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·24. September 2026
In Madrid Joker, in İzmit Chef: Für Arda Güler ist dieses Länderspiel mehr als ein Länderspiel

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İzmit. Vor zehn Tagen saß Arda Güler auf der Bank. Real Madrid spielte gegen Rayo Vallecano, José Mourinho gab dem 125-Millionen-Neuzugang Yan Diomande sein erstes Startelfspiel, und der Türke schaute zu. Als er in der zweiten Halbzeit kam, dauerte es 23 Minuten, bis das Spiel entschieden war: fünf Schlüsselpässe, zwei kreierte Großchancen, die Vorlage zu Mbappés 4:1. „Heute hat er den Unterschied gemacht“, sagte Mourinho danach.
Am Freitagabend braucht ihn niemand einzuwechseln. Gegen Frankreich ist Güler der Taktgeber der türkischen Nationalmannschaft – und das nicht, weil er sich durchgesetzt hat, sondern weil alle anderen fehlen.
Hakan Çalhanoğlu ist nicht dabei. Der langjährige Kapitän war seit Jahren der Mann für Ballkontrolle und Standards; ob er verletzt ist oder von Vincenzo Montella nicht berufen wurde, wird in den türkischen Medien unterschiedlich dargestellt. Kenan Yıldız, der zweite Kreativspieler, fällt mit gebrochenem Fuß aus. Orkun Kökçü konnte wegen Zehenbeschwerden bislang nicht mit der Mannschaft trainieren.
Bleibt Güler, 21, der in den vergangenen Monaten in Madrid genau das gelernt hat, was jetzt gefragt ist: ein Spiel zu beruhigen, wenn es kippt. Bei Real wurde er zur „Revelation of the Season“ der Champions League gewählt, hat laut AS gerade einen verbesserten Vertrag bis 2031 ausgehandelt, und Mourinho hat seine Zufriedenheit an die Klubführung weitergegeben. Was ihm dort fehlt, sind Startelfplätze gegen die großen Gegner.
Ein Mittelfeld, das Zinédine Zidane wegen der Ausfälle von Aurélien Tchouaméni und N’Golo Kanté neu zusammensetzen muss – voraussichtlich mit Eduardo Camavinga und Manu Koné. Beides sind Spieler, die Räume zwischen den Linien schließen können, wenn sie eingespielt sind. Sie sind es noch nicht. Genau dort, sagen die Vorberichte, liegt die türkische Chance.
Um Güler herum stehen Kerem Aktürkoğlu, Barış Alper Yılmaz und Ferdi Kadıoğlu, dazu vier Debütanten im Kader, darunter Beşiktaş‘ İlhan Fakılı. Es ist eine Mannschaft im Umbau, die zum ersten Mal in der höchsten Nations-League-Liga spielt und deren Gruppe neben Frankreich auch Italien und Belgien enthält. Punkte wird es nur geben, wenn jemand die Bälle verteilt.
In der Türkei gilt Güler seit seinen Fenerbahçe-Jahren als Ausnahmeerscheinung, und jede Auswechslung in Madrid wird in Istanbul als Nachricht behandelt. Am Freitag bekommt er, was er dort gerade nicht hat: 90 Minuten, die Zehnerposition und eine Mannschaft, die auf ihn ausgerichtet ist.
Für Mourinho ist es eine Gelegenheit, seinen Spieler unter Wettkampfbedingungen zu sehen, ohne ihn selbst aufstellen zu müssen. Für Güler ist es die Bühne, auf der er beweisen kann, dass der Bankplatz gegen Rayo eine Rotationsentscheidung war und keine Rangfolge. Frankreich ist der bestmögliche Gegner dafür – und der unangenehmste.







































