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·16. Juni 2026
Iran bei der FIFA WM 2026 – Benachteiligt – der Sport tritt immer mehr in den Hintergrund

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·16. Juni 2026

Der Iran hat bei der WM 2026 schon nach dem ersten Auftritt reichlich Frust geschluckt. Nach dem 2:2 gegen Neuseeland fühlte sich das Team bei den Begleitumständen benachteiligt, die sofortige Abreise aus den USA sorgte für massiven Ärger. Auch ein Kabinenbesuch von FIFA-Präsident Gianni Infantino konnte die Wut nicht dämpfen.

Irans Mittelfeldspieler Mohammad Mohebbi (Nummer 8) bejubelt mit einem Herzsymbol seinen Treffer im WM-Gruppenspiel der Gruppe G gegen Neuseeland. Die Partie fand am 15. Juni 2026 im Los Angeles Stadium in Los Angeles, Kalifornien, statt. Richard Heathcote / Getty Images North America via Getty Images
Kapitän Mehdi Taremi sprach von einem „Desaster“, Coach Amir Ghalenoei von „Unterdrückung“. Statt der erwarteten Nacht in Kalifornien musste die iranische Mannschaft noch am selben Abend nach Mexiko ins Teamquartier in Tijuana weiterreisen. Dort sollen die Vorbereitungen auf die nächsten Gruppenspiele in der Gruppe G eigentlich geordneter laufen, doch für die Iraner türmen sich die Probleme weiter auf.
Die Iraner waren davon ausgegangen, nach der Partie in Los Angeles noch bis Dienstagmorgen in Kalifornien bleiben zu können. Geplant war ein Regenerationstraining am Dienstag. Dieser Ablauf wurde jedoch kurzfristig geändert. Warum das so entschieden wurde, konnte Ghalenoei nicht erklären. Er sagte aber: „Wir sind das am meisten unterdrückte Team im Turnier.“
Auch beim Abflug kam es laut der staatlichen Nachrichtenagentur IRNA zu weiteren Schwierigkeiten für Taremi und einen Mitarbeiter. Nähere Details nannte die Agentur nicht. Zusätzlich lief das US-Visum von Mehdi Torabi ab, weil der Mittelfeldspieler anders als seine Kollegen nur eine einmalige Einreiseerlaubnis erhalten hatte. Der iranische Verband bemühe sich laut IRNA um ein neues Visum, damit Torabi die Mannschaft bei den kommenden Partien begleiten kann.
Taremi machte nach dem Remis deutlich, wie sehr die fehlende Unterstützung das Team belaste. „Bei der WM musst du dich gut auf das nächste Spiel vorbereiten. Aber diese Unterstützung haben wir nicht. Die FIFA könnte uns da mehr helfen“, sagte der Stürmer von Olympiakos Piräus. Infantino habe der Mannschaft in der Kabine zwar einen Besuch abgestattet und versuche „zu helfen. Aber es geht auch um andere Dinge.“ Gemeint waren etwa das fehlende Medienteam und der nicht anwesende Verbandschef, die beide kein Visum für die USA bekommen hatten. Auch Teile des übrigen Stabs fehlen. „Diese Leute sind wichtig für uns“, sagte Taremi: „Das ist ein Desaster.“

Blick in das ausverkaufte Los Angeles Stadium während des WM-Gruppenspiels der Gruppe G zwischen dem Iran und Neuseeland am 15. Juni 2026 in Los Angeles, Kalifornien. Richard Heathcote / Getty Images North America via Getty Images
Schon die Rahmenbedingungen für den WM-Start waren für den dreimaligen Asienmeister schwierig. Monatelang stand die Teilnahme wegen des Krieges mit den USA auf der Kippe. Ausgerechnet 24 Stunden nach dem von US-Präsident Donald Trump verkündeten Friedensabkommen zwischen beiden Staaten lief Team Melli in Los Angeles auf.
Die Partie wurde zudem von Protesten der vielen in Kalifornien lebenden Exil-Iraner gegen das Regime in Teheran begleitet. Im Stadion waren trotz Verbots zahlreiche historische „Schah-Flaggen“ zu sehen, bei der iranischen Hymne gab es klar hörbare Pfiffe. Trotzdem rückte dann zunächst der Fußball in den Mittelpunkt, bis die Spieler und Ghalenoei nach dem Punktgewinn ihren Ärger über die Umstände offen machten.
„Es ist eine schlimme Situation. Wir sind einfach müde“, sagte Taremi. Auch das iranische Staatsfernsehen schlug harte Töne an und sprach von der „schlechtesten Vorbereitung der Geschichte der Nationalmannschaft auf eine Weltmeisterschaft. Man darf also keine zu hohen Erwartungen haben.“
Sportlich ist in der Gruppe G nach dem ersten Spieltag noch alles möglich. Alle vier Mannschaften haben einen Punkt auf dem Konto. Für den Iran stehen mit Belgien in Los Angeles und Ägypten in Seattle die nächsten Aufgaben bereits fest.
Taremi hofft, dass sich die Lage bis dahin verbessert. „Wir sind hier, um Fußball zu spielen“, sagte der Angreifer. Für das iranische Team wird es nun darum gehen, trotz der komplizierten Reise- und Organisationsprobleme die Chancen auf den ersten Einzug in die K.o.-Runde bei einer WM offen zu halten.
Das US-Visum von Mehdi Torabi ist nach dem 2:2 gegen Neuseeland abgelaufen. Das meldete die staatliche Nachrichtenagentur IRNA. Der Flügelspieler habe demnach nur eine Einreiseerlaubnis für einen einzelnen Besuch erhalten, während andere iranische Spieler ein Mehrfachvisum bekommen hätten.
IRNA teilte mit, dass Torabis Visum nach der Reise der Nationalmannschaft nach Los Angeles zum Spiel gegen Neuseeland und dem Ende der Partie nicht mehr gültig sei. Der iranische Fußballverband habe bereits Schritte eingeleitet, um ein neues Visum zu organisieren, damit Torabi bei den kommenden Begegnungen weiter dabei sein kann.
Nach Angaben der Nachrichtenagentur waren nach der Partie alle Mitglieder der iranischen Auswahl an Bord des Flugzeugs, das von den Vereinigten Staaten nach Mexiko flog. Nach dem Unentschieden in Los Angeles, bei dem Torabi nicht eingesetzt wurde, musste das Team noch am selben Abend ins Trainingscamp nach Tijuana zurückkehren. Eigentlich war, wie Taremi berichtete, für Dienstagvormittag noch eine Regenerationseinheit vorgesehen. „und erst dann sollten wir nach Tijuana aufbrechen“, sagte der Kapitän. Stattdessen kam die Anweisung zur sofortigen Abreise. „Das ist nicht für uns und den Fußball“, ereiferte sich Taremi.
Bei einem weiteren Bericht von IRNA hieß es zudem, dass Taremi und ein Mitarbeiter beim Abflug am Flughafen von Los Angeles auf Schwierigkeiten gestoßen seien. Weitere Einzelheiten nannte die Agentur nicht.







































