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Selina Eckstein·27. September 2026

In Liga 2 ausgemustert, jetzt CL! Dieser Top-Torjäger nahm den Undav-Weg

Artikelbild:In Liga 2 ausgemustert, jetzt CL! Dieser Top-Torjäger nahm den Undav-Weg

Blickt man auf die aktuellen Top-Scorer der europäischen Spitzenligen, taucht direkt hinter Superstars wie Raphinha oder Lamine Yamal ein Name auf, den auch Jürgen Klopp und sein DFB-Team auf dem Zettel haben sollten. Vangelis Pavlidis kommt in sieben Spielen schon auf zehn Scorer und ist aktuell einer der heißesten Torjäger in Europa. Für seinen Traum, Fußballer zu werden, musste er allerdings einen Umweg gehen. 

Dabei erinnert sein Weg ein wenig an die Karriere von Deniz Undav: Beide wurden vom deutschen Profi-System einst übersehen und haben sich über Umwege bis in die Nationalmannschaft gekämpft.


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"Er war sehr ehrgeizig und hat nie aufgesteckt", erinnerte sich sein damaliger Bochumer A-Jugend-Trainer Thomas Reis im Gespräch mit '90Plus' vor zwei Jahren zurück. Zwar verhalf ihm Profitrainer Gertjan Verbeek schon im Mai 2016 als 17-Jährigen zum Zweitliga-Debüt beim VfL, doch danach geriet der Motor ins Stocken. Es folgten nur noch drei weitere Kurzeinsätze. Da den Bochumern damals eine zweite Mannschaft fehlte, bekam der Angreifer kaum Spielpraxis bei den Herren.

Aus diesem Grund ließ er sich an Borussia Dortmund II verleihen, aber auch das wollte nicht so richtig klappen. "In Bochum hätte er den Sprung nicht geschafft", räumte Reis rückblickend ein. Wer im Pott nicht den Durchbruch schafft, muss manchmal neue Wege gehen. Für Pavlidis hieß das: Grachten und Eredivisie statt Tagebau und Regionalliga West.

Niederlande passt perfekt

Die Eredevisie sei für seine Spielweise damals genau die richtige Liga für ihn gewesen. Der Erstligist Willem II wurde zu seinem Durchbruch und das, obwohl im Sturm ein gewisser Alexander Isak spielte. Pavlidis wich auf die Flügel aus, erkämpfte sich einen Stammplatz und wurde für gerade einmal 250.000 Euro fest verpflichtet. Heute liegt sein Marktwert bei über 20 Millionen Euro. 

In der Niederlande verfeinerte er seine Technik, die Ruhe im Abschluss und seine Laufwege. Schon seit seiner Kindheit wusste er nämlich, dass er hart für seinen Traum arbeiten muss. Die perfekte Technik habe er nie gehabt. "Es gibt so viele tausend Kinder, die Fußballer werden wollen. Und zum Glück habe ich früh verstanden: Um es zu schaffen, muss ich fleißiger sein als alle anderen. Tore sind eine Sache des Fleißes. Toreschießen ist keine Selbstverständlichkeit. Jede Extra-Einheit hilft, um präziser zu werden. Dafür muss man üben, üben, üben", erzählte er vor zwei Jahren in einem Interview. 

Dieser unerbittliche Fleiß zahlte sich aus, auch in Form von spektakulären Toren. Ein Zlatan-ähnliches Solotor im Trikot von Willem II brachte ihm 2021 sogar eine Nominierung für den offiziellen FIFA-Puskás-Award ein.

Zwar ging er dabei leer aus. Dafür durfte er sich in der Zwischenzeit immer wieder über Einladungen zur griechischen Nationalmannschaft freuen. Bis heute kommt er auf 57 Spiele. 

Der endgültige Ritterschlag folgte nach seinem Wechsel zu AZ Alkmaar. Niemand geringeres als Louis van Gaal, damals noch niederländischer Nationaltrainer, adelte den Griechen bei einem Besuch als "echten Louis-van-Gaal-Stürmer". Er könne dribbeln, flanken, annehmen, passen. Außerdem sagte van Gaal: "Wenn ihr ihm den Ball gebt, dann trifft er."

Jetzt glänzt er in der Königsklasse

Dass er viele Tore schießen kann, erkannte auch Benfica, die den Stürmer 2024 verpflichteten. Allein in der vergangenen Saison kam er wettbewerbsübergreifend in 53 Spielen auf 36 Scorer. Dabei traf er unter anderem in der Champions-League-Ligaphase gegen Real Madrid beim 4:2-Sieg einmal und steuerte zwei Assists bei. Von der Regionalliga West bis in die Champions League und ins Scheinwerferlicht von Benfica in unter sechs Jahren: Deniz Undav lässt grüßen. 

Während der Stuttgarter vor dem Fernseher zuschauen muss, wird Pavlidis am Sonntag dabei sein. Ob er gegen das DFB-Team von Beginn an stürmen darf oder aufgrund des großen Konkurrenzkampfs in der griechischen Offensive vorerst Joker sein wird, ist zweitrangig. Allein die Tatsache, dass er hier steht, ist sein persönlicher Triumph über das deutsche Nachwuchssystem. Pavlidis benötigte kein schickes Nachwuchsleistungszentrum für seinen Erfolg. Ihm reichten Fleiß, Wille und der uneingeschränkte Instinkt vor dem Tor.


📸 Michael Campanella - 2026 Getty Images

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