Anfield Index
·18. Juli 2026
„Ich bin völlig schockiert“ – Liverpool wegen Transferflaute kritisiert

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·18. Juli 2026

Liverpool treibt mit mehr Unsicherheit als Klarheit in die zweite Julihälfte, und das ist ein Problem, das sie selbst verursacht haben. Der Klub hat viel Erfahrung und Qualität ziehen lassen, während sich die Neuzugänge auf Jeremy Jacquet von Rennes für 60 Mio. Pfund inklusive Boni und Victor Munoz von Osasuna für 34,5 Mio. Pfund beschränken. Auf dem Papier ist das Bewegung. In der Praxis sieht es bei Weitem nicht nach genug aus.
Das war der zentrale Punkt, den Steve Nicol bei ESPN FC ansprach. Seine Frustration war direkt und, ehrlich gesagt, leicht nachzuvollziehen. „Ich bin absolut schockiert. Die Saisonvorbereitung hat bereits begonnen. Sie haben dieses Jahr schon wieder mehr abgegeben, als sie geholt haben. Sie haben einen jungen Verteidiger geholt, der noch komplett roh ist. Munoz wirft Fragen auf, und das soll’s gewesen sein? Ich weiß nicht, was ich sagen soll.“
Man muss das nicht unnötig verkomplizieren. Liverpool hat Mohamed Salah, Andy Robertson und Ibrahima Konate ablösefrei verloren. Das sind keine Ergänzungsspieler. Das sind prägende Namen, Führungsspieler und bewährte Leistungsträger. Ein solches Maß an Einfluss zu ersetzen, hätte ohnehin entschlossenes Handeln erfordert. Stattdessen hat sich der Klub langsam bewegt, und der Kader wirkt derzeit dünner, als es sich eine Mannschaft erlauben sollte, die auf vier Hochzeiten tanzen will.
Andoni Iraola hat bereits klargemacht, dass er vor Schließung des Transfermarkts weitere Neuzugänge braucht. Das hätte den Fokus in der Rekrutierungsabteilung schärfen müssen. Stattdessen ist das Umfeld um Liverpool weitgehend spekulativ geblieben, und das konkrete Geschäft ist bei zwei Verpflichtungen stehen geblieben, die womöglich Zeit brauchen, statt sofortige Lösungen zu sein.
Nicol formulierte es deutlicher als die meisten und sagte: „Diese ganze Gerüchte-Sache – selbst bei den Gerüchten sprechen wir nur über zwei Spieler. Es tut mir leid, aber ich bin hier völlig ratlos. Ich habe keine Ahnung, was da vor sich geht. Sie hätten jetzt ganz sicher schon mehr Verpflichtungen haben müssen, und je länger es ohne weitere geht, desto mehr zeigt es, dass sie am Ende zocken werden, obwohl sie das nicht sollten.“

Foto: IMAGO
Hier spitzt sich das Problem zu. Iraola übernimmt gerade einen Klub, der 2024/25 unter Arne Slot die Premier League gewann, bevor er 2025/26 deutlich einbrach. Er tritt eine Aufgabe an, die eine schnelle Reparatur braucht, nicht ein langes Dahintreiben durch den Transfermarkt. Ein neuer Cheftrainer kann mit jungen Spielern arbeiten, die Struktur verbessern und neue Energie freisetzen, aber er kann keine Kadertiefe aus dem Nichts erschaffen.
Liverpool braucht einen Rechtsaußen, um den Verlust von Salahs Output aufzufangen. Sie brauchen defensive Verstärkungen, besonders angesichts der bisherigen Sorgen um die Belastbarkeit auf der Rechtsverteidiger- und Innenverteidigerposition. Auch eine echte Nummer 6 wäre hilfreich, jemand, der dem Team in einer Saison, in der Rhythmus entscheidend sein wird, Kontrolle und Absicherung gibt.
Nichts davon ist eine gewagte Analyse. Das ist Kaderplanung 101. Wenn Rivalen früh und zielstrebig handeln, hat Zögern seinen Preis. Manchester City, Manchester United, Aston Villa und Tottenham haben alle entschlossener agiert. Liverpool wirkt im Gegensatz dazu so, als warte man darauf, dass sich der Markt von selbst löst.
Die eigentliche Sorge ist nicht nur, dass Liverpool erst zwei Spieler verpflichtet hat. Es ist, dass sie viel Geld ausgegeben haben und trotzdem nicht wesentlich näher daran zu sein scheinen, komplett zu wirken. Nicol brachte es treffend auf den Punkt: „Sie haben gerade 100 Mio. Pfund für zwei Spieler ausgegeben, bei denen wir nicht einmal wissen, ob sie morgen in einem Spiel starten würden, und sie brauchen fünf oder sechs. Ich sage euch was: Ich hoffe, das Bankkonto ist gut gefüllt, denn das muss es auch sein.“
Das mag hart klingen, aber der Kernpunkt bleibt bestehen. Liverpool ist in mehreren Schlüsselbereichen noch immer zu dünn besetzt, und jede verzögerte Entscheidung erhöht später im Transferfenster den Druck. Dann zahlen Klubs zu viel, machen Kompromisse oder geben sich mit Zweitlösungen zufrieden. Gute Kaderplanung ist meist proaktiv. Panikkäufe passieren, wenn die Planung ins Rutschen gerät.
Zeit ist natürlich noch da. Ein Monat auf dem Transfermarkt kann das Bild schnell verändern. Aber Zeit allein ist keine Strategie. Liverpool braucht Taten, und zwar bald, denn Iraolas erste Saison wird stark davon geprägt werden, was der Klub in den nächsten Wochen tut – nicht davon, was er eigentlich hatte tun wollen.
Dieser Artikel wurde mithilfe künstlicher Intelligenz ins Deutsche übersetzt. Die Originalversion auf 🏴 kannst du hier lesen.
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