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·19. Januar 2026

„Fußballgott ist gerade nicht braun-weiß“ – Stimmen & Statistiken zu BVB vs. FCSP

Artikelbild:„Fußballgott ist gerade nicht braun-weiß“ – Stimmen & Statistiken zu BVB vs. FCSP

Zwei Treffer in der Nachspielzeit, starke Standards zum Ausgleich und das bittere Ende für den FC St. Pauli in Dortmund. Die Stimmen und Statistiken zum Spiel.(Titelfoto: Christof Koepsel/Getty Images/via OneFootball)

Was für ein wilder Ritt für den FC St. Pauli am Samstag in Dortmund. Die Gastgeber gingen durch Julian Brandt kurz vor der Halbzeit in Führung und erhöhten früh nach der Pause auf 2:0. St. Pauli reagierte gut und verkürzte durch James Sands per Kopf nach Ecke (62.). Ricky Jade-Jones glich zehn Minuten später mit einem artistischen Volleyschuss nach einem Freistoß von Eric Smith aus. In der Nachspielzeit bekam Dortmund nach VAR-Entscheidung einen Elfmeter zugesprochen, den Emre Can in der 95. Minute verwandelte. Somit musste St. Pauli sich trotz starker Leistung am Ende geschlagen geben.


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Trainerstimmen

Niko Kovač: „Haben es verpasst, weiterhin auf dem Gaspedal zu bleiben“

„Wir haben gewusst, dass St. Pauli sehr schwer zu bespielen ist, das haben wir heute auch gesehen: Sie sind eine Mannschaft, die sehr kompakt verteidigen kann.“ Trotz oder gerade wegen des Sieges für die Dortmunder lobte Niko Kovač besonders die Defensivaktionen des FC St. Pauli: „Die nötigen Räume zu finden, war nicht einfach“, doch er betonte ebenfalls: „Wir haben es uns auch nicht leicht gemacht.“ Dass die BVB-Spieler eine hohe individuelle Qualität besitzen, ist kein Geheimnis. Doch genau das was Dortmund in letzter Zeit immer wieder vorgeworfen wird, war auch gegen den FC St. Pauli zu sehen: Das Spiel des BVB wirkt oft bieder und ideenlos. Besonders das Ausruhen auf der 2:0-Führung kritisierte Kovač mehrfach: „Wir haben es verpasst, weiterhin auf dem Gaspedal zu bleiben.“ Über das entscheidende Elfmetertor sagte Kovač: „Gott sei Dank haben wir das dritte noch geschafft.“ Somit kann die Mannschaft mit einem besseren Gefühl ihr Spiel gegen Tottenham am Dienstag angehen“, wofür wir ihnen natürlich alles Gute wünschen.

Blessin: „Der Fußballgott ist wirklich gerade nicht braun-weiß“

Alexander Blessin war nach Abpfiff total bedient. Die Niederlage sei „sehr bitter, weil wir sehr gut gestartet sind.“ Der FCSP-Chefcoach betonte dabei, dass ihr vorgenommenes Ziel, die Räume, in denen sich Dortmund wohlfühlt, eng zu machen, in vielen Phasen gut gelang. Man habe ein „gutes Gefühl gehabt“, sagte Blessin, bis Brandt in der Nachspielzeit der ersten Hälfte den Treffer zum 0:1 erzielte. Dass Karim Adeyemi sehr schwer zu verteidigen ist, dürfte nicht nur dem Cheftrainer des FC St. Pauli bekannt sein. Dennoch hebt er hervor, dass man „im Zentrum besser verteidigen muss, (…) nicht den Gegner frei durchlaufen lassen“ dürfe. Die Aufholjagd nach dem 0:2 lobte er sehr und bezeichnete besonders den Dreifachwechsel in der 64. Minute als „belebendes Element“. Dass der Elfmeter in der Nachspielzeit sehr unglücklich war, muss ich niemandem erzählen. Auch Blessin nicht: „Einmal wird’s gepfiffen, ein Mal nicht und heute wird man wieder bestraft“, sagte er zur Entscheidung von Schiedsrichter Harm Osmers. „Der Fußballgott ist wirklich gerade nicht braun-weiß“ schob der Trainer hinterher und bezog sich damit auch noch auf das vergangene Wolfsburg-Spiel. Dennoch, so hob Blessin es hervor, habe man „trotzdem wieder viele positive Aspekte gesehen“.

Kernstatistiken

*FotMob

**Laufdistanz von Bundesliga.de

Dortmunds Chancenarmut

Dortmunds Offensivspiel am Wochenende dürfte nicht nur aufgrund von St. Paulis Verteidigungsweise schwierig gewesen sein. Auffallend sind dabei besonders die Torschüsse, denn der BVB schaffte es tatsächlich, nur neunmal abzuschließen, davon nur fünfmal auf das Tor von Keeper Nikolaj Vasilj. Weniger als zehn Abschlüsse – das passierte den Dortmundern in dieser Saison bereits häufiger. In rund der Hälfte der Spiele war das der Fall. Damit dürfte eins klar sein: Das Team von Niko Kovač hat ein deutliches Problem beim Erspielen von Torchancen.Für den FC St. Pauli sind neun zugelassene Abschlüsse ein sehr guter Wert. Nur in vier Spielen in dieser Saison ließ das Team weniger zu, zwei dieser vier Spiele gab es direkt zum Saisonauftakt (gegen den BVB und HSV).

