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·13. März 2026

"Gegenpressing ist alternativlos": Kornetka startet - mit Hoffmann?

Artikelbild:"Gegenpressing ist alternativlos": Kornetka startet - mit Hoffmann?

Turbulente Tage bei Eintracht Braunschweig nach der Entlassung von Cheftrainer Heiner Backhaus. Vor der Partie gegen Fortuna Düsseldorf (Samstag, 13 Uhr) saßen Sport-Geschäftsführer Benjamin Kessel und Neu-Coach Lars Kornetka gemeinsam vor der Medienrunde, um die Situation einzuordnen. Sogar die überraschend frühe Rückkehr von Stammtorwart Ron-Thorben Hoffmann scheint möglich.

"Ich finde es respektlos"

Nach der Niederlage gegen Preußen Münster war schon so ziemlich alles klar. Heiner Backhaus musste den BTSV verlassen, selbst ein Sieg gegen Paderborn hätte den Cheftrainer nicht gerettet. Das bestätigte Sport-Geschäftsführer Benjamin Kessel in der ersten gemeinsamen Pressekonferenz mit Nachfolger Lars Kornetka. "Heiner Backhaus hat sich dieser Aufgabe zu 100 Prozent verschrieben und sie zu 100 Prozent gelebt. Trotzdem war es am Ende so, dass die Entwicklung nicht so verlaufen ist, wie wir uns das erhofft haben", erklärkte Kessel zum Einstieg. "Wenn du nicht mehr die Überzeugung hast, es in dieser Konstellation zu schaffen, dann musst du handeln. Und deswegen habe ich gehandelt."


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Möglicherweise wäre es anders gelaufen, wenn die Fehlentscheidungen der Schiedsrichter in den letzten Wochen nicht gegen den BTSV ausgeschlagen hätten. Auch das monierte Kessel mit Verweis auf die Partien gegen Darmstadt (2:2) und Paderborn (1:1), in denen der Eintracht jeweils zwei Punkte durch unglückliche Entscheidungen genommen wurde. "So hätten wir eigentlich schon 30 Punkte auf dem Konto, aber, wie ich eingangs gesagt habe, war die Entwicklung nicht so, wie wir uns das vorgestellt haben. Wir hatten viele Gespräche mit Heiner bezüglich der Lösungsfindung für die letzten neun Spiele und da hat mein Bauchgefühl gesagt, dass ich einen Wechsel vornehmen möchte", führte Kesel weiter aus - und schützte seinen Ex-Coach: "Ich finde es respektlos in diesem Fall von einer Fehlentscheidung zu sprechen, denn es war definitiv keine riesige Fehlentscheidung, dass wir Heiner diese neun Monate als Trainer von Eintracht Braunschweig gegeben haben."

"Haben sicherlich alle Fehler gemacht"

Klar ist, dass der BTSV seinerzeit eine Ablöse an Alemannia Aachen zahlte, um Backhaus aus einem laufenden Vertrag heraus zu holen. Kritik, dass sich die Eintracht dieses Geld hätte sparen können, ließ der Sport-Geschäftsführer abprallen. Der 38-Jährige rechnete nun mit einem freundschaftlichen Ende zwischen Backhaus und dem BTSV - und nahm sich selbst auch in die Pflicht: "Wir haben sicherlich alle Fehler gemacht in dieser Situation, aber wir sind trotzdem überzeugt, dass wir es jetzt in dieser Konstellation schaffen, am Ende der Saison unsere Ziele wieder einmal erreichen zu können." Und zwar mit Lars Kornetka, der parallel zu seinem Posten als BTSV-Cheftrainer noch mit der Nationalmannschaft von Österreich zur Weltmeisterschaft fahren wird.

Das wird wiederum zur unmittelbaren Herausforderung in der anstehenden Länderspielpause. "Lars wird in der ersten Woche komplett da sein und dann natürlich das Spiel am Freitag mit der österreichischen Nationalmannschaft machen", erläuterte Kessel den Plan. "Ich kann auch sagen, dass unsere Jungs nach der Phase mit Düsseldorf und dem Derby, wie jede andere Mannschaft auch, das Wochenende mal freibekommen, um durchzupusten. Und in der Phase wird Lars bei der Nationalmannschaft sein, aber er wird hier keien Trainingseinheit verpassen." Das Vertrauen in den neuen Mann ist groß, denn Kornetka unterschrieb beim BTSV einen liga-unabhängigen Vertrag mit Gültigkeit bis 2028.

"Sehe ehrlich gesagt keine Probleme im Team"

Doch wie will der 48-Jährige bei seiner ersten Station als Profitrainer vorgehen? Angesichts der kurzen Zusammenarbeit und dem anstehenden Spiel wollte Kornetka nicht viel verraten. "Harte, fleißige Arbeit ist das, was wir brauchen. Das ist das, was wir in den letzten zwei Tagen auf dem Platz geschafft haben", erzählte der neue Cheftrainer. "Es geht um Energie, es geht um Dynamik und um Zusammenhalt. Am Ende werden dann hoffentlich auch die Ergebnisse die Menschen davon überzeugen, dass das gut ist, was wir gemacht haben." Der Teamgeist stand für den 48-Jährigen zunächst im Fokus, genauso wie das Rollenverständnis jedes einzelnen Spielers.

"Ich sehe ehrlich gesagt keine Probleme im Team. Natürlich ist der Tabellenstand kritisch, das ist so. Aber es ist auch ganz oft in der Liga so, dass sich das auch schnell wieder ändern kann, wenn man Punkte sammelt", so Kornetka. "Sportlich gibt es das Problem, dass wir zu viele Chancen zugelassen haben in der Vergangenheit. Das müssen wir abstellen, also müssen wir das Spiel besser kontrollieren. (...) Das Thema Gegenpressing ist alternativlos. Also, wenn der Ball verloren geht, dann wird umgeschaltet. Und das macht dann auch jeder." Mit dieser Devise - und möglicherweise sogar wieder mit Ron-Thorben Hoffmann - soll ein erstes Erfolgserlebnis gegen Düsseldorf geschaffen werden. Der Stammkeeper trainierte bereits wieder mit der Mannschaft, die konservative Behandlung seiner Hüftverletzung habe laut Kessel gut gewirkt.

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