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·16. Februar 2026

„Innenverteidiger oder Sechser“: Fast hätte Neuer die Position gewechselt

Artikelbild:„Innenverteidiger oder Sechser“: Fast hätte Neuer die Position gewechselt

Manuel Neuer wird Ende März 40 Jahre alt. Ein Datum, das unweigerlich die Frage nach dem Ende einer außergewöhnlichen Karriere aufwirft. Ob der Weltmeister von 2014 seinen im Sommer auslaufenden Vertrag beim FC Bayern noch einmal verlängert, ist offen. Unbestritten ist hingegen: Neuer hat das Torwartspiel revolutioniert wie kaum ein Zweiter.

Seine Qualitäten mit dem Ball am Fuß machten ihn zum Prototyp des modernen, mitspielenden Keepers. Was heute fast selbstverständlich wirkt, war zu Beginn seiner Karriere eine Ausnahmeerscheinung. Neuer verschob die Grenzen seiner Position, agierte oft wie ein zusätzlicher Feldspieler, leitete Angriffe ein und antizipierte Situationen weit außerhalb seines Strafraums.


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Den jungen Generationen gibt er deshalb einen klaren Rat mit: „Seid offen für Neues. Arbeitet an euren Schwächen. Sagt nicht: ‚Ich spiele nur mit dem rechten Fuß.‘ Heutzutage muss man beidfüßig spielen können.“ Worte, die sinnbildlich für seine eigene Entwicklung stehen.

Guardiola dachte ernsthaft über Positionswechsel nach

Dass Neuers Fähigkeiten am Ball außergewöhnlich sind, blieb auch Pep Guardiola nicht verborgen. Der frühere Bayern-Coach soll zeitweise ernsthaft mit dem Gedanken gespielt haben, seinen Torhüter als Feldspieler einzusetzen. Ein Gedankenspiel, das beinahe Realität geworden wäre.

Neuer selbst kann der Idee durchaus etwas abgewinnen. Gegenüber der L’Equipe erklärte er: „Auf einem niedrigeren Niveau hätte ich im Feld spielen können. In einer ballbesitzorientierten Mannschaft in der dritten Liga wäre das unter anderem möglich gewesen. Mir hätte wahrscheinlich ein wenig die Schnelligkeit gefehlt, aber ich hätte auf einem guten Niveau spielen können.“

Am ehesten hätte er sich als Innenverteidiger oder defensiver Mittelfeldspieler gesehen – „ein bisschen wie Javi Martínez“. Eine Rolle also, die Spielintelligenz, Antizipation und Ruhe am Ball erfordert – alles Stärken, die Neuer auch im Tor auszeichnen.

Rummenigge stoppte das Experiment

Tatsächlich verriet der ehemalige Bayern-Vorstandsvorsitzende Karl-Heinz Rummenigge im Mitgliedermagazin 51, dass Guardiola nach dem Gewinn einer Meisterschaft ernsthaft plante, Neuer für ein Spiel im Mittelfeld aufzustellen.

Rummenigge habe den Spanier jedoch „nur mit Mühe“ von dieser Idee abbringen können. Der Grund war weniger sportlicher Natur, sondern vielmehr eine Frage der Außendarstellung. Ein solcher Schritt hätte dem FC Bayern als Überheblichkeit ausgelegt werden können – ein unnötiges Signal in Richtung Konkurrenz.

So blieb es bei einem Gedankenspiel. Neuer wurde weder auf Schalke noch in München je als Feldspieler in einem Pflichtspiel eingesetzt. Und vielleicht ist genau das auch gut so. Denn als Torwart hat er Geschichte geschrieben – mit Paraden auf der Linie und Pässen, die das Spiel neu definierten.

Ob er noch ein weiteres Kapitel beim FC Bayern aufschlägt, wird sich in den kommenden Monaten entscheiden. Sein Vermächtnis allerdings steht längst fest.

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