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·24. September 2026

Ingolstadt trennt sich von Trainerin Sabrina Wittmann

Artikelbild:Ingolstadt trennt sich von Trainerin Sabrina Wittmann

Der FC Ingolstadt 04 hat sich von Cheftrainerin Sabrina Wittmann getrennt. Die Entscheidung teilte der Drittligist der 35-Jährigen am Donnerstag in einem persönlichen Gespräch mit. Wittmann war 2024 zur ersten Cheftrainerin in einer der drei deutschen Männer-Profiligen aufgestiegen.

Enttäuschender Saisonstart als Auslöser

Ingolstadt gewann von den ersten sieben Drittligaspielen der Saison nur zwei. Vor der Länderspielpause setzte es zuletzt eine 0:3-Niederlage bei Viktoria Köln, die dritte Niederlage in den vergangenen vier Spielen. Der FCI steht nach sieben Spieltagen mit acht Punkten auf Rang 13 der 3. Liga.


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Geschäftsführer Sport und Kommunikation Harald Gärtner begründete die Trennung mit der saisonübergreifenden sportlichen Entwicklung und den Ergebnissen im bisherigen Saisonverlauf. Es gehe darum, zum jetzigen Zeitpunkt eine Neuausrichtung vorzunehmen und neue Impulse zu setzen.

Dabei hatte der Verein Wittmanns Vertrag erst im März bis 2028 verlängert. Der Schritt kommt deshalb trotz des schwachen Saisonstarts durchaus überraschend.

Vom Nachwuchs zur Fußball-Geschichte

Wittmann ist seit fast zwei Jahrzehnten mit dem FC Ingolstadt verbunden. Als Spielerin lief sie für die Frauenmannschaft des Klubs auf, ehe sie im Nachwuchs verschiedene Altersklassen übernahm und später unter anderem die U19 trainierte.

Ihre ersten Erfahrungen als verantwortliche Trainerin sammelte sie bereits während eines USA-Aufenthalts. Als Jugendliche verbrachte sie ein Schulhalbjahr in Kentucky und arbeitete dort als Co-Trainerin eines Schulteams. Danach blieb sie dem Trainerberuf treu und durchlief bei den Schanzern nahezu sämtliche Nachwuchsstufen.

Im Mai 2024 übernahm Wittmann als damalige U19-Trainerin nach der Freistellung von Michael Köllner interimistisch die Profimannschaft. Und plötzlich funktionierte es.

In den verbleibenden Saisonspielen blieb der FCI unter ihr ungeschlagen und gewann zudem den Bayerischen Landespokal – den ersten Titel dieser Art in der Vereinsgeschichte. Die zunächst nur als Übergangslösung gedachte Beförderung wurde damit zur Dauerlösung.

Zur Saison 2024/25 machte der Klub Wittmann schließlich fest zur Cheftrainerin. Damit war sie die erste Frau, die dauerhaft als Cheftrainerin eine Mannschaft in einer der drei deutschen Männer-Profiligen übernahm.

Zwei Jahre später schrieb auch Marie-Louise Eta Bundesliga-Geschichte. Nach der Freistellung von Steffen Baumgart übernahm sie im April 2026 interimistisch Union Berlin und führte die Mannschaft zum Klassenerhalt. Zur Saison 2026/27 wechselte sie anschließend als Cheftrainerin zur Frauenmannschaft der Berliner.

Bilanz als Cheftrainerin

Wittmann absolvierte in ihrer Zeit als verantwortliche Trainerin beim FCI insgesamt 100 Pflichtspiele. Ihre Bilanz: 41 Siege, 26 Unentschieden und 33 Niederlagen. Das entspricht 149 Punkten und damit einem Schnitt von 1,49 Zählern pro Partie.

In den beiden vollständigen Spielzeiten unter ihrer Leitung belegte Ingolstadt zunächst Platz zehn und anschließend Rang zwölf.

Dass ausgerechnet ihre 100. Partie nun gleichzeitig zu ihrem letzten Spiel als FCI-Cheftrainerin wurde, ist eine bemerkenswerte Randnotiz. Bei der 0:3-Niederlage in Köln hatte Ingolstadt allerdings bereits zum zweiten Mal in Folge verloren.

Reaktionen

Gärtner betonte, der Entschluss sei dem Verein auf menschlicher und persönlicher Ebene sehr schwergefallen. Trotzdem sei man nach der Analyse der sportlichen Entwicklung zu dem Schluss gekommen, jetzt einen neuen Impuls setzen zu müssen.

Wittmann selbst äußerte sich sichtlich bewegt. Sie hätte gerne weitergemacht, das nötige Vertrauen dafür sei aber nicht mehr vorhanden gewesen.

Ingolstadt sei für sie mehr als irgendein Verein gewesen. Hier sei sie fußballerisch groß geworden, habe viele Stationen durchlaufen und zahlreiche besondere Erinnerungen gesammelt. Entsprechend schwer falle ihr der Abschied.

Das Ende einer Ära also, die beim FCI eigentlich ganz anders hätte laufen sollen.

Aus einer Interimslösung war 2024 eine historische Personalie geworden. Wittmann holte den Landespokal, etablierte sich über zwei komplette Spielzeiten in der 3. Liga und bekam noch im Frühjahr einen Vertrag bis 2028.

Jetzt ist nach sieben Spieltagen Schluss.

Über die Nachbesetzung des Trainerpostens will Ingolstadt zeitnah informieren.

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