Hefte raus, Klassenarbeit! - Notenvergabe Teil 2 | OneFootball

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·24. Mai 2026

Hefte raus, Klassenarbeit! - Notenvergabe Teil 2

Artikelbild:Hefte raus, Klassenarbeit! - Notenvergabe Teil 2

Im zweiten Teil der „Treffpunkt Betze”-Mannschaftsanalyse soll es vermehrt um die vermeintliche Offensivpower der Pfälzer gehen. Zwar gewinnt, wie jeder Stammtischbesucher weiß, die Defensive die Meisterschaft, aber man darf das Ziel, möglichst viele Spiele zu gewinnen, nicht unterschätzen. Dafür ist ein funktionierendes Bindeglied zwischen Abwehr und Angriff ebenso wichtig wie das reine Toreschießen.

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Die wohl konstanteste Achse der Saison

Das defensive Mittelfeld des FCK stellte in der abgelaufenen Saison nahezu kein Problem dar. Vor allem in der Rückrunde erfüllten alle dort aufgestellten Spieler ihre Aufgaben, ohne nennenswert negativ aufzufallen.

Dieser Mannschaftsteil der Lautrer bestand in der abgelaufenen Saison hauptsächlich aus Semih Sahin und Fabian Kunze. Das neu verpflichtete 6er-Duo ist ein klares Upgrade zu den letzten Jahren. Kunze, der ablösefrei aus Hannover auf den Betzenberg wechselte, ist ein klassischer Abräumer. Ein Spielertyp, den der FCK nach dem Abgang von Julian Niehues vor zwei Jahren in Richtung Heidenheim vermisste. In keiner Defensivstatistik bewegt sich der 27-Jährige außerhalb der besten zehn Prozent im Ligavergleich. Hinzu kommt eine solide Passquote von 81 %. Aufgrund seiner starken Leistung kann sich Semih Sahin voll auf seine Rolle als Bindeglied zwischen Offensive und Defensive konzentrieren. Der in Mannheim aufgewachsene Mittelfeldspieler begleitet diese Rolle vor allem in der zweiten Saisonhälfte mit Ruhe und Struktur. Er leitet pro Spiel 0,35 Großchancen ein und kommt auch selbst häufig zu Torabschlüssen. Zeitweilig war Leon Robinson ein solider bis guter Backup, den man ohne Bedenken aufs Spielfeld schicken konnte. Gegen Saisonende rutschte ein weiterer ehemaliger Lautrer Jugendspieler in die Startelf: David Schramm. Ihm merkte man kaum Nervosität an. Vor allem in seinen beiden Einsätzen in der Startelf war er einer der besten Feldspieler.

Mit zwei herausragenden Spielern in der Startelf, einem gefestigten Ersatzspieler und einem aufstrebenden Jungstar ist die „Doppel-6“ wohl der ausgewogenste Mannschaftsteil.

TB-Note: 2,0

Zwischen Spielwitz und Überspielung

Während das Stammpersonal Marlon Ritter und Naatan Skyttä trotz stärkerer Leistungsschwankungen in der zweiten Saisonhälfte insgesamt eine ligaüberdurchschnittliche Leistung zeigten und in relevanten Statistiken meist unter den besten 20 % im Ligavergleich landeten, fehlte in der zweiten Reihe ein Backup, das im Leistungstief des Stammpersonals mehr Druck hätte ausüben oder im Laufe der zweiten Hälfte hätte eingewechselt werden können, ohne dass die Mannschaft massiv an Offensivqualität verliert. Anfangs versuchte Lieberknecht, Ritter und Skyttä selten zeitgleich auf dem Platz zu haben, stellte aber im Laufe der Hinrunde fest, dass die gesamte Mannschaft mehr leidet, als dass sie durch einen „Super Sub“ gewinnt. In der Rückrunde wirkten beide häufig eher überspielt als frisch, sodass ihre Leistungen vermehrt einbrachen. Dennoch konnten sowohl Ritter als auch der junge Shootingstar Skyttä jeweils neun Tore und drei Assists erzielen. Spieler wie Faride Alidou in der Hinrunde, Daniel Hanslik, Kenny Redondo oder Mahir Emreli, die allesamt auf dieser offensiven, kreativen Position getestet wurden, konnten diese Lücke leider nicht annähernd füllen.

Hier muss vor allem in der zweiten Reihe Kadertiefe her, um verständliche Leistungsschwankungen besser auffangen zu können.

TB-Note: 3,0

Die Suche nach dem Torriecher

Während in der Hinrunde im Sturmzentrum kein Weg an Ivan Prtajin vorbeiführte, der bis zu seiner schweren Achillessehnenverletzung beim Heimspiel gegen Elversberg starke elf Tore in 14 Spielen erzielen konnte, verließ die Lautrer der Torriecher ohne den bulligen Kroaten. Der im Winter ausgeliehene junge Belgier Bassette konnte beispielsweise in Münster sein definitiv vorhandenes Talent zeigen. Gleichzeitig wurde schnell klar, dass er (noch) kein kaltschnäuziger Goalgetter ist. Ganz abgesehen davon ist er auch ein gänzlich anderer Spielertyp. Der kurzfristig festverpflichtete Mergim Berisha konnte bisher ebenfalls nur in einzelnen Aktionen unter Beweis stellen, warum er ehemaliger deutscher Nationalspieler war. Der 28-jährige, verletzungsanfällige Stürmer wurde von Cheftrainer Torsten Lieberknecht als „mittel- bis langfristiges Projekt“ bezeichnet.

Auch wenn Spielertypen wie Bassette mehr als interessant sind und dem pfälzischen Offensivspiel viel geben können, und große Namen wie Berisha in jedem Fall für Aufsehen sorgen, muss der FCK trotzdem schauen, wie er konstant Tore schießt, ohne den noch auf Krücken gehenden Ivan Prtajin.

TB-Note: 4,0

Die Richtung stimmt, die Baustellen bleiben

Betrachtet man die offensiven Mannschaftsteile des FCK, fällt vor allem eines auf: Die individuelle Qualität innerhalb des Kaders ist mittlerweile deutlich höher als noch vor einigen Jahren. Gleichzeitig zeigte die Saison aber auch, dass Qualität allein nicht automatisch für Konstanz sorgt. Vor allem die fehlende Kadertiefe hinter dem Stammpersonal wurde im Saisonverlauf immer wieder sichtbar. Während die Doppel-Sechs meist zuverlässig funktionierte, fehlten im Angriff häufig Alternativen, um Formschwächen oder Verletzungen auszugleichen. Die Basis für eine starke Lautrer Offensive scheint dennoch vorhanden zu sein. Nun müssen die Verantwortlichen es schaffen, aus guten Einzelprofilen auch einen dauerhaft ausgewogenen Kader zu formen.Autor: Tim K.

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