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·26. September 2026

Irland entscheidet sich gegen Boykott: Nations-League-Spiele gegen Israel finden statt

Artikelbild:Irland entscheidet sich gegen Boykott: Nations-League-Spiele gegen Israel finden statt

Die Nations-League-Partien zwischen Irland und Israel werden trotz heftiger Boykottforderungen ausgetragen. Der irische Verband entschied sich nach einer internen Krisensitzung für die Teilnahme, während ein Spieler seinen Rückzug aus dem Kader angekündigt hatte. Die Partie findet am Sonntag um 20.45 Uhr statt und wird bei DAZN übertragen.

DUBLIN, IRLAND – 14. Oktober 2025: Dara O’Shea von der Republik Irland läuft mit dem Ball unter Druck von Grant-Leon Ranos aus Armenien im FIFA-WM-Qualifikationsspiel zwischen der Republik Irland und Armenien im Aviva Stadium. (Foto: Charles McQuillan/Getty Images)


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Nach einer „90-minütigen Mannschaftssitzung“ verkündete FAI-Präsident David Courell am Samstag das Ergebnis der Debatte. „Es gab eine deutliche Mehrheit, die sich für eine Fortsetzung ausgesprochen hat. Der Verband hat die Entscheidung getroffen, diese Spiele auszutragen.“

Irland tritt auf neutralem Boden gegen Israel an

Das erste Duell findet am Sonntag um 20.45 Uhr statt und wird bei DAZN übertragen. Gespielt wird im ungarischen Debrecen. Auch das Rückspiel am 4. Oktober steigt nicht in einem der beiden beteiligten Länder, sondern im serbischen Backa Topola.

Auslöser der Kontroverse war Israels militärisches Vorgehen im Gazastreifen als Reaktion auf den Angriff der Hamas. In Irland hatten sich im Vorfeld Stimmen für einen Boykott der Begegnungen formiert. Die FAI verzichtete bereits auf ihr Ticketkontingent.

Der israelische Verband IFA reagierte am Abend positiv auf die Entscheidung aus Dublin. „Was uns heute freut, ist, dass der Fußball gewonnen hat“, hieß es in einer Mitteilung. „Diejenigen, die heute zweifellos verloren haben, sind diejenigen, die einschüchtern, spalten und den Fußballplatz in eine politische Arena verwandeln wollten.“

Spieler äußerten Unbehagen vor der Entscheidung

Courell berichtete, dass sich die Lage am Samstagmorgen noch einmal verändert habe. „Heute Morgen hat ein Spieler dem Cheftrainer sein Unbehagen mitgeteilt und seine Absicht bekundet, aus dem Kader auszusteigen. Diese neue Situation erforderte Zeit und Überlegungen seitens der Mannschaft.“

MONTREAL, KANADA – 5. Juni 2026: Anhänger der Republik Irland bejubeln in der zweiten Halbzeit ein Tor von Chiedozie Ogbene im Länderspiel gegen Kanada im Saputo Stadium. (Foto: Minas Panagiotakis/Getty Images)

Die ursprünglich für den Morgen angesetzte Pressekonferenz mit Nationalcoach Heimir Hallgrímsson wurde daraufhin kurzfristig verlegt. Jason Knight hatte sich zuvor als erster Akteur öffentlich gegen die Austragung der Partie am Sonntag gestellt. Nach Irlands 0:1 gegen Kosovo sagte der Profi des englischen Zweitligisten Bristol City: „Ich denke nicht, dass die Partie stattfinden sollte, aber sie findet statt.“

Hallgrímsson hatte bereits in der Vorwoche erklärt, dass sich einige seiner Spieler bei der Aussicht auf die Begegnungen unwohl fühlten. Seine Aussage „Wir spielen nicht mit Völkermord, wir spielen gegen Völkermord. Wir spielen gegen Israel, wir spielen nicht mit Israel“ bezeichnete der Isländer später selbst als „dumm“.

Der israelische Verband hatte den Chefcoach in den sozialen Medien scharf kritisiert und ihm „Dummheit, Ignoranz und Heuchelei“ vorgeworfen. Die Republik Irland zählt seit Beginn der israelischen Militäroffensive im Gazastreifen im Oktober 2023 zu den europäischen Staaten, die ihre Unterstützung für die Palästinenser besonders deutlich bekunden. Dublin betont zugleich ausdrücklich Israels Existenzrecht und erkannte den Staat Palästina 2024 offiziell an.

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