Jakub Kaminski und der Traum, den der 1. FC Köln nicht erfüllen kann – von dem er aber profitiert | OneFootball

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·10. Juni 2026

Jakub Kaminski und der Traum, den der 1. FC Köln nicht erfüllen kann – von dem er aber profitiert

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Simon Bartsch

10 Juni, 2026

Als vor einem Jahr erstmals das Transfergerücht zu Jakub Kaminski aufploppte, wurde ein möglicher Wechsel zum 1. FC Köln von Skepsis begleitet. Der Pole hatte in Wolfsburg nicht so richtig funktioniert, steckte in einer Formkrise. Beim FC wendete sich das Blatt und nun steht der nächste Karriereschritt an. Eine logische Konsequenz einer starken Saison. Der 1. FC Köln profitiert von einem Wechsel von Jakub Kaminski.

Mit einem Wechsel nach England würde sich Jakub Kaminski seinen Traum erfüllen. Den FC hat der Pole durchaus als Sprungbrett benutzt. Doch das ist absolut legitim. Und für den FC auch ein wirtschaftlicher Erfolg.

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Jakub Kaminski vom 1. FC Köln

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Der Name Mateusz Borek ist im polnischen Fußball alles andere als ein unbekannter. Der Journalist ist seriös, gilt sowohl in Vereins- als auch in Spielerkreisen als gut vernetzt. Nachrichten, Informationen und auch Gerüchte haben meist einen erstaunlich wahren Kern. Vor ziemlich genau einem Jahr warf Borek als erster Journalist und somit auch vor sämtlichen Transfer-Experten das Interesse des 1. FC Köln an Jakub Kaminski in den Ring. Die Reaktionen ließen in der Domstadt nicht lange auf sich warten, sie waren aber nicht alle durchweg positiv. Gerade in den Sozialen Medien herrschte Skepsis. Kein Wunder, der Pole spielte in Wolfsburg eine sehr kleine Rolle. 22 Einsätze, nur wenige von Beginn an. Bei der Verpflichtung drei Jahre zuvor waren die Niedersachsen ganz offensichtlich von etwas anderem ausgegangen. Immerhin hatte der VfL rund 10 Millionen Euro an Lech Posen bezahlt. Doch bis zu seinem Wechsel nach Köln verlief die Karriere des Schienenspielers ähnlich geradlinig wie die Suche nach seiner effektivsten Position – nämlich eher nicht.

Kaminski träumt von der besten Liga

Die Erwartungen waren hoch, doch Wolfsburg schien nur bedingt zu passen. Zu wenig Vertrauen, zu wenig Kontinuität, zu wenig Spielzeit. Der Wechsel nach Köln war insofern mehr als ein einfacher Transfer, es schien eine Notwendigkeit, um die Karriere dann wieder anzukurbeln. Und mit Lukas Kwasniok sah der Spieler eben die Chance auf mehr Vertrauen und mehr Spielzeit. Der Kölner Ex-Trainer gab Versprechen, überzeugte Kaminski. Gleichzeitig brauchten die Kölner einen erfahrenen Schienenspieler, vor allem in dem Unwissen, ob das Zukunftsversprechen Said El Mala schon die Bundesligatauglichkeit abliefern könne. Was nach Zweckehe klingt, entwickelte sich zur absoluten Erfolgsgeschichte. Alle Spiele von Beginn an, sieben Tore, fünf Vorlage, beeindruckende Laufwerte, beeindruckende Intensität, Torgefahr gepaart mit dem Auge für den Mitspieler. Thomas Kessler verpflichtete in Kaminski den absoluten Königstransfer, der Pole fand das erhoffte Sprungbrett. Denn der 24-Jährige träumt seit jeher von der besten Liga der Welt.

Wirtschaftlicher Gewinn für den 1. FC Köln

Aus der Hoffnung, irgendwann den Schritt in die Premier League zu kommen, machte Kaminski nie einen Hehl. Insofern ist die von der Spielerseite (inklusive Berater) im Vertrag verankerte Ausstiegsklausel ganz sicher kein Exklusiv-Wissen, sie entspricht der normalen Transfer-Matrix. Warum sollte ein Verein, eine solche Hintertür für den Spieler befürworten. Natürlich kam der Impuls von Spieler und/oder Berater. Die veranschlagten 20 Millionen sind allerdings durchaus ein Indiz dafür, dass es auf der Spielerseite wohl keine Zweifel gab, den Durchbruch schon bald schaffen zu können. Kaminski und sein Berater haben ganz offensichtlich die Möglichkeit in den englischen Fußball zu kommen, in Betracht gezogen. Dass der FC dabei als Sprungbrett dient, sollte zu keinem bitteren Beigeschmack oder sogar Groll führen. Denn die Kölner verdienen einen Batzen Geld für einen Spieler, der im vergangenen Sommer noch ein Wagnis darstellte. Natürlich gäbe es bei einem Wechsel den sportlichen Verlust, allerdings einen vor einem Jahr nicht für möglich gehaltenen wirtschaftlichen Gewinn.

Nun stehen die Zeichen auf Abschied. „In der Bundesliga zu spielen, war immer mein Traum. Aber nach 104 Spielen und vier Saisons ist die Premier League der nächste Traum. Sie ist die beste Liga der Welt. Ich würde mich dort gerne beweisen“, sagte Kaminski am Wochenende. Brighton & Hove Albion sowie Newcastle United werden genannt. Dass der FC nicht von einem möglichen Angebot weiß, bedeutet nicht, dass der Pole nicht mit anderen Vereinen spricht. Ein Jahr nach seiner Ankündigung, Jakub Kaminski würde auf dem Zettel der Kölner stehen, hat Mateusz Borek nun also von konkreten Gesprächen zwischen dem Spieler und einem interessierten Verein aus der Premier League gesprochen. Der Journalist dürfte wieder recht haben. Das weiß man auch beim FC. Doch angesichts der Ablöse, dem wirtschaftlichen Gewinn, wird Kaminskis Traum nicht als Fehleinkauf oder schlechte Verhandlung gewertet werden können.


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