Expected Goals

Sämtliche xG-Werte (sofern nicht anders markiert) stammen von fotmob.

*xGOT: Expected Goals on Target (xGOT) misst die Wahrscheinlichkeit, dass ein gezielter Schuss zu einem Tor führt, basierend auf der Kombination aus der zugrunde liegenden Chancenqualität Expected Goals (xG) und der Endposition des Schusses im Tor. Dabei werden Schüsse, die platzierter sind und in den Ecken landen, besser gewertet als Schüsse, die direkt in die Mitte des Tores gehen.

Seit wann können wir Standards?

Ein vielleicht schon veralteter Mythos, aber so wie ich mich erinnere, sind Standardtore lange nicht mehr St. Paulis Stärke gewesen. Zuletzt erzielte Hauke Wahl gegen Leverkusen einen Treffer nach einer Ecke, doch insgesamt gelang es uns in dieser Saison erst fünfmal aus Standards ein Tor zu erzielen (die zwei gegen Dortmund nicht mit einbezogen). Tatsächlich gab es schon ein Spiel in der Hinrunde, in dem wir durch zwei Standardtore sogar gewinnen konnten: das 2:1 gegen Augsburg. Dabei verwandelte Hountondji einen Elfmeter im Nachschuss und Sinani machte einen Freistoß aus 16 Metern direkt. Mit dem Treffer von James Sands (62.) nach Smiths Ecke und Rickys sensationellem Tor (72.) nach Freistoßflanke von Smith hat St. Pauli seit langem mal wieder in einem Spiel zwei Standardtreffer erzielt. Vielleicht bringt das Schlüsselklingeln ja doch etwas ;).

Spielerstimmen

Tomoya Andō feierte gegen Borussia Dortmund sein Bundesliga-Debüt. Nach seiner Einwechselung in der 64. Minute hat er dem Spiel „sehr viel Ruhe am Ball gegeben“, sagte Blessin. Bei einer Passquote von 86 Prozent und fünf von sechs gewonnenen Zweikämpfen dürfte er damit recht haben. Anders als beim Freundschaftsspiel gegen Bremen spielte Andō statt zentral in der Innenverteidigung gegen Dortmund auf der rechten Seite und ersetzte dort Adam Dźwigała. Andō selbst erklärte dazu, seine Stärke sei es, „flexibel zu spielen“ und für alles bereit zu sein. Cheftrainer Alexander Blessin meinte nach dem Spiel, dass er ein mit Andō gutes Gefühl habe für die nächsten Tage habe und auch für das nächste Aufeinandertreffen mit dem HSV am Freitag: „Dass er das sehr gut gemacht hat, hat dann auch, glaube ich, jeder gesehen.“ Angesprochen auf die nächsten Schritte, wie er sich körperlich fühle und ob er auch von Beginn an spielen könne, zeigte sich Andō selbstbewusst: „Ich muss immer bereit sein, vom Start zu spielen.“ Generell wirkte der 27-jährige also auch nach der Niederlage startklar für die nächste Herausforderung „Wir müssen nach vorne schauen und uns auf das Derby gut vorbereiten“.

Achterbahn der Gefühle für Ricky-Jade Jones

Ein weiterer auffälliger Spieler gegen Dortmund war Ricky-Jade Jones, der ebenfalls in der 64. Minute eingewechselt wurde. Den meisten Zuschauer*innen werden vermutlich besonders zwei Aktionen von ihm im Kopf bleiben: Zum einen sein unglaubliches Tor zum 2:2-Ausgleich (xG: 0,15) und zum anderen das Foul kurz vor Schluss, welches letztlich für den erneuten Führungstreffer für Dortmund sorgte. Auch wenn Blessin sagt: „Wenn man durch so einen Treffer verliert, ist das umso bitterer“, sind Rickys Mitspieler und ebenfalls der Trainer alle derselben Meinung: Fehler passieren. Joel Fujita betonte „it can happen to anyone“, und auch Hauke Wahl zeigte Mitgefühl: „Er hat das nicht verdient.“ Dass Jones „am Boden zerstört war“, wie Hauke erzählte, konnten alle Fans nach Abpfiff auf dem Feld sehen, und dennoch darf man nicht vergessen, dass er trotz dieser unglücklichen Szene ein gutes Spiel mit noch zwei weiteren wirklich guten Chancen hatte. Insgesamt kam Jones in 30 Minuten Spielzeit auf vier Torabschlüsse – kein Spieler auf dem Platz hatte mehr. 

Fokus auf Freitag

Ein abgesagtes Spiel, zwei Niederlagen so dicht hintereinander und nach dem Rückrundenstart auf Platz 18… Könnte es besser sein? Auf jeden Fall. Ist das jetzt der Weltuntergang? Absolut nicht. Schon am Freitag findet das nächste wichtige Spiel statt. Alexander Blessin betonte noch in Dortmund ausdrücklich, wie wichtig es ist, dass jetzt ein Gegner kommt, auf den sich alle fokussieren können. Die Spieler stimmten ihm dabei zu. Nach dem sicherlich schwer zu verkraftenden Spiel in Dortmund erklärte Hauke Wahl nicht ohne Trotz: „Ab Dienstag sieht die Welt anders aus, dann ist der volle Fokus auf dem Freitagsspiel (…) es wird für jeden von uns besonders sein“.

// Nike

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