DFB
·12. März 2026
"Guter Zeitpunkt": Patrick Ittrich beendet Schiedsrichterkarriere

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·12. März 2026

Die nächsten Monate werden für Patrick Ittrich die letzten als Bundesligaschiedsrichter sein. Nach der laufenden Saison beendet der 47 Jahre alte Referee seine aktive Karriere. Somit verlässt ein außergewöhnlicher Charakter die Fußballbühne - zumindest auf dem Spielfeld.
Unparteiische sind nicht die größten Sympathieträger des Fußballs. Während der Partie sieht man sie in der Regel nur selten lächeln oder gar lachen, oft heißt es: "Der beste Schiri ist der, über den nach Abpfiff niemand spricht." Doch es gibt Ausnahmen. Eine davon heißt Patrick Ittrich. In zehn Jahren als Bundesligareferee hat er sich mit seiner besonders kommunikativen Art und Weise, Spiele zu leiten, Anerkennung und Popularität verschafft. Durch bodenständiges, unkonventionelles Auftreten und klare Haltung gewann er Respekt - nicht nur bei den Fans, sondern auch bei vielen Spielern und Trainern.
"Ich liebe es, auf dem Platz zu stehen, Spiele zu leiten und ein Teil des Sports zu sein", betont der Hamburger, der dem Mümmelmannsberger SV angehört. Seit 2003 ist er DFB-Schiedsrichter, seit 2016 in der höchsten Liga unterwegs. Bislang kommt er auf 90 Bundesligaeinsätze.
Zahlreiche Verletzungen, darunter drei Kreuzbandrisse und zuletzt ein Muskelbündelriss, bremsten ihn mehrfach aus, konnten seine Laufbahn aber nie stoppen. "Ich habe mich immer wieder zurückgekämpft", sagt Ittrich. Der Entschluss, die Pfeife im Sommer an den Nagel zu hängen, sei für ihn daher "die schwierigste Entscheidung, die ich je im Fußball getroffen habe".
Der Polizeibeamte begründet diesen Schritt so: "Ich spüre eine hohe Wertschätzung von meinen Schiedsrichterkollegen, Fans und den Vereinen. Das ist ein sehr schönes Gefühl, außerdem bin ich gerade fit und gesund. Genau deshalb ist jetzt ein guter Zeitpunkt aufzuhören."
Knut Kircher, Geschäftsführer Sport und Kommunikation der DFB Schiri GmbH, erklärt, was Patrick Ittrich ausmacht: "Er ist eine spezielle Persönlichkeit mit ganz eigenen Kommunikationsfähigkeiten. Seine erfolgreichen Spielleitungen sind geprägt von hoher Akzeptanz und Nahbarkeit bei den Spielern, Offiziellen und Fußballfans."
Fehlen werde Ittrich zukünftig nicht nur als "Gesicht der Bundesliga", so Kircher weiter: "Kaum jemand verkörpert den Spaß am Dasein als Schiedsrichter so sehr wie Patrick. Zudem hat er mit seiner lockeren Art im Kader der Bundesligaschiedsrichter stets für gute Atmosphäre gesorgt."
Immer wieder stach Ittrich mit besonderen Aktionen heraus, ob in verschiedenen TV-Formaten, als EM- und WM-Schiriexperte, als Bestsellerautor oder auch als Lebensretter: Bei einem Bundesligaspiel im März 2024 leistete Patrick Ittrich dem Spieler Josuha Guilavogui erste Hilfe, indem er beherzt eingriff und ihn in die stabile Seitenlage brachte, nachdem Guilavogui bewusstlos geworden war und seine Zunge verschluckt hatte. Er bewahrte den damaligen Mainzer damit womöglich vor dem Ersticken und verhinderte Schlimmeres.
Mit Patrick Ittrich tritt im Mai ein humorvoller und beliebter Spielleiter ab. Und was folgt danach? "Auch wenn ich nicht mehr pfeifen werde, bleibe ich dem Fußball erhalten", sagt er. "Ich freue mich auf alles, was kommt." Zuvor wolle er aber die letzten Einsätze auf dem Platz genießen und noch viele richtige Entscheidungen treffen.
Bereits vor dem Start der laufenden Spielzeit hatten Deniz Aytekin, Tobias Welz und Frank Willenborg bekanntgegeben, dass für sie im Sommer 2026 Schluss ist.
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