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Selina Eckstein·12. August 2026
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Selina Eckstein·12. August 2026
Er träumte schon vom großen Durchbruch in der Bundesliga, doch es sollte in einer Blamage enden. Der geplatzte Wechsel zu Borussia Mönchengladbach war für Willian Pacho einer der bittersten Momente seiner Karriere. Wie der heutige PSG-Star in einem Beitrag für 'The Players’ Tribune' verrät, brachte ihn dieser eine abgesagte Deal an den Rand der Verzweiflung. Doch er legte auch den Grundstein für seinen Aufstieg zum Weltklasse-Verteidiger und zweimaligen CL-Sieger.
Als Borussia Mönchengladbach 2021 bei Willian Pacho anklopfte, konnte der Verteidiger sein Glück kaum fassen. Er spielte zu diesem Zeitpunkt bei Independiente del Valle in der ersten ecuadorianischen Liga. Dass aus dem Fußball mehr werden könnte, glaubte in seinem Umfeld kaum jemand. "Das ist doch nur ein Hobby. Wie willst du mit Fußball deine Familie ernähren?", hatte ihm seine Mutter einst gesagt, bevor er mit 15 Jahren ins Internat zog.
Umso größer war die Freude, als der Anruf aus Deutschland kam. "Um ehrlich zu sein, wusste ich nicht einmal, wo das war. Ich wusste nur, dass es die Bundesliga war, und ich sagte: 'Ich bin bereit. Wann geht der Flug?'", erzählt er rückblickend. Der Transfer schien sicher, doch kurz darauf folgte die Hiobsbotschaft. Der Deal platzte wegen finanzieller Probleme der Gladbacher.
Für den Verteidiger war es demütigend, zurückzukehren, denn er hatte sich bereits mit einer großen Party verabschiedet und sein Klub längst Ersatz verpflichtet. "Als ich zum Training zurückkehrte, lachten mich einige meiner Teamkollegen sogar aus und sagten 'Ahhh, da kommt der Bundesliga-Star'", erinnert sich Pacho.
Als ob das nicht genug wäre, folgte direkt der nächste Rückschlag. Im zweiten Spiel nach seiner unfreiwilligen Rückkehr kugelte er sich beide Schultern aus und musste operiert werden. Pacho war sportlich und mental am Boden.
Umso unglaublicher, dass sich Royal Antwerpen bei ihm meldete. "Tatsächlich kauften sie mich, noch bevor ich wieder trainieren konnte. Ich werde ihnen immer so dankbar sein. Sie haben einem gebrochenen Mann eine Chance gegeben", blickt Pacho zurück. Trotz Einsamkeit und Heimweh kämpfte er sich durch. Sein Credo damals: "Du darfst diese Depression nicht gewinnen lassen. Tu es für Mamá. Sie würde dich nicht weinen sehen wollen."
Nach der Isolation konnte er sich in der Startelf durchsetzen. Mit dem Klub feierte er in seiner ersten Saison direkt die belgische Meisterschaft. Es war die erste des Vereins seit 66 Jahren. Über Eintracht Frankfurt ging es schließlich für 40 Millionen Euro zu Paris Saint-Germain, wo er mittlerweile zwei CL-Titel gewonnen hat.
Doch all diese Erfolge erlebte seine Mutter nicht mehr mit. Denn schon Jahre zuvor, kurz vor seinem allerersten Profispiel in Ecuador, war sie an Krebs gestorben. Pacho erfuhr es damals direkt nach dem Abpfiff in der Kabine: "Ich schrie vor Schmerz auf, wie ich noch nie zuvor geschrien habe. Ich habe mich noch nie so einsam gefühlt", erinnert er sich. Doch durch ihren Tod spürte er auch eine Veränderung: "Ich verlor alle meine Ängste auf dem Fußballplatz." Statt mit Angst spielte Pacho von nun an mit Hunger und brachte sein Spiel auf ein neues Level.
Während der Verteidiger, der mittlerweile einen Marktwert von 80 Millionen hat, heute Abend mit PSG im Super Cup gegen Aston Villa gefordert ist, dürften sich die Gladbacher sicher über den geplatzten Deal ärgern. Denn statt den Fohlen kassierte der Bundesliga-Konkurrent aus Frankfurt ab und für Pacho gab es nachträglich das sportliche Happy End. Wenn auch über Umwege.
📸 David Lidstrom - 2026 Getty Images







































