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·1. September 2026
Insolvenzverfahren bei 1860 eröffnet – Lösung im Wappen-Streit

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Zehn Wochen, nachdem Drittliga-Absteiger TSV 1860 München für seine KGaA einen Insolvenzantrag gestellt hatte, ist das Insolvenzverfahren nun offiziell eröffnet worden. Das geht aus der Veröffentlichung im Portal der Insolvenzbekanntmachungen hervor. Als Insolvenzverwalter wurde der bisherige vorläufige Insolvenzverwalter Dr. Max Liebig bestellt. Indes können die Löwen ihr bekanntes Wappen wieder nutzen.
Laut dem Beschluss wurde das Verfahren wegen Zahlungsunfähigkeit und Überschuldung eröffnet. Für die KGaA beginnt damit die eigentliche Abwicklung. Gläubiger können ihre Forderungen nun bis zum 20. Oktober beim Insolvenzverwalter anmelden. Für den 1. Dezember sind eine Gläubigerversammlung sowie die Prüfung der Forderungen angesetzt. Mit der Verfahrenseröffnung ergeben sich auch Folgen für die Beschäftigten und Spieler.
Wie der frühere Insolvenzverwalter des 1. FC Kaiserslautern, Dirk Eichelbaum, gegenüber dem "BR" erklärt, besteht nun ein Sonderkündigungsrecht. Demnach können sowohl der Insolvenzverwalter als auch die Arbeitnehmer bestehende Verträge mit einer Frist von drei Monaten kündigen. Das würde auch für Profispieler gelten, deren Verträge mit der KGaA geschlossen wurde.
Auf den laufenden Spielbetrieb hat die Insolvenzeröffnung zunächst keine direkten Auswirkungen. Entscheidend werde laut Eichelbaum sein, wie sauber die neue Spielbetriebsgesellschaft von der insolventen KGaA getrennt werden könne und wie mit bestehenden Verträgen, Mitarbeitern und Infrastruktur umgegangen werde.
Geschäftsführer Manfred Paula betont gegenüber dem "BR", der Verein verfolge weiterhin "eine klare Linie". Die neue Spielbetriebsgesellschaft, die auch über das Spielrecht für die Regionalliga verfügt, sei komplett neu aufgebaut worden – von der Mannschaft über die Infrastruktur bis hin zu den internen Systemen. Die in den vergangenen Wochen geleistete Arbeit solle nun fortgesetzt werden. Unterdessen rechnet Eichelbaum damit, dass die Insolvenz auch juristische Nachwirkungen haben könnte. Mit Blick auf die vergangenen Monate sagte er, die Beteiligten müssten sich auf weitere gerichtliche Auseinandersetzungen einstellen.
Parallel zur Eröffnung des Insolvenzverfahrens meldete der TSV 1860 München einen wichtigen Schritt für die Zukunft der Fußballfirma. Nach Angaben des Vereins stimmte der vorläufige Gläubigerausschuss einer Vereinbarung zwischen dem TSV 1860 e.V., der TSV 1860 Spielbetriebs-GmbH und Insolvenzverwalter Dr. Max Liebig zu. Demnach übernimmt der e.V. die Markenrechte des Klubs, darunter die Schutzmarke "TSV 1860 München" und das bekannte Löwen-Logo. Wegen eines Streits mit Investor Hasan Ismaik um die Merchandising-Rechte waren die Sechzger zuletzt auf ein altes, ovales Logo ausgewichen. Die Spielbetriebs-GmbH erwirbt zudem wesentliche Vermögenswerte der insolventen KGaA. Über die Höhe des Kaufpreises vereinbarten die Beteiligten Stillschweigen.
Zudem sollen einzelne Mitarbeiter sowie die bislang an die KGaA gebundenen Spieler aus dem Nachwuchs- und ehemaligen Profibereich in die Spielbetriebs-GmbH übernommen werden. Dadurch soll die sportliche Kontinuität gewährleistet bleiben. Vereinspräsident Gernot Mang und Geschäftsführer Thomas Probst bezeichneten die Einigung als wichtigen Meilenstein. Man freue sich, dass nach langen Verhandlungen eine Lösung erzielt worden sei. Mit den Markenrechten und der Mannschaft unter dem Dach des Vereins und der Spielbetriebs-GmbH sei "der Löwe zurückgekehrt", erklärten die Verantwortlichen.
Sportlich sind die Löwen indes mit neun Punkten aus den ersten fünf Spielen in die neue Saison gestartet. Zusammen mit Tabellenführer TSV Buchbach ist 1860 zudem das einzige Team der Regionalliga Bayern, das noch ungeschlagen ist. Dennoch steht in der Tabelle – bei allerdings einem Spiel weniger – derzeit nur Platz 7 zu Buche.
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