: Wer ist Abbosbek Fayzullayev, der erste WM-Torschütze Usbekistans? | OneFootball

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·18. Juni 2026

Fußball WM heute: Wer ist Abbosbek Fayzullayev, der erste WM-Torschütze Usbekistans?

Artikelbild:Fußball WM heute: Wer ist Abbosbek Fayzullayev, der erste WM-Torschütze Usbekistans?

In der 60. Minute steigt im Aztekenstadion von Mexiko-Stadt ein nur 1,70 Meter großer Mittelfeldspieler zwischen zwei kolumbianischen Innenverteidigern hoch und nickt den Ball ins Tor. Mit diesem Treffer schreibt Abbosbek Fayzullayev Geschichte. Es ist das erste Tor Usbekistans bei einer Weltmeisterschaft überhaupt. Dass die Partie gegen Kolumbien am Ende mit 1:2 verloren geht, schmälert den Moment für die Weißen Wölfe nicht.

Abbosbek Fayzullayev (Nummer 22) bejubelt im Aztekenstadion von Mexiko-Stadt das erste WM-Tor Usbekistans, erzielt im Gruppe-K-Spiel gegen Kolumbien am 17. Juni 2026. (Foto: Carl Recine / Getty Images)


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Der 22-Jährige hatte die Szene schneller gelesen als alle anderen. Nach einem usbekischen Konter über den eingewechselten Dostonbek Khamdamov segelte eine harte Flanke in den Strafraum, Kapitän Eldor Shomurodov zog direkt ab, und Torhüter Camilo Vargas konnte den tückischen Aufsetzer nur mit dem Oberschenkel abwehren. Der Ball stieg steil in die Luft und fiel zentral vor dem Tor herab. Während die großen Kolumbianer dem Flugkurs hinterhersahen, hatte sich Fayzullayev längst freigelaufen und vollendete unbedrängt zum 1:1.

Der Jubel währte nur fünf Minuten. In der 65. Minute stellte Kolumbiens Luis Díaz mit einem satten Rechtsschuss aus der Strafraummitte auf 1:2, in der 76. Minute verließ Fayzullayev erschöpft den Platz. Geblieben ist ein Tor, das in Usbekistan als Befreiungsschlag gefeiert wird. Zum Auftakt der Gruppe K, im Duell zwischen WM-Neuling und Geheimfavorit, hatte kaum jemand den Außenseiter auf der Rechnung.

Vom Straßenfußball in Sirdaryo auf die große Bühne

Geboren am 3. Oktober 2003 in der usbekischen Provinz Sirdaryo, wuchs Fayzullayev in einfachen Verhältnissen auf. Der Vater betrieb eine kleine Apotheke im eigenen Haus, gespielt wurde auf staubigen Straßen und Ascheplätzen, oft barfuß. Die enge Ballführung und das Gespür für den freien Raum, die ihn heute auszeichnen, stammen aus diesen Partien. Mit sieben Jahren kam er in eine lokale Jugendmannschaft, später in die Akademie von Pakhtakor Taschkent, der wichtigsten Talentschmiede des usbekischen Fußballs.

Über Moskau nach Istanbul

Bei Pakhtakor reifte er zum Stammspieler und gewann drei Meistertitel in Folge. 2023 wechselte er für eine vergleichsweise geringe Ablöse zu ZSKA Moskau, wo er sich in der körperbetonten russischen Liga durchsetzte und vor allem als Vorbereiter überzeugte. In rund zwei Jahren standen acht Tore und 22 Vorlagen zu Buche, dazu der Gewinn des russischen Pokals 2024/25. Im Sommer 2025 zog er weiter zum türkischen Erstligisten İstanbul Başakşehir, wo er erneut an der Seite von Nationalmannschaftskapitän Shomurodov spielt. Der Transfer verzögerte sich wegen der Finanzsanktionen gegen Russland, erst nach geklärtem Zahlungsverkehr erteilte die FIFA die Freigabe.

Der usbekische Messi und sein eigener Weg

Wegen seiner geringen Körpergröße, des tiefen Schwerpunkts und der Dribbelstärke tragen ihn Fans und Medien als usbekischen Messi. Den Spitznamen nimmt er als Kompliment, betont aber, seinen eigenen Stil prägen zu wollen. Scouts beschreiben ihn als Spielmacher für die Halbräume, der zwischen den Linien gefährlich wird, schnelle Konter antreibt und den letzten Pass spielt. Das Kopfballtor gegen Kolumbien passt ins Bild, denn seine größte Stärke ist die Antizipation, das Erahnen eines gegnerischen Fehlers eine Sekunde, bevor er passiert.

Was nach Mexiko-Stadt kommt

Unter Trainer Fabio Cannavaro, Italiens Weltmeisterkapitän von 2006, hat Usbekistan die Scheu vor großen Namen abgelegt. Schon vor dem Turnier sollen Scouts europäischer Klubs den 22-Jährigen beobachtet haben, sein Marktwert liegt bei rund sieben Millionen Euro. Für die Weißen Wölfe geht es schon am 24. Juni weiter, dann trifft Usbekistan im selben Aztekenstadion auf Portugal. Ein weiteres Tor von Fayzullayev wäre dann keine Premiere mehr, aber vielleicht eines, das Punkte bringt.

Usbekistan – KolumbienK

Do 18.06. · 09:00 Uhr · MagentaTV

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