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·30. September 2026

„Ich warte ab“ – Klopp will vom möglichen Liverpool-Titel am Grünen Tisch nichts wissen

Artikelbild:„Ich warte ab“ – Klopp will vom möglichen Liverpool-Titel am Grünen Tisch nichts wissen

Herzogenaurach. Eigentlich ging es um Serbien. Deutschland empfängt am Donnerstag in München den Tabellenletzten der Gruppe A2, nach einem Punkt aus zwei Spielen braucht die Nationalmannschaft einen Sieg. Doch auf der Pressekonferenz am Mittwoch kam auch eine Frage, die mit dem DFB nichts zu tun hat und mit Jürgen Klopp sehr viel: Was hält er vom Schuldspruch gegen Manchester City – und von der Möglichkeit, dass sein früherer Klub Liverpool nachträglich Meistertitel zugesprochen bekommt?

Klopp lachte. Und antwortete so, wie man es von ihm erwarten konnte, wenn er ein Thema nicht aufmachen will.


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„Ich kann nur abwarten“

Natürlich habe er davon gehört, sagte Klopp laut Goal, aber er habe sich nicht viele Gedanken darüber gemacht. „Ich kann nur abwarten.“ Mit dem Verfahren habe er nichts zu tun: Falls Sanktionen verhängt würden, habe er darauf keinen Einfluss. „Ich bin weit davon entfernt, mich auf einen Titel oder so etwas vorzubereiten.“

Auf die Details der mutmaßlichen Regelverstöße ging er ausdrücklich nicht ein: „Ich kenne die Details nicht und sie interessieren mich nicht.“

Respekt für Guardiola

Bemerkenswert war, welchen Satz Klopp stattdessen wählte. Er habe „großen Respekt vor Pep Guardiola und dem Fußball von City“, sagte er. „Sie haben fantastischen Fußball gespielt und waren ein erstklassiger Gegner für uns.“

Es ist eine Aussage, die man gegen den Kontext lesen muss. Die Rivalität zwischen Klopps Liverpool und Guardiolas City prägte fast ein Jahrzehnt der Premier League. In 25 Duellen als Liverpool-Trainer gewann Klopp zehnmal, sieben Spiele endeten unentschieden. Mehrfach entschied sich die Meisterschaft zwischen beiden Klubs um einen einzigen Punkt. Dass Klopp in einem Moment, in dem City in fast allen Anklagepunkten schuldig gesprochen worden sein soll, das Spiel des Gegners lobt, ist eine bewusste Entscheidung.

Warum die Frage überhaupt gestellt wird

Nach Berichten von The Athletic und BBC hat eine unabhängige Kommission Manchester City in 114 von 115 Anklagepunkten wegen Verstößen gegen Finanzregeln für schuldig befunden. Das Urteil ist nicht veröffentlicht, über das Strafmaß ist noch nicht entschieden, City hat angekündigt, in Berufung zu gehen. In England wird seither über alles spekuliert: Geldstrafe, Punktabzug, Zwangsabstieg – und rückwirkende Titelentzüge.

Für Liverpool sind zwei Spielzeiten besonders interessant, in denen der Klub unter Klopp jeweils mit einem Punkt Rückstand hinter City Zweiter wurde. Ob ein Titel überhaupt nachträglich neu vergeben werden könnte, ist juristisch offen. Klopp hat mit dieser Debatte erkennbar kein Interesse, sich zu beschäftigen.

„Mit dem, was wir erreicht haben, bin ich absolut zufrieden“

Seine Bilanz in Liverpool verteidigte er nicht mit Zahlen, sondern mit einer Haltung. „Ich bin absolut zufrieden mit dem, was wir in Liverpool erreicht haben. Wir haben auf dem Platz hart gekämpft. Mehr kann ich dazu nicht sagen.“

Klopp gewann mit den Reds 2019 die Champions League und 2020 die erste Meisterschaft des Klubs seit 30 Jahren. Die Erinnerung an diese Titel, so lässt sich seine Antwort verstehen, hängt nicht davon ab, was in einem Aktenordner in London steht.

Der Fokus liegt woanders

Es ist auch eine Frage der Prioritäten. Klopp steht nach seinen ersten beiden Länderspielen als Bundestrainer bei einem Punkt: 1:1 in Amsterdam, 0:1 gegen Griechenland in Augsburg – die erste Niederlage gegen die Griechen überhaupt. Deutschland ist in der Gruppe A2 Dritter. Am Donnerstag gegen Serbien und am Sonntag in Thessaloniki muss der zweite Kader die Lage korrigieren.

Ein Titel am Grünen Tisch für einen Klub, den er vor mehr als zwei Jahren verlassen hat, rangiert in dieser Woche nicht weit oben auf seiner Liste. Er hat es freundlich, aber deutlich gesagt.

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