FC Bayern München
·6. Juli 2026
Heiserer Held im Aztekenstadion: Harry Kane mit Gerd Müller gleichauf

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·6. Juli 2026

Im Aztekenstadion, wo die Fassade die Geschichte des Fußballs atmet, wo Maradona einst mit der „Hand Gottes“ und seinem Sololauf gegen England zwei Tore für die Ewigkeit schuf, schrieb am frühen Montagmorgen FC Bayern-Torjäger Harry Kane mit seiner englischen Nationalmannschaft ein ganz neues Kapitel – eines voller Dramatik, Rückschläge und Mentalität.
Die Erwartungen in der mexikanischen Hauptstadt waren zuvor riesig. Ein Heimspiel für „El Tri“, ein Heimspiel im Azteka, wo Mexiko noch nie ein WM-Spiel verloren hatte. Seit 2013 war diese Festung bei Länderspielen überhaupt unbezwingbar geworden. Dazu der Co-Gastgeber in Topform: vier Spiele, vier Siege, kein Gegentor – alles schien bereit für den ersten Viertelfinal-Einzug seit 1986. Doch dann kam England. Und dann kam Harry Kane mit seiner unbändigen FC Bayern-Mentälität.
Jude Bellingham traf für England per Doppelschlag in weniger als zwei Minuten – Mexiko verfiel in Schockstarre, England nutzte das Durcheinander auf 2200 Metern über Meeresspiegel, bestrafte den Co-Gastgeber im Stile einer Spitzenmannschaft. Doch Julian Quinones brachte die Hoffnung zurück, „Si se puede“ hallte von den Rängen, „Ja, es ist möglich“ – die Fans trugen ihre Mannschaft über den erloschenen Vulkan Xitle, auf dem das Azteka thront.
Nach der Pause schien das Schicksal Mexiko einen Vorteil zu schenken: Quansah sah Rot, England fortan in Unterzahl. Doch die Geschichte dieses Abends war eine andere. Ein einfacher Abschlag, Kane verlängert, Gordon taucht frei vor dem Tor auf – Elfmeter. Harry Kane, der FC Bayern-Torjäger mit seiner enormen Treffsicherheit vom Punkt, trat an, verwandelte zum 3:1 und knipste augenblicklich die Euphorie der Mexikaner aus wie einen Lichtschalter. Noch war nicht Schluss: In Unterzahl, im Aztekenstadion, gegen die Wand aus Emotionen und Geschichte. Es war Kanes 14. WM-Treffer, er zog damit mit dem anderen ganz großen FC Bayern-Angreifer Gerd Müller gleich. Englands WM-Rekordtorschütze ist der 31-Jährige bereits seit dem letzten Gruppenspiel, seinem Treffer zum 2:0 über Panama.
Raúl Jiménez verkürzte nochmal per Elfmeter, doch mehr war nicht mehr drin. Die Festung Azteka fiel, ein Land versank in Trauer. Und England feierte. Harry Kane, überglücklich und heiser, hatte seine Stimme beim Singen verloren. Arm in Arm mit seinen Teamkollegen stand er vor der Kurve der englischen Fans, gemeinsam sangen sie „Wonderwall“ – lauter als je zuvor, als müsste die ganze Welt hören, was England gerade geschafft hatte.
Als der Stürmer des FC Bayern kurz darauf zum TV-Interview erschien, fasste er sich mehrfach an den Hals. „Sorry, meine Stimme ist weg“, entschuldigte er sich. Dennoch versuchte er, die richtigen Worte für das Spektakel zu finden: „Es war ein unglaubliches, verrücktes Spiel. Wir haben so gekämpft. Jetzt haben wir gesungen. Es ist unglaublich – die Mannschaft, alles.“ Immer wieder entschuldigte sich Kane für seine stimmlichen Aussetzer, doch die Emotionen waren stärker als jede Stimme. „Es ist einer dieser Tage, an denen alles geklappt hat. Am Ende haben wir dann gewonnen. Ich bin glücklich.“ Wie weit England noch kommen kann? „Wir werden kämpfen.“ Schließlich erlöste er sich selbst: „Ich bin sprachlos. Ich kann nicht mehr.“ Am Samstagabend treffen die Three Lions auf Norwegen im Viertelfinale (23 Uhr).
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