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·15. Januar 2026
Halbe Milliarde Ticketanfragen: Die WM 2026 muss nun liefern, was die Zahlen versprechen

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·15. Januar 2026

Die FIFA verzeichnet 500 Millionen Ticketanfragen für die WM 2026. Die Nachfrage aus USA, Mexiko und Kanada ist enorm, doch die Vergabe wirft Fragen auf.
Die FIFA feiert sich selbst, und diesmal hat sie sogar einen Grund dafür. Eine halbe Milliarde Ticketanfragen in gut einem Monat – das ist keine Marketingblase, das ist ein Ausrufezeichen. Die Fußball-Weltmeisterschaft 2026 in den USA, Mexiko und Kanada wird ein Ereignis, dessen Dimensionen alles Bisherige in den Schatten stellen könnten.
Fifa-Boss Gianni Infantino spricht von einem "globalen Statement", und ausnahmsweise ist das keine seiner üblichen Übertreibungen. Die Zahlen sprechen eine eindeutige Sprache. Wenn Menschen aus aller Welt in dieser Masse um Eintrittskarten kämpfen, dann zeigt das vor allem eines: Der Fußball hat seine universelle Anziehungskraft nicht verloren. Trotz aller Debatten um Kommerzialisierung, trotz der Kritik an aufgeblähten Turnierformaten, trotz der Ermüdungserscheinungen durch einen überfüllten Spielkalender.
Dass die meisten Bewerbungen aus den drei Gastgeberländern stammen, überrascht nicht. Die USA sind ein schlafender Riese des Fußballs, der langsam erwacht. Mexiko lebt ohnehin für diesen Sport. Und Kanada hat durch seine junge, aufstrebende Nationalmannschaft neues Feuer gefangen. Interessanter ist der Blick auf die Länder dahinter: Deutschland, England, Brasilien, Spanien, Portugal, Argentinien, Kolumbien. Die klassischen Fußballnationen mobilisieren ihre Anhänger, als gäbe es kein Morgen.
Die FIFA steht nun vor einem Luxusproblem, das sie selbst geschaffen hat. Infantino bedauert öffentlich, nicht alle Fans in den Stadien begrüßen zu können. Das klingt nach Demut, ist aber vor allem Kalkül. Denn die künstliche Verknappung treibt die Begehrlichkeit. Wer eine Karte ergattert, fühlt sich als Gewinner einer Lotterie – was die Sache im Grunde auch ist.
Der Zuteilungsprozess wirft Fragen auf. Die FIFA prüft zunächst, ob Bestimmungen und Haushaltsbeschränkungen eingehalten wurden. Was genau das bedeutet, bleibt nebulös. Erst danach greift die Zufallsziehung. Frühestens am 5. Februar erfahren die Fans per E-Mail, ob sie dabei sind. Bis dahin heißt es: warten und hoffen.
Die schiere Nachfrage ist ein Vertrauensbeweis für den Fußball als globales Kulturgut. Sie ist aber auch eine Mahnung. Denn wo Millionen leer ausgehen, wächst der Schwarzmarkt. Wo Begehrlichkeiten explodieren, lauern Betrüger. Die FIFA muss liefern – nicht nur Tickets, sondern auch Transparenz und Fairness bei der Vergabe. Die halbe Milliarde Anfragen sind ein Vorschuss auf ein Versprechen. Jetzt muss das Turnier halten, was die Zahlen versprechen.









































