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·14. Juli 2026
Infantino-Nähe zu Trump: Jetzt muss das IOC beweisen, dass Neutralität kein Fremdwort ist

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FairSquare wirft FIFA-Boss Infantino wegen seiner Nähe zu Trump Verstöße gegen die IOC-Neutralität vor. Die Ethikkommission muss nun entscheiden.
Politische Neutralität ist im Weltsport kein Kür-, sondern ein Pflichtprogramm. Sie steht in der olympischen Charta, und das IOC hat sie erst Ende Juni erneut betonen lassen: Unabhängigkeit von staatlichem, gesellschaftlichem und wirtschaftlichem Druck. Wer als IOC-Mitglied gegen diese Regel verstößt, gefährdet nicht nur seine eigene Rolle, sondern das Fundament, auf dem der olympische Anspruch überhaupt ruht. Gianni Infantino ist ein solches Mitglied. Und genau darum ist die zehnseitige Beschwerde von FairSquare mehr als ein Störgeräusch.
Der Vorwurf ist konkret, nicht diffus. FairSquare legt nach eigener Darstellung Beweise vor, die fünf eindeutige Verstöße gegen die IOC-Regeln zur politischen Neutralität nahelegen, dazu Anscheinsbeweise für zwei weitere Fälle. Im Kern steht Infantinos Nähe zu US-Präsident Donald Trump, dem er nach Lesart der Organisation wiederholt seine politische Unterstützung ausgesprochen habe. Das ist kein Randthema für den Präsidenten eines Weltverbandes, der sich gern als Sachwalter des Fussballs für alle inszeniert. Es ist die Frage, ob er seine Ämter und die Reichweite der FIFA in den Dienst eines einzelnen Politikers stellt.
Zwei der genannten Fälle sind besonders heikel, weil sie den Kern des sportlichen Betriebs berühren. Da ist der mögliche Fall einer Nachgiebigkeit gegenüber politischem Druck, um die Disziplinarregeln der FIFA für das Spielgeschehen bei der WM 2026 zu umgehen – im Zusammenhang mit dem US-Nationalspieler Folarin Balogun. Und da ist die Werbung Infantinos für eine FIFA-Fanseite, die Teil einer mit Trump in Verbindung stehenden Datensammelkampagne gewesen sein soll. Regeln, die sich politischem Druck beugen, sind keine Regeln mehr. Und eine Fanseite, die zum Datenlieferanten einer politischen Kampagne wird, verrät jene Neutralität, die der Verband anderen predigt.
Wer das für die überzogene Empörung einer Einzelstimme hält, sollte die Vorgeschichte lesen. FairSquare hat bereits im Dezember, kurz nach der Verleihung des FIFA-Friedenspreises von Infantino an Trump, eine Beschwerde bei der FIFA-Ethikkommission eingereicht. Dieser haben sich Norwegens Fußballverband und 50 Abgeordnete des Europäischen Parlaments angeschlossen. Ein nationaler Verband und ein halbes Hundert Parlamentarier laufen nicht wegen eines Missverständnisses mit. Der Widerstand ist breit, und er wächst.
Nun liegt der Fall beim IOC, und dort wird es unbequem. IOC-Präsidentin Kirsty Coventry hat in der vergangenen Woche angekündigt, die Ethikkommission werde sich mit einer Beschwerde befassen, sobald sie vorliegt. Sie liegt jetzt vor. Das IOC hat sich mit der erneuerten Charta selbst unter Zugzwang gesetzt: Wer die Unabhängigkeit vom politischen Druck feierlich in die Grundordnung schreibt, muss handeln, wenn ein eigenes Mitglied sie verletzt haben soll.
Die entscheidende Frage ist nicht mehr, ob Infantino Trumps Nähe sucht – das ist dokumentiert. Die Frage ist, ob der olympische Sport bereit ist, seine eigenen Regeln auch gegen den mächtigsten Funktionär des Fußballs durchzusetzen. Neutralität, die nur für die Kleinen gilt, ist keine. Das IOC hat jetzt die Gelegenheit, das Gegenteil zu beweisen. Verstreichen lassen darf es sie nicht.
Unbedingt lesen: FairSquare legt Beschwerde gegen Infantino beim IOC ein







































