Nur die Raute
·19. September 2026
HSV vor Schlüsselduell gegen Köln: Das wichtigste Spiel seit Ulm?

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·19. September 2026

Ein echtes Schicksalsspiel hatte der HSV schon seit einer Weile nicht mehr. Es spricht viel dafür, dass am Wochenende gegen Köln mal wieder eins ansteht.
Der 10. Mai dürfte im Kalender eines jeden HSV-Fans dick angestrichen sein. Na klar: der Tag, an dem der Hamburger Sportverein mit einem fulminanten 6:1 gegen den SSV Ulm den lang ersehnten Aufstieg in die Bundesliga perfekt machte. Es war eine jener Partien, die im Vorfeld, währenddessen und auch danach als sogenanntes Schicksalsspiel deklariert worden ist. Es hätte auch anders laufen können, gerieten die Rothosen damals doch zunächst in Rückstand. Das Wort Aufstiegsangst waberte durch den Volkspark, wurde aber schnell wieder vertrieben. Die Aufstiegshelden schrieben die Geschichte des Schicksalsspiels zu ihren Gunsten.
Ein solch enorm wichtiges Spiel gab es seitdem nicht – mit Ausnahme der emotional so wichtigen Derbys vielleicht. Aus Sicht der Anhänger: zum Glück. Schließlich konnte man in der vergangenen Saison trotz verpatztem Start schon am 32. Spieltag den Klassenerhalt perfekt machen. Doch jetzt steht dem HSV wieder ein Schicksalsspiel bevor. Und das, obwohl die Saison erst drei Spieltage alt ist.
Trotzdem spricht vieles dafür, dass die kommende Partie gegen den FC Köln darüber entscheiden wird, wie es in dieser Spielzeit mit dem HSV weitergeht.
Es ist der zweite Auftritt im eigenen Wohnzimmer. Wie der erste aussah, ist allseits bekannt: Nach der knappen und vertretbaren Niederlage in Dortmund hagelte es am zweiten Spieltag fünf Tore von Mainz. Von vielen als Ausrutscher deklariert, der schon mal passieren kann, wenn so viele Neue in der ersten Elf stehen. Eine Mannschaft, die noch nie so zusammengespielt hat, kann am Anfang eben schon mal baden gehen.

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Eine Woche später sah es gegen eigentlich gar nicht mal so formstarke Leipziger ganz ähnlich aus. Hier machten zumindest die Minuten nach der Pause vielen Beobachtern Hoffnung, nach Abpfiff überwog aber die Enttäuschung über die vor allem defensiv eklatanten Ausfälle. Auch offensiv fehlte es dem HSV in Leipzig an Durchschlagskraft, Akzente im gegnerischen Sechzehner waren Mangelware, und auch die fehlende Fitness von Promi-Neuzugang Fabio Vieira, die einen Startelfeinsatz noch verhinderte, schlug ins Gewicht.
Trotz alldem war die Botschaft nach dem Spiel klar, und Fans sowie Mannschaft waren sich einig: Wir stehen zusammen. Entsprechend kamen die mitgereisten Anhänger gar nicht auf die Idee, nach dem Debakel zu schweigen oder gar zu pfeifen. Sie feierten ihr Team trotz Klatsche. Eine Fanbindung, die nicht jeder Bundesliga-Klub vorzuweisen hat.
Steht nach dem Köln-Spiel weiterhin die Null bei erzielten Toren und Punkten, könnte die Stimmung allerdings langsam aber sicher kippen. Die Geißböcke starteten mit drei Punkten aus vier Spielen durchwachsen, aber solide in die Saison. Gegen wen sollen die Punkte her, wenn nicht gegen Mittelmaßteams? Langsam will der HSV das Punktekonto schließlich füllen, um nicht als absolutes Kellerkind in die Länderspielpause zu gehen. Und wie viel Zeit braucht eine neu zusammengewürfelte Mannschaft, um eine bundesligareife Leistung auf den Platz zu bringen? Fragen, mit denen Fans und Verantwortliche sich bei einem Misserfolg gegen Köln sicherlich werden beschäftigen müssen.
Vor allem die mangelnde Stabilität in der Defensive bereitet Sorgen und könnte dafür sorgen, dass die HSV-Bosse hinten doch noch mal nachlegen. Hinzu kommt: Je länger die Sieglossträhne anhält, desto schwieriger dürfte es für die Profis auf dem Platz werden, die Stimmung hochzuhalten. Ein Team, das direkt zu Beginn der Saison ums Überleben kämpfen muss, entwickelt selten Spaß am Spiel. Und den brauchen Spieler wie Vieira, El Ouahdi und Co. eigentlich.

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Auch der Umgang mit dem Trainerteam um Merlin Polzin und der viel und ausgiebig besprochenen Verlängerung könnte zur Stolperfalle für den HSV werden. Wartet man das frühe Schicksalsspiel gegen Köln ab und das geht schief, kommen die Verantwortlichen in Bedrängnis. Eine Ausweitung der gemeinsamen Arbeit wäre dann nur noch schwerlich zu verargumentieren.
Unter den Teppich kehren und abwarten dürfte nach dem Medienrummel um die Verlängerungsthematik nicht funktionieren – auch in diesem Szenario würde man schnell in Erklärungsnot geraten. Schließlich waren die Aussagen der letzten Wochen ergebnisunabhängig und als grundsätzliche Bestätigung der Arbeit von Polzin und seinem Team zu verstehen. Ist diese Überzeugung nicht weiterhin da, wenn das Spiel gegen Köln erneut in die Hose geht?
Viele Aspekte deuten also zum Leidwesen aller HSV-Fans darauf hin, dass das kommende Spiel keine gewöhnliche vierte Saisonpartie sein wird. Vielmehr könnte sie über den weiteren Saisonverlauf, die Stimmung im Umfeld und die Zukunft des Trainerteams mitentscheiden.
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