RB Leipzig
·8. Juni 2026
In dieser WM steckt mehr RBL, als du denkst

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·8. Juni 2026

Eine Weltmeisterschaft ist immer auch eine Sammlung von Wegen. Manche beginnen auf Bolzplätzen, manche in Nachwuchsleistungszentren, manche in großen Akademien. Und einige dieser Wege führten irgendwann durch Leipzig.
Wenn am 11. Juni die WM in den USA, Mexiko und Kanada beginnt, sind die Roten Bullen nicht nur durch sechs aktuelle Profis vertreten. Auch ein Blick in die Kader anderer Nationen zeigt: Überall tauchen Namen auf, die einmal das RBL-Trikot getragen haben. Manche wurden hier groß. Manche waren nur kurz da. Andere sind längst Weltstars.
Insgesamt werden 17 ehemalige RBL-Profis bei der WM für ihre Nationen auflaufen – und es fühlt sich fast wie eine kleine Weltreise an: von Spanien über Frankreich und Österreich bis nach Tunesien, Norwegen, Südkorea, Brasilien und in die USA.
Leipzig steht nicht überall drauf. Aber wenn man genauer hinschaut, steckt in vielen Geschichten ein Stück Leipzig drin.

Dani Olmo, Joško Gvardiol und Joshua Kimmich reisen nicht mehr als WM-Neulinge an. Olmo und Gvardiol stehen vor ihrer zweiten Endrunde, Kimmich sogar vor seiner dritten. Besonders spannend aus RBL-Sicht: Bei der WM 2022 in Katar liefen Olmo und Gvardiol noch für die Roten Bullen auf. Vier Jahre später kehren sie mit noch mehr internationalem Gewicht auf die Weltbühne zurück.

Manchmal zeigt sich Leipziger Vergangenheit nicht nur im Lebenslauf, sondern auch in der Art, wie Spieler Fußball verteidigen.
Dayot Upamecano und Ibrahima Konaté stehen mit Frankreich in Gruppe I – und könnten dort Teil einer Defensive sein, die bei einem der großen Turnierfavoriten traditionell besonders im Fokus steht. Beide kamen als junge, hochtalentierte Innenverteidiger nach Leipzig. Beide entwickelten sich bei RBL in einem Spielstil, der Verteidiger früh fordert: hohe Linie, große Räume im Rücken, viele direkte Duelle, viel Verantwortung im Aufbau.
Genau diese Schule hat ihre Karrieren geprägt. Upamecano wechselte später zum FC Bayern, Konaté zum FC Liverpool. Aus zwei Leipziger Talenten wurden zwei Verteidiger für die absolute europäische Spitze – und nun zwei Optionen für Frankreich auf der größten Bühne.
Besonders spannend wird der Blick auf das letzte Gruppenspiel gegen Norwegen. Dort könnten Upamecano und Konaté auf zwei weitere frühere Leipziger treffen: Alexander Sørloth und Ørjan Nyland stehen im norwegischen Aufgebot. Und mit Antonio Nusa ist auch ein aktueller RBL-Profi Teil dieser Geschichte.

Norwegen ist erstmals seit 1998 wieder bei einer WM dabei. Schon das allein macht die Gruppe I interessant. Zum Auftakt geht es gegen den Irak, danach gegen Senegal und schließlich gegen Frankreich.

Bei Österreich laufen gleich mehrere Leipziger Linien zusammen. Marcel Sabitzer und Konrad Laimer prägten über Jahre das RBL-Spiel: Sabitzer als Kapitän, Antreiber und Torschütze aus der zweiten Reihe, Laimer als Balleroberer, Pressingspezialist und Taktgeber gegen den Ball.
An der Seitenlinie steht mit Ralf Rangnick der Mann, der RB Leipzigs sportliche Idee wie kaum ein anderer geprägt hat – und der diese Intensität nun mit Österreich auf die WM-Bühne bringt. In Gruppe J warten Jordanien, Algerien und zum Abschluss Weltmeister Argentinien mit Lionel Messi.
Rangnick formulierte den Anspruch vor dem Turnier entsprechend mutig: Österreich wolle „das beste Team“ dieser Weltmeisterschaft sein und taktisch mit einer Spielweise auffallen, die nicht viele andere Mannschaften zeigen.
Genau deshalb ist das ÖFB-Team aus RBL-Sicht so reizvoll: viel Tempo, viel Mut, viel Leipziger Vergangenheit – und ein Gegner, gegen den sich zeigen wird, wie weit diese Idee tragen kann.

Rani Khedira steht mit Tunesien in Gruppe F gegen die Niederlande, Japan und Schweden. Sportlich ist das eine schwere Aufgabe. Persönlich ist es eine besondere Geschichte, die erst kurz vor dem Turnier richtig Fahrt aufgenommen hat.
Der frühere Leipziger wechselte im März offiziell den Verband und ist seitdem für Tunesien spielberechtigt. Sein Debüt gab Khedira ebenfalls im März. Sollte er bei der WM zum Einsatz kommen, wären es also seine ersten Schritte im Trikot der tunesischen Nationalmannschaft auf der größten Bühne des Fußballs.
2018 hatte Khedira eine mögliche WM-Teilnahme für Tunesien noch abgelehnt. Damals erklärte er im Gespräch mit dem kicker: „Ich selbst bin dort nicht geboren und auch nicht aufgewachsen. Es hat mich zwar mit Stolz erfüllt, dass ich überhaupt auf der Liste stand. Aber ich hätte einem Spieler, der die ganze Qualifikation gespielt hat, den Platz weggenommen.“
Acht Jahre später ist die Geschichte eine andere. Sein Vater stammt aus Tunesien, sein Bruder Sami wurde 2014 mit Deutschland Weltmeister. Nun schreibt Rani Khedira mit 32 Jahren sein eigenes WM-Kapitel. Spät, leise, aber mit besonderer Bedeutung.


Nicht jeder Name auf dieser Liste hat in Leipzig ein langes Kapitel geschrieben. Aber jeder erzählt etwas darüber, wie unterschiedlich Wege zur WM verlaufen können.
Manche RBL-Kapitel waren kurz, manche kompliziert, manche eher leise. Doch Jahre später tauchen diese Namen wieder auf — in Oranje, im Schweizer Kader, auf der Weltbühne. Fußballkarrieren verlaufen selten geradeaus. Manchmal führt auch ein kurzer Abschnitt durch Leipzig irgendwann bis nach Dallas, Houston, Toronto oder Vancouver.
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