LIGABlatt
·14. April 2026
Gaziantep-Coach Burak Yılmaz zurückgetreten – Anschuldigungen gegen Schiedsrichterverband

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·14. April 2026

Gaziantep-Trainer Burak Yılmaz ist nach der 1:2-Auswärtsniederlage bei Rizespor in der Süper Lig zurückgetreten. Auf der anschließenden Pressekonferenz machte der einstige türkische Nationalspieler schwere Anschuldigungen gegen das türkischen Schiedsrichtergremium (MHK) und unterstellte diesem nicht nur Vetternwirtschaft, sondern auch kriminelle Absichten und Aktivitäten.
Am Montag war Gaziantep in der Süper Lig auswärts bei Rizespor angetreten und musste eine bittere 1:2-Niederlage hinnehmen. Das Ergebnis selbst ist an und für sich eher unspektakulär, da Gaziantep weiterhin im gesicherten Tabellenmittelfeld verweilt. Dennoch trat der Cheftrainer Burak Yılmaz nach der Partie zurück. Er begründete seine Entscheidung damit, dass er mit den Leistungen das zentrale Schiedsrichtergremium (MHK) nicht einverstanden sei und beschuldigte den Verband direkt, höchstkriminell zu agieren. Wegen seiner Aussage sei sogar vermeintlich sein Leben in Gefahr, so Yılmaz.
Burak Yılmaz‘ Aussage zum türkischen Schiedsrichterverband
"Ist MHK-Vorsitzender Ferhat Gündoğdu hier unantastbar? Was ist alles passiert, was ist alles vorgefallen. Sie lassen Fuat Göktaş dort nach Belieben spielen und auswechseln. In der Halbzeitpause rief mich Fuat Göktaş an. Als wir im Trainingslager in Antalya waren, sagte er: ‚Ein gewisser Burak Yılmaz hat eine Wette abgeschlossen.‘ ‚Was redest du da, Mann?‘, fragte ich. Ich habe die Saison 2011–2012 miterlebt. Diese Wettgeschichte ist ‚mein Kopfschmerz‘, sagte ich und legte auf. Fünfzehn Minuten später rief mich Fuat Göktaş erneut an. Er sagte: ‚Entschuldige, es war der falsche Burak Yılmaz, es war jemand aus Iğdır, ich habe es stornieren lassen.‘ Ich habe ein reines Gewissen und gehe mit erhobenem Kopf. Wie man Wetten abschließt, wo man sie abschließt, was man dabei macht? Ich weiß nichts von solchen Dingen und habe auch keinen Bedarf daran, das sollte allen klar sein."
"Danach habe ich die zuständigen Stellen angerufen. Ich habe den Präsidenten angerufen, und es kam zu einem Aufruhr. Drei Tage später hat mich Burak Pakkan beim Spiel gegen Kocaelispor vom Platz gestellt, obwohl nichts vorgefallen war. Bis zu dem Ausschluss habe ich nichts getan. Aber meine Reaktion nach dem Ausschluss war falsch. Warum wurde ich zu Unrecht vom Platz gestellt? Danach habe ich Fuat Göktaş angerufen und mich falsch ausgedrückt, denn sie haben mich auf die Probe gestellt. Ob ich es vielleicht war? Seitdem haben sie mich bis heute bei jedem Spiel fertiggemacht. Der Verband macht das. ‚Ich habe die Wettenden rausgeworfen‘, sagte er mir. Wenn er das nicht gesagt hat, möge Gott mein Zeuge sein. Aber ich habe in dem Telefonat, das ich nach dem Spiel gegen Kocaelispor geführt habe, gegenüber Fuat Göktaş die falschen Worte gewählt. Das war auch mein Fehler. Aber danach haben sie mir und Gaziantepspor das Nötige angetan. In jedem Spiel haben sie mich fertiggemacht. So ist es. Der Verband geht so vor."
"Der Vorsitzende des Zentralen Schiedsrichterausschusses ist schlecht. Warum tritt er nicht zurück? Was ist das für eine Unantastbarkeit? Wer ist gekommen, wer ist gegangen? Diese Schiedsrichter sind sehr schlecht. Auch Galatasaray hat sich beschwert. Auch Karagümrük ist unzufrieden. Wie soll sich das bessern? Es läuft alles nach dem Prinzip der Vetternwirtschaft, das wird sich nicht bessern. Ich trete heute zurück. Ich habe es satt. Hier herrscht Ungerechtigkeit. Hier herrscht Unverschämtheit. Hier werden Rechte mit Füßen getreten. Das kann nur ich sagen. Denn ich habe ein reines Gewissen. Ich mache keine zwielichtigen Geschäfte, Gott sei Dank. Aber so geht das nicht weiter. Sie haben unsere Nationalmannschaft zur Weltmeisterschaft geführt. Sie haben einen Ehrenplatz. Wohin steuert der türkische Fußball? Er sinkt auf den Grund, alle reden über den Schiedsrichter. Sie werden mich bestrafen, sollen sie tun, was sie wollen. Jemand muss das sagen. Er muss die Wahrheit sagen."
"Jemand könnte mich erschießen!"
Mit diesen Worten stand Burak Yılmaz und verließ den Raum. Dabei ließ er einige sehr verdutzte Funktionäre und Journalisten zurück. Bevor Yılmaz den Raum verließ, drehte er sich noch einmal um und rief den Reportern zu: "Jemand könnte mich erschießen!" Danach ging er. Gerade der letzte Satz, der nicht so wirkte, als würde der frühere Stürmer den sarkastisch meinen, verschärft dessen vorherigen Aussagen noch einmal zusätzlich. Unterm Strich beschuldigt Yılmaz das Schiedsrichtergremium (MHK), Spiele zu manipulieren und die eigene Macht zu missbrauchen. Wer sich dagegen wehrt, der würde bestraft werden. Damit greift der Coach eine seit Jahren herrschende Debatte über das türkische Schiedsrichterwesen auf und gießt noch einmal kräftig Öl ins Feuer.
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