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·17. Juni 2026

Im Zeichen von Robert Enke: Das einzige Duell mit der Elfenbeinküste

Artikelbild: Im Zeichen von Robert Enke: Das einzige Duell mit der Elfenbeinküste

Die deutsche Nationalmannschaft trifft im zweiten Gruppenspiel bei der FIFA Weltmeisterschaft in den USA, Kanada und Mexiko am Samstag (ab 22 Uhr MESZ, live im ZDF und bei MagentaTV) auf die Elfenbeinküste. Die bisher einzige Begegnung beider Nationen endete 2009 unter emotionalen Umständen mit 2:2 (1:0)DFB.de blickt auf die Geschichte dieser Begegnung zurück.

Die Historie nach dem Ausgang eines Fußballspiels zu beleuchten hilft im Falle der Elfenbeinküste kaum: Deutschland ist zwar noch ungeschlagen, aber auch sieglos, denn das einzige Länderspiel gegen "Les Elephants" endete mit einem Unentschieden. Immerhin ist auch heute noch ein Spieler dabei, der vom 18. November 2009 erzählen kann: Manuel Neuer stand beim 2:2 in der zweiten Halbzeit im Tor. Es war der Tag, als der Begriff "Trauerspiel" eine andere Bedeutung bekam.


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Die Freude über die gerade geglückte WM-Qualifikation für Südafrika war vor dem letzten Länderspiel des Jahres der Trauer um Robert Enke gewichen. Der Aspirant auf die Nachfolge von Jens Lehmann im deutschen Tor war am 9. November freiwillig aus dem Leben geschieden. Das zwei Tage später angesetzte Länderspiel gegen Chile wurde abgesagt, und so war der Test gegen die Ivorer Spiel eins nach dem Schock, der nicht nur die Nationalmannschaft erfasst hatte. Sie alle waren bei der Trauerfeier im Stadion von Hannover gewesen, angeführt von Kapitän Michael Ballack betraten die Nationalspieler zum denkbar traurigsten Anlass den Rasen eines Fußballstadions.

In Gelsenkirchen mit Trauerflor

Es war also ein Spiel unter ganz besonderen Vorzeichen, zu dem sich die Kontrahenten neun Tage nach der Tragödie in Gelsenkirchen trafen. Übrigens auch für die Westafrikaner, in deren Reihen zwei Bundesligaspieler standen. Arthur Boka vom VfB Stuttgart sagte dem Kicker: "Das Spiel gegen Deutschland ist für uns wie ein WM-Finale."

Ungeschlagen wie auch jetzt waren die Ivorer durch die WM-Qualifikation gegangen, nun wollte das Team um den in Gelsenkirchen allerdings fehlenden Topstar Didier Drogba wissen, inwieweit es mit den besten Europäern mithalten konnte. Die Mannschaft von Joachim Löw war damals Vizeeuropameister. Der Bundestrainer musste auf Miroslav Klose verzichten, dessen Kinder erkrankt waren und deshalb eine Ansteckungsgefahr bestand. Das war die Chance für den Leverkusener Stefan Kießling, der sein Startelfdebüt gab.

Bevor es im neuen 4-4-2-System vor halbleeren Rängen (33.015 Zuschauer) losging, gab es eine Schweigeminute für den Torwart von Hannover 96, der gute Chancen gehabt hätte, bei der WM in Südafrika zu spielen. Auch hatte die Mannschaft in der Stadionzeitschrift einen offenen Brief an Robert Enke veröffentlicht, der mit dem Satz endete: "Wir sind ein Team. Und Du wirst immer ein Teil des Teams bleiben." Natürlich trugen sie Trauerflor.

Robert Enke allgegenwärtig

Um den auf tragische Weise frei gewordenen Platz kämpften in Abwesenheit des verletzten René Adler der Bremer Tim Wiese und nach der Pause Schalkes Manuel Neuer - jeweils in ihrem zweiten Länderspiel. Nicht mehr Spiele wies Rechtsverteidiger Jerome Boateng auf, Mesut Özil lief zum siebten Mal auf. Der Aufbau der Weltmeisterelf von 2014 nahm gerade ihren Anfang. Spielführer in Vertretung des angeschlagenen Michael Ballack war Philipp Lahm. Zwischen Andreas Beck und Arne Friedrich, die beide auf der Bank saßen, wurde ein Trikot von Robert Enke platziert.

Feine Geste der Gäste: Die Ivorer machten sich in Enke-Shirts warm. Joachim Löw sagte: "Wir wollen alles tun, um zur Normalität zurückzukehren." Dennoch erging an die Stadionregie die Order, keine Musik nach Toren zu spielen. Schon nach elf Minuten hätte es Anlass dazu gegeben, da verwandelte Lukas Podolski einen von Kießling herausgeholten Foulelfmeter. Die Gäste antworteten prompt mit einem Lattenschuss von Emmanuel Eboué, Piotr Trochowski traf den Außenpfosten in dem regen Spiel. Mit 1:0 ging es in die Kabinen.

Podolski trifft doppelt

Ausgerechnet in seinem Heimstadion war es dann Manuel Neuer, der nach einem recht scharfen und aufsetzenden Rückpass seines Schalker Kollegens Heiko Westermann unglücklich Emmanuel Eboué anschoss, so dass der Ball ins Tor prallte (57.). Der Schütze bekam davon nichts mit, er sackte an der Brust getroffen zusammen und rang um Luft.

Fünf Minuten vor Schluss sah es plötzlich nach einer Niederlage aus, als der gerade eingewechselte Seydou Doumbia die deutsche Abwehr austanzte und von der Strafraumgrenze zum 2:1 aus Sicht der Ivorer einnetzte. Doch der an diesem Tag herausragende Podolski traf noch in der dritten Minute der Nachspielzeit aus der Drehung und spitzem Winkel zum gerechten 2:2. Nach Chancen hätte es auch 8:6 ausgehen können, aber das Ergebnis war das Unwichtigste am Tag, als die Nationalmannschaft ein Trauerspiel bestreiten musste, um zurück in die Normalität zu finden.

Der Kicker bilanzierte: "Die deutsche Elf zeigte einen Test der besseren Art, in dem sie immer bemüht war, Chancen zu kreieren und Tore zu erzielen." Trotz allem.

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