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·13. August 2026
Julian Nagelsmann nach dem WM-Aus: Ist der Ex-Bundestrainer mit 39 Jahren schon am Ende?

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Sechs Wochen nach dem Rücktritt als Bundestrainer ist Julian Nagelsmann ohne Klub, ohne Amt und plötzlich auch ohne den Nimbus des Ausnahmetalents. Die Frage, die derzeit die halbe Fußball-Branche beschäftigt: Wo landet ein Trainer, der mit 39 Jahren schon alles erlebt hat, gerade aber vor allem für den größten Misserfolg seiner Laufbahn steht?

Julian Nagelsmann reagiert enttäuscht nach dem Aus im Elfmeterschießen gegen Paraguay: Bei der WM 2026 war er der jüngste Trainer aller 48 Teilnehmer. (Robert Cianflone / Getty Images)
Lothar Matthäus hat in seiner Sky-Kolumne diese Woche eine unbequeme Prognose gestellt: Er rechnet nicht damit, dass der gescheiterte Bundestrainer in Deutschland kurzfristig wieder auf einem Spitzenposten landet. Die Argumentation ist im Profifußball altbekannt. Wer entlassen wird oder von sich aus geht, muss beim nächsten Arbeitgeber entweder Ergebnisse oder attraktiven Fußball vorweisen können. Beides lieferte die deutsche Mannschaft bei der WM 2026 in Nordamerika nicht.
Dazu kommt ein strukturelles Problem, das nichts mit Qualität zu tun hat, sondern mit Karrierelogik: Nagelsmann war mit 28 Chefcoach in Hoffenheim, mit 32 bei RB Leipzig, mit 35 beim FC Bayern. Danach folgte das höchste Amt, das der deutsche Fußball zu vergeben hat. Für einen Ex-Bundestrainer bleibt in der Bundesliga rechnerisch kaum noch eine Station übrig, die als Aufstieg gelten würde. Ein Wechsel nach Mainz oder zu Union Berlin wäre schwer zu erklären, realistisch bliebe im Grunde nur Borussia Dortmund.
Auch im Ausland steht momentan kein Spitzenklub Schlange. Das liegt weniger an seinem Ruf als Trainer, seine früheren Arbeitgeber loben seine Arbeit bis heute, sondern am Zeitpunkt: Die großen Vereine haben ihre Trainerfrage für die neue Saison längst geklärt.
Nagelsmann hatte bei der größten WM aller Zeiten die größtmögliche Bühne und hat sie nicht genutzt. Das Turnier endete im Sechzehntelfinale mit einer Niederlage im Elfmeterschießen gegen Paraguay. Er war der jüngste der 48 Trainer im Turnier, und trotzdem wurde ihm ausgerechnet Routine abgesprochen.
Die Vorwürfe, die im Rückblick am lautesten diskutiert werden: In der Vorbereitungsphase besuchte er kaum Spiele und Spieler. Seine Kommunikation geriet mehrfach aus dem Ruder, am deutlichsten bei der Rückholaktion von Manuel Neuer. Er formte aus einem talentierten Kader keine erkennbare Mannschaft. Und die Auftritte in Nordamerika waren unterm Strich schlicht schlecht. Registriert wurde das nicht nur in Deutschland, sondern weltweit. Auch Philipp Lahm meldete sich später mit deutlicher Kritik zu Wort.
Ein Blick in die Vergangenheit zeigt allerdings, dass ein gescheitertes Turnier selten das Ende einer Trainerkarriere war. Jupp Derwall, von 1978 bis 1984 im Amt, gewann anschließend mit Galatasaray Istanbul die türkische Meisterschaft. Franz Beckenbauer, Bundestrainer von 1984 bis 1990, holte danach mit dem FC Bayern die deutsche Meisterschaft und den Uefa-Cup.
Das aktuellste und passendste Beispiel liefert Hansi Flick. Er scheiterte bei der WM 2022 in Katar kläglich, verlor 2023 den Bundestrainer-Job und wurde zuletzt mit dem FC Barcelona zum zweiten Mal spanischer Meister. Zugetraut hatte ihm das nach dem Katar-Debakel kaum jemand.
Genau darin liegt die Chance: Eine Trainerkarriere ist nicht vorbei, solange jemand wieder aufsteht, sich einem schwierigeren Umfeld stellt und aus seinen Fehlern lernt. Nagelsmann hat Talent, einen Raketenstart und jetzt einen tiefen Absturz hinter sich. Es fehlt der Beweis, dass er auch die zweite Karrierehälfte gestalten kann.
Beim DFB ist die Nachfolge längst geregelt. Jürgen Klopp hat das Amt übernommen und plant die Neuausrichtung der Nationalmannschaft. Für Nagelsmann bedeutet das: Der nächste Schritt entscheidet, ob aus dem einstigen Wunderkind ein Trainer wird, über den man in zehn Jahren noch spricht, oder eine Fußnote der jüngeren DFB-Geschichte.







































