„Ich gehöre zu Dortmund wie der BVB!“ – Neuzugang Lena Ostermeier im Interview | OneFootball

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·9. Juni 2026

„Ich gehöre zu Dortmund wie der BVB!“ – Neuzugang Lena Ostermeier im Interview

Artikelbild:„Ich gehöre zu Dortmund wie der BVB!“ – Neuzugang Lena Ostermeier im Interview

Lena, nach 14 Jahren bei der SGS Essen heißt es ab Sommer Borussia Dortmund. Was waren deine Beweggründe?Ich wusste, dass ich irgendwann für Borussia Dortmund spielen möchte. Ich komme aus Dortmund, bin mit dem BVB groß geworden, habe früher schon als Kind die Spiele verfolgt und für mich war klar: Irgendwann muss ich für diesen Verein spielen. Jetzt ist der Zeitpunkt gekommen.

Trotzdem ist beim Abschied aus Esssen etwas Wehmut dabei?Ja, natürlich. In Essen bin ich fußballerisch aufgewachsen und groß geworden. Ich habe Essen sehr viel zu verdanken. Das ist ein sehr familiäres Umfeld, das mich super aufgenommen und über viele Jahre begleitet hat. Da ist es absolut kein leichter Schritt, jetzt den Cut zu ziehen. Trotzdem bin ich froh, jetzt für den BVB zu spielen und noch etwas Neues zu erfahren.


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Auch wenn der Trainer mit Markus Högner ein alter Bekannter ist?Ohne Markus wäre ich jetzt nicht da, wo ich bin. Er hat mich aus der U17 hochgezogen und ich bin ihm unfassbar dankbar für alles, was er mir ermöglicht hat. Nach dem Jahr Abstand bin ich froh, dass ich ihn wieder als Trainer habe, weil man einfach weiß, was man aneinander hat. Natürlich haben wir uns beide in dem Jahr weiterentwickelt, deswegen bin ich auch gespannt, wie es dann wird, wieder mit ihm ins Training zu gehen.

Wie würdest du dich als Spielertyp charakterisieren?Ich bin eine Malocherin. Ich werfe mich in jeden Zweikampf und freue mich jedes Mal, wenn ich einen gewinne, grätschen und wirklich alles reinhauen kann. In der Offensive coache ich gerne die Spielerinnen. Bedeutet, dass ich von hinten heraus die Kontrolle über die Mannschaft habe und so auch den Mitspielerinnen helfen kann.

Du warst in der Bundesliga zu Hause. Jetzt heißt es in der nächsten Saison Regionalliga. Warum bist du trotzdem von diesem Schritt für dich persönlich überzeugt?Ich habe gemerkt, wie engagiert der BVB die Frauenabteilung hochzieht. Was und wer hier alles dahintersteht, was neben dem Platz alles geleistet wird – das ist professionell auf Top-Niveau. Ich möchte dazugehören, mit dem BVB den nächsten Schritt gehen und den Verein weiter nach vorne bringen.

Du bist in Schwerte geboren, hast beim SV Sölderholz mit dem Fußballspielen angefangen, an der TU Dortmund promoviert und bist bei der Freiwilligen Feuerwehr aktiv. Was bedeutet dir Dortmund als Stadt? Dortmund ist meine Heimat. Ich bin in Lichtendorf aufgewachsen, lebe immer noch in Lichtendorf. Man könnte schon fast sagen, ich gehöre zu Dortmund wie der BVB (lacht).

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Und wie sehr gehörst du zum BVB?Auch da: Ich bin mit dem BVB groß geworden. Ich habe als kleines Kind erst selber Fußball gespielt in Sölderholz. Im Anschluss immer die Spiele vom BVB angeschaut, mitgefiebert und manchmal direkt danach wieder raus in den Garten, weil ich es besser machen wollte, wenn der BVB verloren hat (lacht). Der BVB hatte also schon früh einen großen Stellenwert in meinem Leben und es ist schön, dass ich jetzt noch etwas für den BVB tun kann.

Die Chance hast du früher nicht gehabt, da es keinen Frauenfußball beim BVB gab. Wie hast du die Entwicklung der vergangenen Jahre erlebt?Ich verfolge es schon, seitdem es auf der Mitgliederversammlung diskutiert wurde. Als entschieden wurde, dass es eine Frauenabteilung geben wird, habe ich mich extrem gefreut. Ich fand es auch den absolut richtigen Schritt, den Frauenfußball von Grund auf neu aufziehen und sich nicht höher irgendwo einzukaufen. Das macht den BVB auch aus. Natürlich hätte ich mich gefreut, wenn das schon etwas eher stattgefunden hätte, aber trotzdem bin ich froh, dass die Frauenabteilung jetzt da ist, wo sie ist und ich ab sofort ein Teil davon bin.

Was bedeutet es dir das emotional?Es ist einfach ein Kindheitstraum. Früher hat man sich noch nicht so die Gedanken gemacht. Irgendwann kam die Gewissheit, dass man eigentlich gar nicht für den BVB spielen kann, weil es keine Frauen- und Mädchenabteilung gab. Deswegen freut es mich umso mehr, dass ich ab Sommer endlich diesen Traum leben darf.

Wie sehen deine Ziele aus – persönlich und mit dem BVB?Ich möchte natürlich so viel Einsatzzeit sammeln, wie möglich ist. Und ganz ehrlich: Ich will mit dem BVB Titel gewinnen. Ich habe in Essen leider keinen einzigen Titel sammeln können. Deswegen würde es mich sehr freuen, wenn wir hier Meisterschaften und Aufstiege feiern würden. Das Wichtigste aber, das steht über allem: Gesund bleiben.

In Essen hatten wir mit Sicherheit eins der besten Stadien der ersten Liga. Das Stadion Rote Erde ist aber viel traditionsreicher und hat einen ganz anderen Charakter. Ich war beim Derby gegen Schalke im Stadion. Das war etwas ganz Besonderes und ich hatte selbst im Publikum schon Gänsehaut. Jetzt freue ich mich einfach unfassbar, dass ich bald auf der anderen Seite stehe und das Ganze vom Platz aus miterleben und aufnehmen darf.

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