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·3. Februar 2026
Infantinos Kapitulation: Russlands Frustration wiegt schwerer als ukrainisches Leid

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·3. Februar 2026

Der FIFA-Präsident plädiert für eine Rückkehr russischer Teams in internationale Wettbewerbe. Er beklagt Frustration durch das Verbot – während der Krieg gegen die Ukraine andauert.
Gianni Infantino hat wieder einmal bewiesen, dass er die Kunst der moralischen Flexibilität perfekt beherrscht. Der FIFA-Präsident plädiert nun offen für eine Aufhebung des Banns gegen Russland und begründet dies mit einer bemerkenswerten Logik: Das Verbot habe nichts gebracht, nur Frustration und Hass hervorgerufen.
Man muss diese Argumentation einen Moment wirken lassen. Russland führt seit 2022 einen völkerrechtswidrigen Angriffskrieg gegen die Ukraine, und der oberste Fußballfunktionär der Welt beklagt sich über die Frustration, die ein Sportverbot ausgelöst hat. Als wäre die Isolation russischer Nationalmannschaften das eigentliche Problem und nicht die Bomben auf ukrainische Städte.
Infantinos Fokus liegt dabei auf dem Jugendbereich. Es würde helfen, so der FIFA-Chef, wenn Mädchen und Jungen aus Russland in anderen Teilen Europas Fußball spielen könnten. Das klingt zunächst nach einem humanitären Anliegen. Doch die Frage, die sich aufdrängt: Warum sollte der internationale Fußball Normalität simulieren, während der Krieg weitergeht?
Die Chronologie der Ereignisse zeigt, wie wankelmütig die Haltung der Fußballverbände ist. Kurz nach dem russischen Überfall sperrten FIFA und UEFA ihre Wettbewerbe für russische Teilnehmer. 2023 wollten beide Verbände russische U17-Teams bereits wieder zulassen, ruderten aber zurück, nachdem mehrere europäische Verbände einen Boykott angekündigt hatten. Der DFB gehörte übrigens nicht zu den Boykotteuren. Im Dezember 2025 dann die nächste Kehrtwende: Der FIFA-Rat genehmigte die Teilnahme russischer Teams an U15-Turnieren und folgte damit einer Empfehlung des IOC.
Infantino hatte sich bereits im April 2025 beim UEFA-Kongress in Belgrad für eine russische Rückkehr ausgesprochen, allerdings in Zusammenhang mit einem Kriegsende. Davon ist nun keine Rede mehr. Die Bedingungen werden aufgeweicht, die roten Linien verschoben.
Der Sport hat eine lange Tradition, sich als unpolitisch zu inszenieren, während er gleichzeitig höchst politische Entscheidungen trifft. Die Vergabe von Weltmeisterschaften nach Russland und Katar waren politische Entscheidungen. Der Ausschluss Russlands war eine politische Entscheidung. Und die schleichende Wiedereingliederung ist es ebenso.
Was Infantino als pragmatische Friedensgeste verkauft, ist in Wahrheit eine Kapitulation vor der Hoffnung, dass Sanktionen Wirkung zeigen können. Der Fußball sendet damit ein fatales Signal: Wer lange genug durchhält, wird am Ende rehabilitiert. Die Frustration der Täter wiegt schwerer als das Leid der Opfer.










































