Nur die Raute
·20. Juli 2026
HSV-Gerüchte nehmen zu: Wie realistisch ist eine Reis-Rückkehr?

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·20. Juli 2026

Die Vorstellung dürfte vielen HSV-Fans gefallen: Ludovit Reis kehrt nur ein Jahr nach seinem Abschied in den Volkspark zurück.
Ausgelöst wurden die Spekulationen durch Transfer-Insider Sacha Tavolieri, der den HSV als möglichen Interessenten nannte. Hintergrund ist die schwierige Situation des Niederländers beim FC Brügge. Nach dem Aufstieg im vergangenen Sommer wechselte Reis für rund sechs Millionen Euro zum belgischen Spitzenklub.
In der 120.000-Einwohner-Stadt entwickelte sich seine Karriere allerdings nicht wie erhofft. Der 26-Jährige kam wettbewerbsübergreifend lediglich auf zwölf Pflichtspiele und besitzt bei Brügge offenbar keine echte sportliche Perspektive mehr. Ein zeitnaher Abschied gilt daher als denkbar.
Auf den ersten Blick spricht eher wenig dafür. Der HSV hat in diesem Sommer bereits erhebliche Summen in sein Mittelfeld investiert. Mit Kofi Amoako, Albert Grönbaek und Martin Adeline wurden drei zentrale Spieler unter Vertrag genommen, die zusammengerechnet 10,5 Millionen Euro kosteten. Hinzu kommt die weiterhin bestehende Hoffnung auf eine Festverpflichtung von Fabio Vieira.
Vor allem aber liegen die größten Baustellen derzeit anderswo. Die Hamburger suchen weiterhin einen Nachfolger für Abwehrchef Luka Vuskovic, zwei Außenverteidiger sowie mindestens zwei neue Stürmer. Eine Verpflichtung von Reis wäre deshalb wohl eher ein Bonus-Transfer als eine absolute Priorität.

Foto: Getty Images
Auch finanziell wäre ein Deal kein Selbstläufer. Zwar dürfte Brügge die investierten sechs Millionen Euro kaum wieder einspielen können, verschenken werden die Westflandern den Mittelfeldmann nur ein Jahr nach dessen Ankunft aber ebenfalls nicht. Zudem kommt Reis aus einer schwierigen Saison, die von Verletzungen und sportlichen Rückschlägen geprägt war.
Ein weiterer Aspekt: Bei aller Zuneigung für den HSV pochte der ehemalige Fanliebling im vergangenen Sommer ziemlich leidenschaftlich auf einen vorzeitigen Abschied. „Er war klar in seinem Wechselwunsch“, verriet Sportdirektor Claus Costa erst kürzlich im Mopo-Gespräch. Wollen die Norddeutschen ihrem Ex-Schützling also nur 13 Monate später schon wieder Tür und Tor öffnen?
Andererseits: Reis kennt den Verein, Teile der Mannschaft und das Trainerteam bestens. Sein Verhältnis zu Merlin Polzin gilt als ausgezeichnet. Als der Mittelfeldspieler die Mannschaft im November 2025 überraschend beim Training besuchte, sagte der HSV-Coach: „Er wird immer ein Teil von uns sein. Dafür hat er zu viel geleistet und dafür mögen wir ihn auch zu gern.“
Hinzu kommt ein sportlicher Aspekt, der häufig übersehen wird. Trotz der quantitativ starken Besetzung im Mittelfeld verfügt der HSV aktuell kaum über einen Spieler mit dem Profil von Reis. Während Adeline, Grönbaek und auch Vieira offensivere Spielertypen beziehungsweise Nicolai Remberg sowie Kofi Amoako klassische Sechser sind, verkörpert der einstige Aufstiegsheld den Prototypen eines dynamischen Box-to-Box-Spielers. Reis schleppt den Ball durchs Mittelfeld, treibt das Spiel an und verbindet Defensive und Offensive.
Der einzig klassische Achter im aktuellen Kader ist Sambi Lokonga. Dieser ist jedoch eher ein tieferliegender Spielmacher, der sich in allererster Linie über seine Passqualität definiert. Außerdem ist klar, dass der Belgier verletzungsbedingt nicht über die vollen 34 Saisonspiele zur Verfügung stehen wird. In der letzten Spielzeit absolvierte er 26 Bundesliga-Partien und setzte zudem im DFB-Pokal aus. Fraglos würde es dem HSV deshalb gut tun, seinen Kader nicht nur in der Spitze, sondern auch in der Breite zu verstärken.







































