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·3. März 2026

Gerüchte – Analyse und Scouting: Wer sind Daniel Banjaqui und Givairo Read?

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Der FC Bayern München soll angeblich an Givairo Read und Daniel Banjaqui interessiert sein. Auf dem Transferboulevard erfährt man jedoch kaum, wer sie sind. Miasanrot schafft Abhilfe.

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Ein Gerücht jagt auf dem Transferboulevard das nächste. Vor allem bei einem großen Klub wie dem FC Bayern München. Eines, das sich bereits länger hält: Der FCB würde gern einen weiteren Rechtsverteidiger verpflichten.


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Laut Sky sind die Münchner schon seit einiger Zeit an Givairo Read von Feyenoord interessiert. Nun soll laut dem Pay-TV-Sender auch Daniel Banjaqui in den Fokus gerückt sein – ein 17-jähriger Portugiese von Benfica.

Viele Informationen bekommt man über diese Spieler jedoch selten. Miasanrot hat sich in seinem Netzwerk umgehört, Videomaterial angeschaut und Daten verglichen. Unabhängig vom konkreten Wahrheitgehalt der noch sehr locker formulierten Gerüchte: Würden sie zum FCB passen?

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Daniel Banjaqui: Ein noch rohes Talent für den FC Bayern?

Banjaqui ist noch 17 und hat bisher erst drei Einsätze für die Profis von Benfica verbucht. Bei der portugiesischen Nationalmannschaft durchlief er derweil die üblichen U-Teams. Ansonsten kam der Rechtsverteidiger vor allem bei der Zweitvertretung und in der U19 Benficas zum Einsatz.

Unter anderem absolvierte er in dieser Saison sechs Partien in der Youth League und kam dabei immerhin auf zwei Torbeteiligungen. Banjaqui ist Rechtsfuß und hat noch Vertrag bis 2027. Mit der U17 von Portugal wurde er als wichtiger Bestandteil des Teams Welt- und Europameister.

Was ihn als Spielertyp auszeichnet, sind vor allem athletische Fähigkeiten. Banjaqui ist schnell, hat eine gute Beschleunigung, eine hohe Arbeitsrate und stach im Jugendfußball körperlich heraus. Seine Zweikampfführung ist intelligent und robust. Im Internet kursieren zwischen 1,75 m und 1,84 m verschiedene Körpergrößen. In jedem Fall hat er aber die Physis für ein pressingintensives Spiel, das die Münchner spielen.

Passt Banjaqui zum FC Bayern?

Banjaqui ist ein spannender Pressingspieler. Er ist in seinem Anlaufverhalten furchtlos und kann mit seiner guten Geschwindigkeit auch später noch ins Spiel eingreifen, wenn er mal überspielt wird. Vor allem in der Youth League zeigte er in dieser Saison einige starke Leistungen. Bei der 2:5-Niederlage gegen Chelsea kam er laut Wyscout auf acht von neun gewonnenen Defensivduellen.

Im Schnitt gewinnt er rund 60 Prozent seiner Duelle. Taktisch wurde er bisher als sehr linearer Außenverteidiger eingesetzt, der anders als Josip Stanišić oder Konrad Laimer seltener in die Mitte oder in den Halbraum zieht. Eine taktische Rolle, bei der er sich vor allem technisch nochmal steigern müsste.

Banjaqui ist ein solider Passgeber, wenn er nicht unter Druck steht, hat aber in zentraleren und engen Räumen eher mal Probleme mit seiner Entscheidungsfindung. Nichts, was für einen 17-Jährigen besorgniserregend wäre. Aber aktuell sieht es so aus, als würde ihm die Rolle als Breitengeber mehr liegen.

Mit 1,41 Deep Completions und 0,81 Deep completed Crosses pro 90 Minuten hat er in jedem Fall einen relevanten Einfluss auf das Offensivspiel seines Teams. Die Statistiken messen erfolgreiche Zuspiele in die Gefahrenzone vor dem gegnerischen Tor, die einen Radius von 20 Metern misst.

