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·16. Februar 2026

Heidenheims Abstieg wäre keine Katastrophe, sondern eine Rückkehr zur Realität

Artikelbild:Heidenheims Abstieg wäre keine Katastrophe, sondern eine Rückkehr zur Realität

Nach der 0:1-Pleite in Augsburg steht der 1. FC Heidenheim mit 13 Punkten auf dem letzten Platz. Statistisch hat noch kein Team mit dieser Ausbeute die Klasse gehalten.

Frank Schmidt steht am Spielfeldrand in Augsburg und schüttelt verzweifelt den Kopf. Sein Verteidiger Benedikt Gimber hat gerade Keven Schlotterbeck im Strafraum am Trikot gehalten, der Elfmeter ist die Entscheidung, die neunte Niederlage in Folge besiegelt. Ich sehe einen Trainer, der alles versucht hat und dem die Mittel ausgehen.


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Neun Spiele ohne Sieg, 13 Punkte nach 22 Spieltagen, sechs Zähler Rückstand auf den Relegationsplatz. Die Statistik ist brutal ehrlich: Seit Einführung der Drei-Punkte-Regel hat kein Verein mit dieser Ausbeute zu diesem Zeitpunkt den Klassenerhalt geschafft. Heidenheim müsste Geschichte schreiben, um in der Liga zu bleiben. Und ich sehe nicht, womit.

Schmidt gibt sich kämpferisch. "Ich wüsste nicht, warum wir jetzt aufgeben sollten", sagt er. Das ist die Haltung, die ihn und diesen Verein groß gemacht hat. Der Mann hat Heidenheim aus der Regionalliga in die Bundesliga geführt, hat aus einem Dorfklub einen Erstligisten geformt. Aber Haltung allein schießt keine Tore.

Und genau da liegt das Problem, das keine Durchhalteparole lösen kann. Heidenheim stellt mit 19 Treffern die schwächste Offensive der Liga. Gleichzeitig ist die Defensive mit 48 Gegentoren die anfälligste. Wer vorne nicht trifft und hinten alles kassiert, der steigt ab. So einfach ist Fußball manchmal.

Heidenheim gibt alles - aber reicht das?

Gegen Augsburg hat die Mannschaft alles gegeben, was Schmidt verlangt hatte. Brutale Einstellung, Pressing in der gegnerischen Hälfte, Manndeckung über den gesamten Platz. Der Einsatz stimmte. Aber was nützt das, wenn der einzige nennenswerte Abschluss von einem Debütanten kommt, der gerade erst im Winter verpflichtet wurde? Christian Conteh, frisch aus der zweiten Liga, war der gefährlichste Heidenheimer. Das sagt alles über die Qualität des Kaders.

Die Wahrheit ist: Heidenheim hat in den vergangenen Jahren über seinen Verhältnissen gespielt. Der Aufstieg war eine Sensation, das Überleben in der ersten Saison ein kleines Wunder, die Europa-League-Teilnahme ein Märchen. Aber Märchen enden irgendwann. Und dieser Kader, zusammengestellt für mutige Auftritte gegen größere Gegner, hat seine Grenzen erreicht.

Schmidt wird hoffentlich weitermachen, weil Aufgeben nicht in seiner DNA liegt. Aber ich frage mich, ob der Verein ihm damit einen Gefallen tut. Ein Trainerwechsel würde nichts ändern an der strukturellen Unterlegenheit. Doch die Frage, die sich Heidenheim stellen muss, ist eine andere: Ist der Abstieg wirklich eine Katastrophe – oder nur die Rückkehr in eine Liga, in der dieser Klub mit seinen Mitteln tatsächlich konkurrenzfähig ist?

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