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·17. April 2026

Hohe Kosten bei der WM 2026 – Zu wenig Geld? DFB sorgt sich um WM-Einnahmen

Artikelbild:Hohe Kosten bei der WM 2026 – Zu wenig Geld? DFB sorgt sich um WM-Einnahmen

Die FIFA rechnet bei der WM 2026 mit Rekordeinnahmen, doch bei mehreren europäischen Verbänden wächst angesichts der hohen Reise- und Unterbringungskosten der Frust. Auch der DFB sieht die wirtschaftlichen Rahmenbedingungen kritisch und fordert mit Blick auf die vergrößerte Endrunde ein größeres Stück vom Prämienkuchen, schreibt die Sportschau.

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Nationalmannschafts-Direktor Rudi Völler und DFB-Geschäftsführer Sport Andreas Rettig verfolgen gemeinsam die Trainingseinheit der deutschen Fußball-Nationalmannschaft am 6. September 2025 im RheinEnergieStadion in Köln. (Stuart Franklin / Getty Images)


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DFB-Geschäftsführer Andreas Rettig machte in einem Interview mit der Deutschen Presse-Agentur auf die finanziellen Risiken des Turniers aufmerksam. „Da sind wir nicht zufrieden“, sagte er mit Blick auf die FIFA. „Es wird zwar immer suggeriert, dass es immer ein noch mehr und größer wird, was die Gesamtprämien angeht, aber man darf nicht vergessen, der Kuchen wird ja auch durch 48 geteilt“, erklärte Rettig. Hintergrund: Die WM wurde von 32 auf 48 Teams erweitert.

Die FIFA setzte die Preisgelder für das Turnier in den USA, Kanada und Mexiko durch ihren Rat Ende 2025 fest. Auch DFB-Präsident Bernd Neuendorf sitzt in diesem Gremium. Im Vergleich zur WM 2022 in Katar gibt es in nahezu jeder Runde mehr Geld, insgesamt steigt das ausgeschüttete Preisgeld um rund 50 Prozent von 440 auf 655 Millionen US-Dollar. Gleichzeitig nehmen aber auch 50 Prozent mehr Teams teil. Erstmals kämpfen 48 Nationen um den Titel; von 1998 bis 2022 galt noch der 32er-Modus.

Europäische Verbände drängen auf höhere Ausschüttungen

Wie zuvor bereits Times und The Athletic berichtet hatten, haben mehrere europäische Verbände über die UEFA höhere Prämien bei der FIFA eingefordert. Der Grund sind vor allem die hohen Kosten, die durch Reisen innerhalb der USA entstehen können. Schon im Februar hatte die britische Nachrichtenagentur PA über entsprechende Bedenken berichtet. Nach diesen Berichten ging der Vorstoß vom französischen Verband FFF aus.

Nun schließt sich auch der DFB diesem Lager der Kritiker an. Am 30. April kommen die 211 Nationalverbände in Vancouver zum FIFA-Kongress zusammen. Am Rande des Treffens dürfte der Unmut über die Verteilung der WM-Erlöse ein Thema sein.

Mindestens 10,5 Millionen US-Dollar pro Team

Zusätzlich zum Preisgeld zahlt die FIFA jedem Team 1,5 Millionen US-Dollar für die Vorbereitung. Zusammen mit dem Startgeld von 9 Millionen US-Dollar stehen damit jedem Teilnehmer mindestens 10,5 Millionen US-Dollar für die WM-Teilnahme zu. Außerdem übernimmt der Weltverband Tagegelder für Unterkünfte und Reisen. Dennoch fürchten einige Verbände, dass diese Summen je nach sportlichem Abschneiden nicht reichen könnten, um alle Kosten zu decken. UEFA und FIFA äußerten sich dazu nicht.

Vor allem für Mannschaften mit Spielen in den USA dürften Reise- und Hotelkosten stark zu Buche schlagen. Hinzu kommt die Besteuerung, die sich von Bundesstaat zu Bundesstaat unterscheidet. Ein ähnliches Thema hatte es schon bei der Frauen-WM 2023 in Australien und Neuseeland gegeben, als unterschiedliche steuerliche Belastungen entstanden. Der DFB wird während des Turniers auf dem Gelände der Wake Forest University in North Carolina wohnen. Die Regelung zur Versteuerung der WM-Prämien sorgt laut Rettig beim Verband für „wirklich Unbehagen“. Als weiterer Unsicherheitsfaktor gilt der Wechselkurs des US-Dollars.

Hinzu kommt: Wer bei der WM weit kommt, muss auch intern tiefer in die Tasche greifen. Bei der WM 2022 und der EM 2024 hatte der DFB seinen Spielern für den Fall des Titelgewinns jeweils 400.000 Euro zugesagt. Bei einem Kader von 26 Profis wären das allein 10,4 Millionen Euro.

FIFA kalkuliert mit 9 Milliarden US-Dollar Umsatz

Für die FIFA soll das Turnier wirtschaftlich neue Maßstäbe setzen. Der Verband erwartet Einnahmen von 9 Milliarden US-Dollar, also rund 50 Prozent mehr als bisher. Fast 4 Milliarden davon fließen jedoch direkt in den Turnierbetrieb: Die FIFA bezahlt unter anderem die Abstellung der Spieler durch die Klubs, stellt Arbeitskräfte ein, organisiert das Schiedsrichterwesen, produziert die TV-Bilder, mietet Stadien an und finanziert Trainingscamps.

Weitere 2,25 Milliarden US-Dollar gehen über ein Auszahlungsprogramm an die Verbände, von denen jeder mindestens 3 Millionen erhält. Mit dem übrigen Geld deckt die FIFA ihren laufenden Betrieb sowie weitere Turniere. Auch die Kostenstruktur des Weltverbands ist zuletzt gestiegen: So wurde bekannt, dass das Einkommen von FIFA-Präsident Gianni Infantino erneut stieg. Zudem installierte Infantino zahlreiche neue Gremien mit Posten für Funktionäre, die ebenfalls Geld kosten.

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