FC Red Bull Salzburg
·4. Oktober 2026
Japans feiner Wirbelwind an der Salzach

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·4. Oktober 2026

Es ist ein goldener herrlicher Frühherbsttag in Salzburg. Wir treffen Sota Kitano im Mirabellgarten, spazieren danach weiter an die Salzach. Während rechts und links von uns Touristen durch die Anlage schlendern und das Panorama genießen, läuft Sota ganz entspannt mit. Wer den Offensivspieler auf dem Rasen als quirligen Wirbelwind kennt, erlebt ihn abseits des Platzes von einer deutlich ruhigeren, fast etwas schüchternen Seite. Aber schlechte Laune? Fehlanzeige. Sota hat durchgehend ein entspanntes Lächeln im Gesicht und saugt die Atmosphäre auf.

Dass der 22-Jährige ein gutes Auge für Ästhetik hat, ist kein Geheimnis. Hört man sich im Team um, gilt er als Typ, der modisch immer absolut stilsicher unterwegs ist (wie auch Niki Veratschnig und Dominik Schmid in unserer neuesten Podcastfolge bestätigten). Freie Tage, wie jene in der Länderspielpause, nutzt Sota derweil gerne dafür, mehr von Europa zu entdecken und neue Ecken kennenzulernen. Sein heutiges Outfit hat er entsprechend frisch aus dem Koffer ausgepackt, nachdem er gerade mit Freunden in Paris war, wie er uns erzählt. „Mir gefällt der Kleidungsstil der Menschen hier und generell in Europa sehr gut und ich versuche gerne, mal einen ähnlichen Style zu tragen. Ob das allerdings an mir als Japaner gut aussieht, weiß ich nicht, manchmal ist da schon etwas ein Unterschied.“
Seit bald anderthalb Jahren lebt und spielt der Japaner nun hier in Salzburg und hat sich in seiner neuen Heimat bestens eingelebt. Doch hinter dem unaufgeregten Auftreten des offensiven Mittelfeldspielers steckt eine Geschichte, die in einem ruhigen Vorort von Osaka ihren Anfang nahm und schließlich zu unseren Roten Bullen führte.
Für mich gab es immer nur den Fußball, auch wenn viele Freunde damals lieber Baseball gespielt haben.

Aufgewachsen in ländlicher Umgebung der Millionenmetropole Osaka war für Sota Fußball von klein auf die absolute Nummer eins. Dass es das runde Leder werden sollte, wurde in der Familie auch entsprechend vorgelebt. Nicht nur sein Papa kickte damals selbst aktiv, sein drei Jahre älterer Brüder ließ ebenso keine Gelegenheit aus, dem Ball nachzujagen. „Mein Bruder hat als Erster angefangen, und von da an bin ich ihm einfach auf Schritt und Tritt gefolgt“, erinnert sich Sota mit einem Schmunzeln. Mit vier oder fünf Jahren stand er deshalb schon im familiären Kreis auf dem Platz: „An das erste Mal kann ich mich gar nicht wirklich erinnern, so früh war das.“ Während laut Sota in Japan nach wie vor Baseball den Status als Nummer eins genießt und das größte Standing hat, ließ unseren Kicker selbst der Nationalsport komplett kalt. „Baseball hat mich nie so richtig gereizt, für mich gab es immer nur den Fußball, auch wenn viele Freunde damals lieber Baseball gespielt haben.“ Sotas Vorbilder? Ballkünstler wie Neymar Jr. oder Shinji Kagawa, denen er bis heute bestmöglich nacheifert.
Das kannte ich aus Japan so nicht.
Der Weg von Japan nach Europa ist weit, der Schritt in eine Liga hierher ein großer. „Im Ausland zu spielen, war zwar schon seit Kindheitstagen ein Traum, aber der Moment, in dem ich ernsthaft und realistisch den Wunsch verspürte, dorthin zu gehen, war erst, nachdem ich Profifußballer geworden war.“ Einen wichtigen Punkt markierte für Sota dabei ein knapp zweiwöchiges Probetraining in den Niederlanden bei Almere City.

„Diese Erfahrung war für mich von unschätzbarem Wert, dadurch wurde mein Wunsch, nach Europa zu gehen, ungemein bestärkt“, blickt er zurück. Vor allem die Mentalität beeindruckte ihn nachhaltig: „Die Art und Weise, wie hier mit Fehlern umgegangen wird – dass man sie schneller abhakt, anstatt sich davon hemmen zu lassen –, und die Härte in den Zweikämpfen, das war ein Schalter, den ich umlegen musste. Das kannte ich aus Japan so nicht.“

Dass in ihm außergewöhnliches Potenzial schlummert, hatte er schon in seiner Heimat bei Cerezo Osaka bewiesen. Dort schrieb Sota im März 2022 Vereinshistorie und folgte damit gleichzeitig den Fußstapfen eines Roten Bullen! Mit gerade einmal 17 Jahren, 6 Monaten und 17 Tagen traf er bei seinem erst dritten Profiauftritt und löste damit keinen Geringeren als Takumi Minamino als jüngsten Pflichtspiel-Torschützen der Klubgeschichte ab. Aufgewachsen ist Sota ausschließlich mit der japanischen Sprache. Seit seinem Wechsel nach Europa und nach Salzburg stand für ihn jedoch fest, dass sich das ändern muss. Inzwischen klappt die Verständigung auf Englisch dank regelmäßiger Sprachkurse richtig gut. Auch im Deutschen macht er Fortschritte – und das liegt vor allem an einem sehr speziellen Lehrmeister: Frans Krätzig. Die beiden treiben sich gerne mal gegenseitig an, wobei Frans ihm deutsche Vokabeln beibringt und im Gegenzug von Sota mit witzigen japanischen Brocken versorgt wird. „Da ist aber auf beiden Seiten viel Quatsch dabei“, muss Sota lachen.
Ein Leben ohne den Fußball kann ich mir ehrlich gesagt nicht vorstellen.
Einen wirklichen Plan B hatte Sota nie im Kopf. Auf die Frage, was er ohne Fußball machen würde, überlegt er lange und kommt zu keiner wirklichen Antwort: „Ein Leben ohne den Fußball kann ich mir ehrlich gesagt nicht vorstellen.“
Doch wie schaut es abseits des Platzes aus? Wenn er nicht gerade trainiert, genießt er gerne die Natur rund um Salzburg, setzt sich in eines der Cafés oder schaltet zu Hause bei japanischen Anime-Serien wie My Hero Academia ab. Die aktuelle Länderspielpause würde er natürlich trotzdem gerne beim japanischen Nationalteam verbringen, wobei er sein Debüt immerhin schon bei einem Freundschaftsspiel im November 2025 hatte. „Klar ist es ein Lebenstraum, wieder für mein Land aufzulaufen. Ich muss aber erst einmal hier im Klub konstant meine Leistung auf den Platz bringen – dann kommt die Nationalmannschaft wieder ganz von alleine näher.“

Während die Herbstsonne an der Salzach langsam, aber doch untergeht, schwenkt der Blick im Abendlicht ohnehin schnell wieder auf das Wesentliche. Lange Zeit zum Entspannen bleibt nicht, denn Sota und unsere Burschen sind in den kommenden Wochen wieder voll gefordert – unter anderem warten in der UEFA Europa League packende Aufgaben gegen internationale Top-Gegner, wie den AC Milan, bei denen unsere Roten Bullen alles raushauen wollen und auch voll und ganz auf euren Support zählen!







































