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·19. Mai 2026

Kaderbekanntgabe vor dem Pokalfinale: Was sich der DFB anhören sollte

Artikelbild:Kaderbekanntgabe vor dem Pokalfinale: Was sich der DFB anhören sollte

Nagelsmann gibt seinen 26er-Kader zwei Tage vor dem Endspiel Bayern gegen Stuttgart bekannt. Matthäus und Lahm sehen darin ein psychologisches Problem.

Lothar Matthäus und Philipp Lahm haben in der Sport Bild eine Frage gestellt, die sich der DFB anhören sollte: Warum gibt Bundestrainer Julian Nagelsmann seinen 26er-Kader für die WM in den USA, Mexiko und Kanada am Donnerstag um 13.00 Uhr auf dem DFB-Campus in Frankfurt bekannt, wenn am Samstag um 20.00 Uhr im Berliner Olympiastadion das Pokalfinale zwischen Bayern München und dem VfB Stuttgart steigt? Zwei frühere Weltmeister-Kapitäne, Matthäus mit 65 und Lahm mit 42, sehen darin ein psychologisches Problem. Ihre Kritik ist nicht laut, aber sie sitzt.


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„Wie kann ich diese Kadernominierung zwei Tage davor machen, wo ich ganz sicher zwei, drei Spielern wehtun muss, die sich Hoffnungen auf diese Weltmeisterschaft machen?", fragt Matthäus. Lahm sagt im selben Interview: „Ich sehe das genauso." Beide räumen ein, dass Nagelsmann am Ende allen Kandidaten der beiden Finalisten ein Ticket geben könnte. Genau so gut sei aber denkbar, „dass da Enttäuschte sind, und die sollen dann ein paar Tage später Pokalfinale spielen. Jetzt kann man sagen, wir sind Profis. Aber es macht ja trotzdem was mit den Spielern."

Wer betroffen sein könnte, lässt sich grob sortieren. Bei den Münchnern haben Joshua Kimmich, Jonathan Tah, Aleksandar Pavlovic, Leon Goretzka und Jamal Musiala ihr WM-Ticket sicher, auch Lennart Karl dürfte dabei sein. Diskutiert wird über eine Rückkehr von Manuel Neuer; sein Vertreter Jonas Urbig darf hoffen, Tom Bischof hat Außenseiterchancen. Serge Gnabry fehlt verletzt. In Stuttgart sieht das Bild anders aus: Vom Torwart Alexander Nübel über Maximilian Mittelstädt, Josha Vagnoman, Angelo Stiller und Chris Führich bis zu Jamie Leweling kann sich kaum jemand sicher sein. Einzig Deniz Undav darf fest planen.

Genau hier setzt die Kritik an. Wenn aus dem VfB-Aufgebot mehrere Spieler am Donnerstagmittag erfahren, dass sie nicht zur WM fahren, sollen sie 54 Stunden später in Berlin um den Pokal spielen. Profitum hin oder her: Konzentration auf ein Endspiel, das die Saison krönt, ist mit einer frischen Enttäuschung im Nacken nicht dasselbe wie ohne. Die Münchner Kandidaten der zweiten Reihe stehen vor derselben Konstellation, nur mit anderen Vorzeichen. Es ist die Art Belastung, die niemand sieht, wenn der Anpfiff kommt – und die in der Statistik nicht auftaucht.

Matthäus erinnert an einen vergleichbaren Fall: „Stuttgart hat schon in der Vergangenheit in der Europa League Probleme gehabt, weil immer donnerstagmorgens oder mittags der Kader benannt worden ist. Und abends musste Stuttgart dann gegen Porto spielen oder musste sich qualifizieren in irgendeiner Runde. Ich finde das psychologisch auf jeden Fall nicht unbedingt gut terminiert." Sein Vorschlag ist pragmatisch: „Die Festlegung der Termine sollte sich auch ein bisschen nach dem Spielplan der Vereine richten, die Nationalspieler und an dem Tag oder einen Tag später ein wichtiges Spiel haben. Das kannst du am 24. machen nach dem Pokal-Endspiel."

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