Nur die Raute
·22. Juni 2026
HSV-Frauen: Wird Vereinslegende zur Dauerlösung?

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Rodolfo Cardoso übernahm die HSV-Frauen in großer Abstiegsnot und führte sie zum Klassenerhalt. Sein Einsatz sollte ursprünglich nur einige Wochen andauern.
Noch nach dem letzten Saisonspiel gegen den FC Bayern München hatte Vorstandschef Eric Huwer gesagt: „Es war klar, dass es im Sommer endet.“ Seitdem herrschte personeller Stillstand bei den HSV-Frauen. Der auslaufende Vertrag von Managerin Saskia Breuer wurde nicht verlängert. Eine Nachfolgerin allerdings ebenso wenig präsentiert, weshalb aktuell nach Abendblatt-Informationen der eigentlich für das Nachwuchsleistungszentrum zuständige Christoph Rohmer die Kaderplanung verantwortet.
Die Trainersuche schritt kaum voran. Vom ursprünglichen Plan, erneut eine Frau einzustellen, wird aller Voraussicht nach abgewichen werden. Der Trainerinnenmarkt in der Bundesliga sei nämlich schwierig, die Auswahl an möglichen Kandidatinnen überschaubar. Intern sei unter anderem der Name der ehemaligen Hamburgerin Kim Kullig gefallen, die bis September 2025 beim FC Basel arbeitete.

Foto: Getty Images
Viele andere Optionen gebe es allerdings nicht, weshalb nun wieder Cardoso in den Vordergrund rückt. Aktuell gelte er als Favorit auf den Trainerposten. In der laufenden Woche sollen die finalen Gespräche über seine Zukunft stattfinden. Angesichts des für den 01. Juli geplanten Trainingsauftakts dürfte der HSV eine schnelle Einigung anstreben. Daher werde in den nächsten Tagen auch die Zukunft der Assistenten Eren Sen, Phil Nabaoui, von Torwarttrainer Sascha Kirschstein sowie Athletiktrainer Felix Kleist thematisiert werden.
Das Team um Cardoso, der mittlerweile seit knapp 30 Jahren in verschiedensten Funktionen am Volkspark arbeitet, übernahm die HSV-Frauen Mitte April nach der Entlassung der glücklosen Liese Brancao und gewann direkt das wegweisende Spiel in Nürnberg. Anschließend setzte es zwar drei Niederlagen, der Klassenerhalt glückte aber dennoch. Zudem fielen die Leistungen durchaus ansprechend aus.
In der kommenden Spielzeit warten erneut ein harter Abstiegskampf, stoßen doch mit dem VfB Stuttgart und Mainz 05 zwei starke Aufsteiger in die Bundesliga. Um eine vollends konkurrenzfähige Mannschaft zu stellen, müssen daher die Transferaktivitäten an Fahrt aufnehmen. Bislang verpflichteten die HSV-Frauen mit Sylwia Matysik erst eine neue Spielerin, während die Anzahl der Abgänge sich auf die Zweistelligkeit zubewegt. Weitere Neuverpflichtungen, darunter eine neue Torhüterin, stünden aber unmittelbar bevor und sollen nach Klärung der Trainerfrage vollzogen werden.
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