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·16. April 2026
Julian Nagelsmann auf MagentaTV über den WM 2026 Kader, Aberglaube und Teamchemie

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Bundestrainer Julian Nagelsmann blickt mit großer Vorfreude, aber ohne falsche Romantik auf seine erste Weltmeisterschaft als Bundestrainer. In der neuen MagentaTV-Talkreihe „Bestbesetzung“ spricht der 38-Jährige mit Johannes B. Kerner über die WM-Vorbereitung, den Umgang mit Kritik, die Aussprache mit Deniz Undav, seine Frau Lena, den vorläufigen DFB-Kader und sogar über Aberglauben. Am 11. Juni 2026 startet das Turnier in den USA, Kanada und Mexiko.

Bundestrainer Julian Nagelsmann am 17. November 2025 in Leipzig gegen die Slowakei im letzten Wm-Quali-Spiel. (Photo by Ronny HARTMANN / AFP)
Schon beim Gespräch im Vereinsheim des FC Issing, wo Nagelsmann im frühen Kindesalter mit dem Fußballspielen begann, macht der Bundestrainer klar, wie besonders der Sommer für ihn wird. „Ich glaube, die tatsächlich krasse Anspannung geht dann erst los, wenn wir uns Ende Mai treffen“, sagt er. Zugleich betont er: „Aber ich habe eine extreme Vorfreude, weil es für mich auch die erste WM ist. Das ist ein Kindheitstraum.“ Das Ziel sei eindeutig formuliert: „Jedes Team, das bei der WM antritt, sollte Weltmeister werden wollen.“
Im Rahmen der Sendung konfrontiert Kerner den DFB-Coach per Videobotschaften auch mit Fragen prominenter Gäste. Unter anderem wollen NHL-Star Leon Draisaitl, Alexandra Popp, Quizmaster Günther Jauch, Handballer Julian Köster und Zehnkämpfer Leo Neugebauer etwas von ihm wissen. Franziska van Almsick fragt, wie er mit der Erwartungshaltung von „gefühlt 80 Millionen Bundestrainern“ und dem daraus entstehenden Druck umgeht. Nagelsmann antwortet: „Ich mache mir immer bewusst, dass es ein Sport ist und dass es Gott sei Dank nicht um Leben und Tod geht. Dass es Menschen gibt in der Politik, die viel weitreichendere Entscheidungen treffen müssen.“

Deutschlands Cheftrainer Julian Nagelsmann (L) steht neben der deutschen Fußballlegende Lothar Matthäus (2.v.l.) bei einem Interview vor dem Spiel um Platz 3 der UEFA Nations League zwischen Deutschland und Frankreich in Stuttgart, Südwestdeutschland, am 8. Juni 2025. (Foto: THOMAS KIENZLE / AFP)
Der frühere Klubtrainer erklärt außerdem, dass er mit Gegenwind konstruktiv umgehe. „Ich glaube, an jeder Kritik ist irgendwo immer auch ein Fünkchen Wahrheit“, sagt er. „Generell finde ich es ratsam, sich auch Dinge anzuhören und zu reflektieren.“
Auch die jüngste öffentliche Spitze gegen Deniz Undav spricht Nagelsmann offen an. Nach dem Siegtreffer des Stürmers im Test gegen Ghana hatte er den Angreifer kritisiert – im Talk räumt er ein: Das sei „blöd von mir“ gewesen. „Es war ein unnötiger Satz, für den ich mich auch direkt am nächsten Tag bei Deniz entschuldigt habe. Das hat er Gott sei Dank angenommen und es ist auch alles in bester Ordnung zwischen uns.“ Gerade in solchen Momenten sei seine Frau Lena ein wichtiges Korrektiv. „Ich habe ihr gesagt, ich werde ihn (Undav) anrufen, und dann hat sie gesagt: ,Ja, das rate ich dir auch‘“, berichtet er. „Sie ist ein Mensch, der mich super reflektiert, der mir natürlich auch ins Gesicht sagt, wenn irgendetwas nicht gut war.“
Seit Anfang des Jahres ist Nagelsmann in zweiter Ehe verheiratet. Über seine Partnerin sagt er: „Liebe zu spüren ist ein ganz, ganz wichtiger Punkt, sich nie allein zu fühlen, eine extreme Rückendeckung auch im Sport zu haben.“ Lena sei fast immer im Stadion dabei und werde ihn auch bei der WM besuchen. „Sicherlich nicht die ganze Zeit, weil sie auch arbeiten geht. Aber sie wird, wenn immer es geht, die Spiele anschauen.“

Deutschlands Cheftrainer Julian Nagelsmann (C) beglückwünscht Deutschlands Mittelfeldspieler #13 Thomas Müller (L) am Ende des Freundschaftsspiels zwischen Frankreich und Deutschland im Groupama-Stadion in Decines-Charpieu, in der Nähe von Lyon, am 23. März 2024. (Foto: FRANCK FIFE / AFP)
Im Gespräch mit Kerner führt eine Frage von Basketball-Legende Dirk Nowitzki zur Entwicklung des Fußballs in den vergangenen zehn Jahren zum Thema Datenanalyse. Nagelsmann verweist auf die Möglichkeiten, die Taktik inzwischen deutlich feiner auszuwerten. Künstliche Intelligenz nutzt er selbst allerdings kaum. „Ich bin ganz ehrlich: Meine Frau arbeitet in ihrem Beruf viel mit ChatGPT. Aber ich weiß gar nicht, wie das geht. Ich habe es noch nie gemacht. Tatsächlich versuche ich noch echte Menschen anzurufen, wenn ich eine Frage habe.“
Bei der Kaderplanung für die WM ist vieles schon sortiert. „Nicht zu hundert Prozent leider, aber zu großen Teilen ja“, sagt Nagelsmann über seine Liste. Besonders hebt er Spieler wie Pascal Groß, Antonio Rüdiger und Waldemar Anton hervor. Um Jamal Musiala gibt es ebenfalls eine klare Botschaft: Sollte die medizinische Einschätzung lauten, dass für seine gesamte Karriere kein Risiko bestehe, stehe einer WM-Teilnahme „absolut nichts entgegen“. Ein Comeback von Thomas Müller schließt der Bundestrainer dagegen praktisch aus. „Er ist immer noch ein sehr, sehr guter Spieler“, lobt er zwar, ergänzt aber schmunzelnd: „Aber die Wahrscheinlichkeit, dass er bei der WM spielt, ist eher gering. Prozentzahlen sage ich nicht, aber eher gering.“
Auch bei einer weiteren Frage aus dem Talk wird es sehr konkret: Klaas Heufer-Umlauf – ebenso wie Joko Winterscheidt mit einer Wortmeldung dabei – möchte etwas über Nagelsmanns Aberglauben wissen. Der Bundestrainer verrät, dass das Team vor den Spielen im Bus immer ein Energiegetränk trinkt und dabei in derselben Reihenfolge anstößt, bis verloren wird; danach stoßen alle andersherum an. Zudem erwähnt er ein Kleidungsritual: „Wenn ich eine Jacke anhabe und wir verlieren damit ein Spiel, ziehe ich sie nicht mehr an, sondern spende sie.“ Sein trockenes Urteil dazu lautet: „Ich teile die Meinung, dass das Quatsch ist. Trotzdem macht man es.“
„Julian Nagelsmann – Das Interview“ ist ab dem 16.04.2026, 19 Uhr, exklusiv bei MagentaTV abrufbar – sogar auch kostenlos & ohne Login für alle Fans auf www.magenta.tv
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