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·17. Juli 2026

Immer noch Skepsis: Klopp-Entscheidung am Wochenende erwartet!

Artikelbild:Immer noch Skepsis: Klopp-Entscheidung am Wochenende erwartet!

Über New York liegt Rauch von den Waldbränden auf Long Island, die Skyline verschwindet im Dunst. Ausgerechnet dort, rund um das WM-Finale, hofft der DFB auf ein anderes Signal: weißen Rauch im übertragenen Sinne. Denn das wochenlange Ringen um die Zukunft der Nationalmannschaft soll in ein klares Ergebnis münden, die Berufung von Jürgen Klopp zum neuen Bundestrainer.

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Jürgen Klopp lächelt als TV-Experte beim Gruppe-E-Spiel der WM 2026 zwischen Deutschland und Curaçao im Houston Stadium am 14. Juni 2026 in Houston. (Alexander Hassenstein / Getty Images)


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Verhandlungen auf zwei Kontinenten

Wie in einem kirchlichen Konklave wird hinter verschlossenen Türen noch auf mehreren Ebenen gerungen. In Deutschland soll der bereits vorverhandelte Vertrag mit Laufzeit bis zur WM 2030 bei einem Gespräch mit Klopps Berater Marc Kosicke endgültig unterschriftsreif gemacht werden. Parallel dazu muss sich Klopp in New York von seinem aktuellen Arbeitgeber lösen. Dort trifft er Red-Bull-Geschäftsführer Oliver Mintzlaff, um über die Modalitäten einer vorzeitigen Vertragsauflösung zu sprechen. Eigentlich ist der 57-Jährige als Fußball-Verantwortlicher des Getränkekonzerns noch bis 2029 gebunden.

Innerhalb des Verbands gibt es an der fachlichen Eignung des erklärten Wunschkandidaten kaum Zweifel. Eine Umfrage des SID unter Funktionären fördert durchweg positive Einschätzungen zutage. Klopp sei „der perfekte Mann“, stamme aus dem „allerhöchsten Regal“ und müsse schlicht Bundestrainer werden, heißt es unisono. Kritik entzündet sich dagegen an der Art und Weise des Prozesses. Die Kommunikationsstrategie von DFB-Präsident Bernd Neuendorf stößt nicht überall auf Zustimmung, zudem fordern mehrere Stimmen eine gründliche Aufarbeitung des jüngsten WM-Debakels, idealerweise bevor ein neuer Chefcoach überhaupt verpflichtet wird. Auch die finanzielle Dimension des Gesamtpakets Klopp sorgt an der Basis mancherorts für Unbehagen.

Kosickes Nähe zu Sportfive wirft Fragen auf

Hinzu kommen Bedenken wegen der geschäftlichen Verflechtungen von Berater Kosicke mit dem Sportrechtevermarkter Sportfive, zu dessen Partnern unter anderem Borussia Dortmund und Schalke 04 zählen. Gemeinsam mit Sportfive hat Kosicke die Agentur ProjectFive gegründet, über die er Klopp und dessen mutmaßlich künftigen DFB-Assistenten Pepijn Lijnders vertritt. Deutsche Nationalspieler gehören allerdings nicht zu seinem Klientenkreis. All diese Vorbehalte dürften den Deal am Ende zwar kaum kippen, zeigen aber, an welchen Stellen noch Überzeugungsarbeit nötig ist.

Auch abseits des Sportlichen muss Klopp aus einem Geflecht von Abhängigkeiten gelöst werden. Dazu zählt sein Werbevertrag mit der Vermögensberatung DVAG, der seit elf Jahren besteht und direkt mit ERGO konkurriert, dem DFB-Partner mit Vertrag bis 2030. Andere Werbeengagements Klopps sollen sich dagegen nicht in die Quere kommen.

Klopp als TV-Experte mitten im Finaltrubel

Während im Hintergrund verhandelt wird, geht Klopps Alltag als WM-Experte für MagentaTV unbeirrt weiter. Aktuell bereitet er sich auf die Analyse des Endspiels am Sonntag vor, das Spiel um Platz drei am Samstag übernehmen Kollegen. Die Einordnung der beiden Halbfinals fällt ihm dabei erkennbar leicht. Er hat vier Nationalmannschaften mit klarem Profil erlebt: den offensiven Wirbel der Franzosen, das eher abwartende englische Kollektiv, die kompromisslosen spanischen Kontrolleure des Spiels sowie die zähen Argentinier, die sich ganz in den Dienst von Lionel Messi stellen. Bei aller Unterschiedlichkeit einte diese Teams eine hohe Intensität, ein starkes Zusammengehörigkeitsgefühl, klare Struktur und individuelle Extraklasse, genau jene Zutaten, die der deutschen Auswahl bei ihrem enttäuschenden WM-Auftritt schmerzlich fehlten.

Aus diesen Eindrücken dürfte Klopp Bausteine für den Neuaufbau der Nationalmannschaft ziehen. Wie schon auf seinen bisherigen Stationen dürfte sein Fußball auch beim DFB von hohem Tempo, aggressivem Gegenpressing und schnellen Überfallangriffen geprägt sein. Bevor es jedoch losgehen kann, braucht es die letzten Klärungen, den ersehnten weißen Rauch. Erst danach kann Klopp unterschreiben und sein „Projekt 2030“ offiziell starten. Wahrscheinlich ist, dass er bereits in der kommenden Woche in der Frankfurter DFB-Zentrale offiziell vorgestellt wird.

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