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·8. Mai 2026
Giesinger Sommermärchen mit Hitzlsperger?

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·8. Mai 2026

Wenn man in der Historie etwas weiter zurückgeht, dann führt die Spur tatsächlich noch einmal in die Allianz Arena: Zweite Liga, Heimspiel gegen Bochum, überschaubare Kulisse auf den Rängen. Im VIP-Bereich – ja, das muss man sich heute mal vorstellen – verteilte ein junger Mann Flyer mit der Aufschrift: „Ismaik - not welcome.“ Geniert hat er sich für diese stillose Aktion offenbar nicht. Erst gestern erzählte mir ein sehr gut betuchter Löwen-Fan von diesem Erlebnis aus dem Februar 2016. Sein Fazit: „Ich hab das bis heute noch vor Augen. Solange wir diese Haltung in unserem Verein haben, wird’s schwer.“
Mehr als zehn Jahre später haben sie Hasan Ismaik tatsächlich so weit gebracht, dass er trotz großer Pläne endgültig aufgegeben hat. Es gibt nur ein Problem: Obwohl ihm nach dem gescheiterten Verkaufsversuch im Sommer 2025 von vielen Seiten eingeflüstert wurde, man werde zeitnah einen potenten Nachfolger finden, hat sich bislang wenig getan.
Genau das ist das Kernproblem: Der TSV 1860 leidet auf allen Ebenen darunter, dass der Verein seit Jahren auf der Stelle tritt. Die sportliche, wirtschaftliche und infrastrukturelle Situation ist natürlich alles andere als ein Beschleuniger dafür, dass Investoren oder Unternehmen Hurra schreien, wenn sie mit dem Namen 1860 München konfrontiert werden.
Insbesondere das Thema Finanzen mit dem strukturellen Defizit von rund zwei Millionen Euro pro Jahr ist omnipräsent. Allein für die beiden 50+1-Geschäftsführer Oliver Mueller und Dr. Christian Werner, die längst wieder Geschichte sind, aber weiterhin gültige Verträge besitzen, dürfte der Klub Rückstellungen in hoher sechsstelliger Höhe gebildet haben.
Und trotzdem gibt es sie: Menschen, die gerne an der Grünwalder Straße 114 einsteigen würden – zumal Ismaiks ursprünglich aufgerufener Verkaufspreis in den vergangenen Monaten deutlich gesunken sein soll. Einer dieser Interessenten heißt Thomas Hitzlsperger (db24 berichtete exklusiv). Der Mann aus dem deutschen Sommermärchen 2006 will eine neue Geschichte schreiben – in München-Giesing.
Der frühere Nationalspieler soll nicht nur regionale Investoren hinter sich haben (es werden weitere Mitspieler gesucht!), sondern auch über ein starkes Netzwerk verfügen. Zudem gilt sein Draht zur Stadt München als ausgesprochen gut – und das schadet bekanntlich nie. Das alles wären Faktoren, die dabei helfen könnten, bei den Löwen endlich wieder etwas zu bewegen.
Klar ist aber auch: Der ewige Verwaltungsmodus ist brandgefährlich. Beim TSV 1860 muss sich dringend etwas ändern, ansonsten läuft der Giesinger Traditionsklub Gefahr, mittelfristig sogar seinen Drittliga-Status zu verlieren. Wie schnell das gehen kann, haben andere Vereine bereits schmerzhaft erlebt - Ulm und Aue sind die jüngsten Beispiele.
Die entscheidende Frage lautet deshalb: Kann Hitzlsperger, der sich einst mit seinem harten linken Fuß einen Namen machte, den Löwen tatsächlich eine neue Perspektive geben? Dieser geile, aber verstaubte Klub braucht endlich wieder eine vernünftige Zukunft - und nicht mit der Meister-Hoiben von 1966 in den Händen, sondern mit neuen Erfolgen.







































