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·21. Juli 2026

Italien will Pep Guardiola als Nationaltrainer: Ein Verband sucht Erlösung statt Lösung

Artikelbild:Italien will Pep Guardiola als Nationaltrainer: Ein Verband sucht Erlösung statt Lösung

Dreimal die WM verpasst, jetzt soll der grösste Name das Systemversagen übertünchen. Doch der Fehler sitzt tiefer als eine einzige Verpflichtung.

Ein Verband, der zum dritten Mal in Folge die Weltmeisterschaft verpasst, greift nicht mehr nach dem nächstbesten Trainer, sondern nach dem grössten Namen, den der Markt zu bieten hat. Genau das versuchen Italiens Verbandschefs gerade. Drei Tage lang sollen der Technische Direktor Paolo Maldini und Berater Leonardo in Barcelona mit Pep Guardiola verhandelt haben, so berichtet es Sky Sport Italia. Man muss die Meldung nicht überhöhen, um zu erkennen, was hier passiert: Ein Verband in der grössten sportlichen Krise seiner jüngeren Geschichte sucht nicht nach einer Lösung, sondern nach einer Erlösung. Das ist verständlich und riskant zugleich. Guardiola hat gerade nach zehn Jahren seinen Posten bei Manchester City geräumt, wo er als grösster Vereinstrainer der Ära gilt. Eigentlich war eine längere Pause geplant. Ein Mann, der ausdrücklich pausieren will, ist selten der Mann, der eine Baustelle in Angriff nimmt, deren Fundament fehlt. Denn eine Nationalmannschaft ist keine Klubmannschaft: kein tägliches Training, kein Transferbudget, kein monatelanges Feilen an Automatismen. Wer den Perfektionismus des Vereinsalltags gewohnt ist, findet im Länderspielrhythmus vor allem Verzicht. Dazu kommt die schlichte Rechenaufgabe der Zuständigkeit. Guardiolas Stärke war stets, dass er alles kontrollierte. In der Serie A spielte er einst für Brescia und die AS Rom, er kennt das Land, er kennt den Fussball. Aber ein Nationaltrainer kontrolliert eben nicht alles. Er bekommt die Spieler, die das eigene Land hervorbringt, und genau dort liegt Italiens Problem, nicht auf der Trainerbank. Dreimal nacheinander die WM zu verpassen, ist kein taktisches, sondern ein strukturelles Versagen. Ein einzelner Name, so gross er sei, heilt keine Struktur. Die Freistellungen der jüngsten Zeit erzählen genau davon. Trainer Gennaro Gattuso, Betreuer Gianluigi Buffon und Verbandschef Gabriele Gravina mussten gehen. Maldini kam als Technischer Direktor, Leonardo steht ihm beratend zur Seite. Personell ist der Umbruch also längst im Gang, und dennoch richtet sich alle Hoffnung auf einen einzigen Namen an der Seitenlinie. Das ist die Logik eines Verbands, der schnelle Symbolik über geduldige Reparatur stellt. Und die Frist unterstreicht das Tempo: Bis spätestens 23. Juli, so die Gazzetta dello Sport, soll eine Entscheidung fallen — an diesem Mittwoch also, dem heutigen Tag. Bemerkenswert ist, dass es laut Sky Sport Italia bislang keine Tendenz gebe. Neben Guardiola stehen auf der Liste auch Andrea Pirlo, der bis August 2024 in Genua arbeitete, sowie die früheren Nationaltrainer Antonio Conte und Roberto Mancini. Drei von ihnen kennen den italienischen Fussball von innen, zwei haben die Squadra Azzurra bereits geführt. Dass Guardiola überhaupt in dieser Reihe genannt wird, zeigt weniger seine Passung als die Grösse der Verzweiflung. Ein Verband, der schwankt zwischen dem Weltstar und den eigenen Rückkehrern, hat noch keine Idee, sondern nur eine Sehnsucht. Man wünscht Italien einen klugen Neuanfang. Der beginnt aber nicht damit, den teuersten Ausweg zu suchen, sondern die eigene Verantwortung anzunehmen. Guardiola als Nationaltrainer wäre ein Ereignis, keine Antwort. Die viermalige Krise verlangt Arbeit an der Basis, nicht ein Denkmal auf der Bank. Wer einen Klub-Perfektionisten holt, um ein Systemversagen zu übertünchen, verwechselt den Trainer mit dem Problem: Der Fehler sitzt tiefer, als eine einzige Verpflichtung reichen kann. Unbedingt lesen: Medien: Italien verhandelt mit Guardiola

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