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·3. Juli 2026

Herzspezialist warnt Eriksen: Nach zweitem Kollaps droht Karriereende

Artikelbild:Herzspezialist warnt Eriksen: Nach zweitem Kollaps droht Karriereende

Christian Eriksen steht vor der schwersten Entscheidung seines Lebens. Nachdem der Wolfsburg-Profi am 7. Juni beim Testspiel Dänemarks gegen die Ukraine zum zweiten Mal auf dem Rasen zusammengebrochen war, rät ihm ein Herzspezialist nun eindeutig zum Karriereende. Die Botschaft ist unmissverständlich: Es könnte wieder passieren.

ICD hat erneut angeschlagen und Experten sehen klares Warnsignal

Eriksen brach in der 65. Minute des Spiels in Odense zusammen und griff sich dabei an die Brust. Der implantierte Defibrillator (ICD), der ihm nach dem Herzstillstand bei der EM 2021 eingesetzt worden war, schlug an und rettete ihm vermutlich das Leben. Anders als 2021, als er auf dem Platz reanimiert werden musste, war Eriksen diesmal schnell wieder bei Bewusstsein und konnte eigenständig zum Krankenwagen gehen. Der dänische Verbandsarzt Morten Boesen gab am Folgetag Entwarnung. Eriksen sei bei seiner Familie und bei guter Laune.


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Medizinisch ist die Lage jedoch ernster. Michael Stiefel, Leiter der Sportkardiologie am Universitätsspital Zürich, erklärte gegenüber dem Blick: „Das rasche Wiedererlangen des Bewusstseins ist beruhigend. Das erneute Ereignis jedoch ein Warnsignal. Ein implantierter Defibrillator ist kein Freipass für uneingeschränkten Spitzensport. Das erneute, möglicherweise belastungsgetriggerte Ereignis verschiebt diese Abwägung in Richtung Rückzug vom Spitzensport." Laut Angaben von @Wobscorer auf X hat ein Herzspezialist Eriksen mittlerweile klar zum Karriereende geraten und dabei betont, ein weiterer Vorfall sei realistisch.

Wolfsburg telefoniert mit Eriksen und er will selbst entscheiden

VfL-Geschäftsführer Dieter Hecking stand nach dem Zusammenbruch telefonisch in Kontakt mit seinem Spieler. Ursprünglich waren persönliche Gespräche über Eriksens Wolfsburg-Zukunft nach dem Bundesliga-Abstieg für Anfang Juni geplant gewesen. Diese überschneiden sich nun mit der viel grundsätzlicheren Frage, ob Eriksen überhaupt noch Profifußball spielen will und sollte. Hecking hatte vor dem Vorfall gesagt: „Wir können über alles reden." Jetzt hat diese Aussage eine völlig andere Bedeutung bekommen.

Eriksen selbst meldete sich kurz nach seiner Krankenhausentlassung auf Instagram: „Der Schock meines ICD hatte große Auswirkungen auf mich und meine Familie. Aber ich möchte allen versichern, dass dies eine andere Situation war als 2021. Mir geht es gut, und meine Genesung hat bereits begonnen." Zur sportlichen Zukunft schwieg er. Ex-Nationalspieler Thomas Gravesen forderte ein Ende der Karriere: „Hier geht es nicht mehr um die Karriere. Hier geht es ums Leben." Dänischer Sportdirektor Peter Möller sagte: „Das muss Christian beantworten. Ich weiß es nicht."

Eine Karriere, die den Tod zweimal überlebt hat

Eriksens Geschichte ist einzigartig im Weltfußball. Der 34-Jährige, dänischer Rekordnationalspieler mit 151 Länderspielen, hatte 2021 in Kopenhagen beim EM-Spiel gegen Finnland einen Herzstillstand erlitten und auf dem Platz reanimiert werden müssen. Danach durfte er in Italien nicht mehr spielen, in England und Deutschland hingegen schon.

Über Brentford, Manchester United und zuletzt Wolfsburg kämpfte er sich zurück. Beim VfL übernahm er sogar die Kapitänsbinde, als Maximilian Arnold verletzt fehlte. Den Abstieg in die 2. Liga konnte er nicht verhindern. Nun steht sein Vertrag bis 2027 unter einem Fragezeichen, das größer kaum sein könnte.

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