Dribbelstark, aber unerfahren: Banjaquis Entwicklung steht in den Sternen

Seine vielleicht größte Stärke ist das Dribbling. Banjaqui absolviert rund drei pro 90 Minuten und kommt auf eine gute Erfolgsquote von fast 57 Prozent. Auch wenn sich die Daten der Spieler angesichts der unterschiedlichen Niveaus nicht vergleichen lassen, zeigen sie bei Laimer (0,9) und Stanišić (0,6), dass im Kader ein echter Dribbler in der Defensive fehlt, wenn Alphonso Davies nicht fit ist. Der kommt übrigens auf 3,8 (aber nur 46 Prozent erfolgreich).

Dribblings sind im Spielaufbau ein wichtiges Mittel im modernen Fußball. Durch solche Einzelaktionen kann hohes Pressing ausgehebelt werden. Vor allem gegen Mannorientierungen können kurze Dribblings extrem wertvoll sein. Hier bringt Banjaqui großes Potenzial mit.

Allerdings dürfte die Frage sein, ob er schon weit genug ist, um diesen Schritt zu gehen. In der Geschichte des FC Bayern gab es nicht viele Spieler, die in diesem Alter den Sprung zu den Profis geschafft haben. Banjaqui ist in vielen Bereichen gut bis sehr gut, aber nur in wenigen herausragend. Wie sich seine Qualitäten im Männerfußball dann einordnen lassen, bleibt abzuwarten.

Er wäre gewiss eine interessante Option für die Zukunft. Für den Moment aber ist fraglich, ob er den Profikader direkt verstärken könnte. Zumal man auf der rechten Seite mit Laimer und Stanišić zwei gestandene Spieler hat, an denen er erstmal vorbeikommen müsste. Für Sacha Boey gab es dahinter wenig Spielzeit zu holen.

Givairo Read: Die erfahrenere Variante

Laut Sky soll Banjaqui ohnehin „nur“ eine Alternative zu Read sein. Der Niederländer stehe weiterhin im Fokus der Bemühungen. Der 19-Jährige ist in seiner Entwicklung logischerweise schon deutlich weiter als Banjaqui. Für Feyenoord absolvierte er bereits 50 Partien und kam dabei auf 3.553 Minuten, vier Tore und elf Assists.

Es ist also deutlich einfacher einzuschätzen, wie gut er sich im Männerfußball etablieren kann. Die Antwort ist kurz wie simpel: Sehr gut. Auch Read ist schnell und athletisch. Er kann mit seinem Tempo Lücken schließen und ist für seine Mannschaften ein wichtiger Umschaltspieler in beide Richtungen gewesen.

Read ist ein guter, aber kein herausragender Dribbler. 1,8 Dribblings pro 90 Minuten bei einer Erfolgsquote von 48 Prozent sind ausbaufähig für einen Spieler mit seinen technischen Anlagen. Doch seine Qualitäten sind im technischen Bereich auch eher im Kombinationsspiel verortet, was ihn für die Bayern so interessant macht.

Spielintelligenz und taktische Flexibilität: Read bringt Spielfreude

Denn Read ist ein spielintelligenter Rechtsverteidiger, der sich selbst auf dem Feld gut positioniert, Räume klug beläuft und schnell kombinieren kann. 0,13 erwartete Assists pro 90 Minuten sind ein hoher Wert für einen Außenverteidiger und auch bei den Schlüsselpässen kommt er mit 0,73 auf mehr als Laimer, Stanišić, Boey und sogar Davies.

Aber auch hier gilt, dass sich die Daten nur schwer vergleichen lassen. Spielweise und das generelle Niveau der Gegner spielen eine Rolle. Trotzdem unterstreichen die Werte den Offensivdrang des 19-Jährigen. Und dort arbeitet er mit guter Präzision. Sein Spiel ist nicht fehlerfrei, aber seine Entscheidungsfindung ist dennoch gut und man sieht an seiner Entwicklung in den letzten Monaten, dass er schnell lernt.

Weil Read auch unter Druck durchsetzungsfähig ist, kann er taktisch flexibler eingesetzt werden als viele andere Außenverteidiger. Mit guten und gefährlichen Flanken kann er beispielsweise die Breite halten. Fast eine Flanke von ihm erreicht pro 90 Minuten erfolgreich die Gefahrenzone vorm gegnerischen Tor – Davies ist mit 0,6 der beste Bayern-Außenverteidiger.

Read hat defensiv noch Entwicklungspotenzial

Aber auch weiter innen ist er gut aufgehoben und kann dort mit Tiefenläufen und Steckpässen Gefahr ausstrahlen. Wenn es Zweifel an seiner Eignung für einen Topklub gibt, dann wohl eher im Defensivbereich. Read gewinnt zwar solide 65 Prozent seiner Zweikämpfe, hat dabei aber durchaus starke Schwankungen in seinem Spiel.

Auffällig ist, dass er noch zu ungestüm agiert. Zu oft geht er beispielsweise in die Grätsche statt auf den Beinen zu bleiben und seinen Gegner zu stellen. Hier fällt am ehesten auf, dass er eben noch ein sehr junger Spieler ist, der jedoch von einem Trainer wie Vincent Kompany profitieren könnte, um sich im Abwehrverhalten zu verbessern.

Ein Problem für die Bayern könnte indes werden, dass Read noch bis 2029 Vertrag hat. Eine mögliche Ablösesumme soll zwischen 25 und 35 Millionen Euro liegen. Viel Geld für einen 19-Jährigen, der zweifellos großes Talent hat, in einigen Bereichen aber noch geschliffen werden muss.

Braucht der FC Bayern überhaupt einen Rechtsverteidiger?

Was den FC Bayern auch zu einer Grundsatzfrage führen sollte: Braucht es wirklich einen neuen Rechtsverteidiger oder sollte das Geld in andere Baustellen investiert werden? An Tom Bischof sieht man derzeit, dass es selbst für gestandene Top-Talente in München schwer ist, an Spielzeit zu kommen, wenn vor einem zwei, drei erfahrenere Spieler im Kader stehen.

Mit Laimer sind die Münchner zu Recht sehr zufrieden. Es gibt kaum sportliche Gründe, den Österreicher nicht weiterhin hinten rechts aufzustellen. Allerdings läuft der Vertrag des 28-Jährigen 2027 aus. Verlängert er nicht, könnte man im Sommer gewillt sein, ihn zu verkaufen und mit dem Geld eine Alternative zu verpflichten.

Dann wäre die Suche nach einem Spieler wie Read wieder nachvollziehbarer. Wobei der Wechsel mit einem erheblichen Verlust an Erfahrung einhergehen würde. Eine gewisse Fehlertoleranz müsste eingepreist werden.

Bleibt Laimer aber und entscheiden sich die Bayern dafür, dass Stanišić als grundsolider Backup ausreicht, wäre ein dritter Rechtsverteidiger zu viel. Schon in dieser Saison war Boey numerisch ein Spieler zu viel in der FCB-Defensive.

Lieber einen Linksverteidiger holen?

Viel eher sollten die Münchner zudem schauen, ob sie sich nicht auf der linken Defensivseite neu aufstellen. Davies ist verletzungsanfällig und hinter ihm gibt es keine optimale Lösung. Kompany musste hier viel improvisieren, Spieler positionsfremd aufstellen und damit auch das taktische Konzept leicht verändern.

Weder Hiroki Ito, noch Bischof oder andere Bayern-Spieler empfahlen sich dabei als Top-Alternative zu Davies. Read hat in seiner Karriere bereits links hinten verteidigt. Im Profibereich absolvierte er jedoch alle Spiele rechts hinten. Junge Spieler zu holen ist für Topklubs sowieso oft genug heikel. Sie dann auf ungewohnten Positionen einzusetzen, kann das Risiko erhöhen, dass die Entwicklung nicht wie gewünscht läuft.

Vor dem Hintergrund des „Sparkurses“, den sich die Bayern auferlegen, wäre es womöglich sinnvoller, Zeit und Geld in die Laimer-Verlängerung zu investieren und dann andere Positionen des Kaders zu verstärken. Wenngleich es bei Laimer darauf ankommt, eine wirtschaftlich und mannschaftshierarchisch darstellbare Basis zu finden. Gelingt das, sollte mehr Geld für den Transfersommer und andere Baustellen übrig sein als bei einem teuren Read-Transfer.

Dass Banjaqui als günstigere Alternative eine Sofortverstärkung darstellt, ist zumindest zweifelhaft. Dafür ist er in seiner Entwicklung noch nicht weit genug.

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